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Katharina Ossenkop engagiert sich bei Greenpeace Lüneburg, letztes Jahr war sie Teilnehmerin bei der Wandelwoche. In diesem Jahr organisiert sie diese unter anderem mit Horst Jäger (l.) und Norbert Bernholt. Foto: t&w

Wenn weniger mehr ist

Lüneburg. „Weniger ist mehr“ – diese drei Worte bilden den roten Faden, der sich durch die diesjährige Wandelwoche zieht, die am Sonnabend, 19. Oktober, startet und an sieben Tagen rund 36 Aktionen und Veranstaltungen in der Innenstadt bietet. Norbert Bernholt und Horst Jäger, zwei der Initiatoren, stellen das Projekt in diesem Jahr auf etwas andere Füße. So sind drei Tage feste Thementage: Der Dienstag gehört der Energie, dem Klima, der Umwelt und Mobilität, der Mittwoch widmet sich der Ernährung und der Donnerstag steht im Zeichen der Integration. Das Ziel bleibt aber auch bei der 3. Wandelwoche dasselbe: Sich dafür einsetzen, dass ein gutes Leben für alle Menschen möglich ist.

Das Glockenhaus ist in diesem Jahr die Zentrale, das vierköpfige Organisationsteam, das von rund 20 Initiativen unterstützt wird, hat es für eine Woche gemietet. Eine Veranstaltung jagt die nächste. So auch am Auftakttag. Angefangen mit einem Event auf dem Marktplatz am Morgen, folgen ein Wandelmarkt, die Eröffnung mit Fred Hageneder, Autor des Buchs „Happy Planet“, und ein Theaterstück, das sich dem Thema „Leben in Lüneburg – eine Zeitreise in die Zukunft“ widmet. Senioren und Jugendliche treten zusammen auf. Bernholt freut sich darüber ganz besonders, er sagt, dass die Wandelwoche auch dazu da sei, dass die verschiedenen Generationen miteinander ins Gespräch kommen.

Ein Workshop, der sich an Schüler richtet

Am Montag startet dann nicht nur der Workshop „Aufstehen gegen Rassismus“ für Schulklassen, der auch an den beiden Folgetagen stattfindet und noch einige freie Plätze bietet, sondern auch eine Ausstellung. Bis Sonnabend gibt es im Glockenhaus Fotos, Plakate und Interaktives zu entdecken, so können sich Besucher etwa ihren ökologischen Fußabdruck ausrechnen lassen, sollen „Appetit auf umweltfreundliches Verhalten“ bekommen. Bernholt erläutert den Hintergrund: „Wir leben in Zeiten von ökologischen Krisen, die unser Leben auf den Kopf stellen. Die Ausstellung gibt Tipps und zeigt Möglichkeiten auf, wie man sich individuell verhalten kann und wie andere Kulturen mit anderen Wertesystemen mit diesen Fragen umgehen.“

Ein weiteres Highlight benennt Horst Jäger in der Aktion des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Er fährt nicht wie im vergangenen Jahr einmal den Lüneburger Fahrradsstraßenring ab, sondern jeden Tag. Auch auf die große Diskussionsrunde am Freitag freut er sich. Über die Frage „Weniger ist mehr – eine Vision für Lüneburg 2030?“ diskutieren Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Superintendentin Christine Schmid, Julius Angebauer vom Klimakollektiv, Fred Hageneder und Bernholt selbst, in seiner Funktion als Geschäftsführer der Akademie Solidarische Ökonomie, die Moderation übernimmt LZ-Autor Hans-Herbert Jenckel.

5000 bis 6000 Watt pro Bürger

Die Inhalte der Diskussion, aufgeworfene Fragen zum Beispiel, sollen am Tag darauf beim Zukunftstag eine Rolle spielen. Dann tagt der Zukunftsrat, der das Ziel ausgeben möchte, dass sich Lüneburg auf den Weg zur 2000-Watt-Stadt macht. In der Schweiz wird die Kampagne flächendeckend gefahren, in Deutschland ist sie bereits in einigen Städten im Süden angekommen. „Momentan sind es um die 5000 bis 6000 Watt pro Bürger. Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir auf 2000 runter“, betont Jäger, der die Wandelwoche auch als Rahmen sieht, um über Änderungen auf politischer Ebene zu sprechen. „Uns geht es dabei nicht nur um einen Appell, doch bitte mehr Müll zu trennen, sondern um mehr.“

Weitere Informationen zum Programm gibt es unter wandelwoche-lueneburg.de im Internet oder bei Horst Jäger: hjhorst.jaeger@gmail.com.

Von Anna Paarmann