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Ilmenauhalle
Seit Frühjahr geht es steil bergab: Die Ilmenauhalle in Bienenbüttel ist stark sanierungsbedürftig, die Liste an Mängeln lang. Nun hat sich die Politik endgültig gegen eine Rettung des Hallenbereichs ausgesprochen. (Foto: t&w)

Aus für Ilmenauhalle

Bienenbüttel. Seit Frühjahr toppt eine schlechte Nachricht zur Bienenbütteler Ilmenauhalle die nächste. Alles begann mit einer Routinekontrolle im April, bei der erste Wasserflecken in den Deckenlampen auffielen. Später wurde die Dachkonstruktion bemängelt – seitdem ist das Spielfeld gesperrt. Kurz bevor Monate danach die Halle wieder in Betrieb gehen sollte, sichteten Gemeindemitarbeiter Pfützen auf dem Fußboden, Wasser tropfte durchs Dach. Und seit Donnerstagabend steht fest, was Bürgermeister Dr. Merlin Franke so formuliert: „Es werden in dieser Halle kein Event und kein Sport mehr stattfinden können.“

Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses hatten sich in ihrer jüngsten Sitzung laut Franke einstimmig dafür ausgesprochen, den Hallenbereich bis auf Weiteres zu schließen – und sich damit gegen eine mindestens 200 000 Euro teure Dachsanierung entschieden. Auch die Idee, für 30 000 Euro zunächst einmal nur ein Dachfeld zu öffnen, um zu schauen, welches Ausmaß der Schaden tatsächlich hat, sei verworfen worden. „Hintergrund ist, dass die Mitglieder des Gremiums davon ausgingen, dass es möglicherweise nicht bei den 200 000 Euro bleibt und damit das Kostenrisiko einfach zu groß ist“, erklärt der Bürgermeister, gerade auch, weil schon seit Längerem bekannt ist, dass in den nächsten drei bis vier Jahren eine neue Mehrzweckhalle in Bienenbüttel entstehen soll.

Vereine und Sportler trifft die Schließung hart

Ein herber Schlag für die Vereine und Verbände, die die Ilmenauhalle in der Vergangenheit intensiv genutzt hatten. Das weiß auch Franke: „Die Ball- und Leichtathletiksportler trifft es natürlich besonders hart, da wir für die ja schlichtweg keine anderen Räume in der Größenordnung haben.“ Am kommenden Dienstag will sich die Verwaltung mit Vertretern der Schützengilde und des TSV Bienenbüttel zusammensetzen, um gemeinsam zu überlegen, wo man zumindest einen Teil ihrer Angebote künftig unterbringen könnte. Ausweichquartiere werden dringend gesucht.

Möglicherweise könnten auch mobile Container aufgestellt werden, um wenigstens ein oder zwei Räume mitsamt Sanitäranlagen vor Ort zur Verfügung stellen zu können. Kostenpunkt: zirka 100 000 Euro. Darüber kann aber erst im Zuge der Haushaltsberatungen für 2020 entschieden werden. Fest steht hingegen schon jetzt, dass auch der Nebentrakt der Halle aus dem Jahr 1974 in den kommenden Wochen auf Feuchtigkeit und Schäden untersucht werden soll. Dort findet unter anderem der Restaurantbetrieb statt, dieser ist von den Sperrungen derzeit nicht betroffen.

Kein Ersatz in Sicht

Bis die Gemeinde wieder über eine feste Behausung für die Vereine und Verbände verfügt, wird vermutlich noch einige Zeit ins Land gehen. Bereits seit 2016 werden Fördermittel für eine neue Mehrzweckhalle gesammelt, denn: „Finanziell ist das eine große Herausforderung für die Einheitsgemeinde“, so Franke. 2,4 Millionen Euro kommen bisher aus dem Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“, eine Million Euro hat bereits der Landkreis Uelzen an Unterstützung zugesichert.

Noch in diesem Monat soll sich ein Arbeitskreis zusammenfinden, in dem Vertreter der Verwaltung, der Ratsfraktionen, Vereine und Verbände ihre konkreten Vorstellungen für den Neubau zusammentragen. Die Ergebnisse würden dann später in den Entwurf einfließen, erklärt Franke. Bislang sei angedacht gewesen, die neue Halle neben der alten zu errichten, ob es nun weiterhin bei dieser Idee bleibt, konnte Franke gestern nicht beantworten. Nur so viel: „Der Plan war, dass wir 2020/21 anfangen und an dem Plan halten wir auch weiter fest.“

Von Anna Petersen