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Sie packten alle mit an: Insgesamt rund 11000 Liter Unrat sammelten die Jugendlichen aus dem Barendorfer Wald. Die GfA holte den Müll mit einem Lastwagen ab. (Foto: kre)

Schlauchboot im Wald

Barendorf. Da ist allerhand zusammengekommen am vergangenen Sonnabend bei der Müllsammelaktion in der Barendorfer Revierförsterei: 50 Jugendliche – Konfirmanden, Teamer sowie Mitglieder vom Verein „Bund ehemaliger Teamer Reins­torf“ (BETR) – räumten den Wald auf – und den Dreck anderer weg.

Mitorganisator Hendrik Schatz, angehender Förster und BETR-Vorsitzender, sagt: „Mit der Aktion wollen wir deutlich machen, dass Umweltschutz nicht nur durch die Politik geregelt wird, sondern auch vor der eigenen Haustüre stattfinden kann und muss. Gerade in Zeiten von ‚Fridays for future‘ ist es wichtig, dass Jugendliche auch wirklich aktiv an das Thema Umweltschutz herangeführt werden.“

Elf Kubikmeter Abfall

Das Thema Nachhaltigkeit ist den jungen Umweltschützern sehr wichtig: Auf der diesjährigen Konfirmandenfreizeit in Meudelfitz hatten die Jugendlichen bereits mehr als 20 Fledermauskästen als Sommerquartiere für die Tiere gebaut – jetzt also fand die nächste Umwelt-Aktion statt. Direkt vor der eigenen Haustüre im heimischen Wald. „Das ist wirklich erschreckend, was die Leute alles achtlos in der Natur entsorgen“, ziehen die beiden Teamerinnen Celina Hartmann und Leonie Bettge (beide 16) Bilanz.

Unzählige leere Glas- und PET-Flaschen sammelten die jungen Naturschützer im Wald ein, alte Autoreifen, Bauschutt, Hausmüll und alte Agrarfolien. Selbst einen ausgedienten Treckerreifen förderten die Jugendlichen zutage, eine verrostete Stacheldrahtrolle und sogar ein altes Schlauchboot. „Insgesamt kamen so elf Kubikmeter Abfall zusammen“, berichtet Katja Richter vom kommunalen Entsorger GfA mit Sitz in Bardowick, die die Aktion in der Barendorfer Revierförsterei mit begleitete.

Illegale Müllentsorgung ist nach weiter ein Problem. „Bislang haben wir im Landkreis bereits 97 wilde Müllablagerungen beseitigt“, sagt Richter. „Dazu kommen 19 in der Stadt.“ In Mengen ausgedrückt handelte es sich dabei um zwölf Kubikmeter Bauschutt, 72 Kubikmeter Restmüll sowie 1300 Altreifen. Die Kosten für die Entsorgung des illegalen Mülls trägt der Gebührenzahler. „Also wir alle“, mahnt Richter.

Viel Plastikmüll auch im Wald

Mächtig beeindruckt vom Engagement der Jugendlichen zeigte sich auch der zuständige Revierförster Holger Kapell. „Mit Hilfe der Konfirmanden konnten wir auch die Ecken im Revier vom Unrat befreien, die wir alleine sonst nicht geschafft hätten“, sagte er. Vor allem der Plastikmüll macht Kapell Sorgen. „Wir schauen alle erschrocken auf die Plastikflut in den Weltmeeren, aber auch in unseren Wäldern findet sich so viel Müll, der schon beim Anfassen zerbröselt und als Mikroplastik die Umwelt weiter belastet.“ Der Dank des Försters galt daher auch den Jägern, die die Umwelt-Aktion mit eigenem Pkw und Anhänger unterstützten.

Von Klaus Reschke