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Rufen zur Teilnahme am Klimaprotest auf: Von links: Pastor Henning Hinrichs, Pastor Andreas Stolze, Superintendentin Christine Schmid, Dechant Carsten Menges. (Foto: zap)

Klimastreik statt Mittagspause

Lüneburg. Anfang August rief der Entertainer Joko Winterscheid beim Sommerkongress der „Fridays for Future“-Bewegung alle Bürger zum Klimastreik auf, O-Ton: „Warum legt man nicht einfach mal – steile These – dieses Land lahm an einem Freitag?“, wenige Tage später sprang auch der Chef der Gewerkschaft Verdi auf den Zug auf und empfahl den Gewerkschaftlern die Teilnahme an der großen Demonstration am 20. September. Und auch die Lüneburger Verdi-Ortsgruppe wird sich an der Protestaktion beteiligen, sie veröffentlichte einen Aufruf: „Deutschland hat sich national, europäisch und international im Rahmen des Pariser Klimaabkommens auf Ziele zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes verpflichtet“, heißt es darin; diese Ziele würden für 2020 nicht erreicht. Daher will die Gewerkschaft – gemeinsam mit den anderen Teilgewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes – die Forderungen von der Bewegung unterstützen.

Kirchen planen spezielle Gottesdienste

Aber auch die Kirchen werden sich konfessionsübergreifend an der Großdemo am Freitag in Lüneburg beteiligen. Dechant Carsten Menges: „Die junge Generation tritt uns gerade in den Hintern und ruft: Macht mal was! Das müssen wir natürlich ernst nehmen und den Schülern den Rücken stärken.“ Unter dem Banner „Churches for Future“ wollen sie mit ihren Gemeindemitgliedern mitlaufen. „Wir hoffen, dass Hunderte aus unseren rund 40 Gemeinden mitkommen, damit so viele Christen wie möglich ein Zeichen für ihren Glauben setzen und diesen dann auch in die Tat umsetzen.“, erklärt Christine Schmid, Superintendentin des Kirchenkreises. Die Kirchenvorsitzenden rufen außerdem zu einem Gottesdienst „Beten fürs Klima“ vor der Demo um 11:30 Uhr an der Paul-Gerhardt-Kirche auf. Danach wird gemeinsam zum Rathaus geradelt.

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Wenn der Chef mitdemonstriert

Am globalen „Klimastreik“ werden auch einige Arbeitgeber in der Region teilnehmen, die Mitarbeiter sind für die Demo freigestellt. Auf der Website entrepreneurs4future.de hat etwa auch der Lüneburger Energieversorger „Lünestrom“ neben Tausenden anderen Unternehmen bundesweit seine Unterstützung angekündigt. „Etwa die halbe Belegschaft wird mitdemonstrieren“, schätzt Mitarbeiterin Jowana Lohmöller. So könne auch der Betrieb weitergehen.
Ähnliches ist von der Bohlsener Mühle zu hören. „Ökologisches Denken liegt bei uns in der Betriebs-DNA“, sagt Sprecherin Saskia Lackner. Wer will, könne zur Demo gehen.

Von Robin Williamson und Lorena Zapke