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Supermarkt Bardowick
Das alte Supermarkt-Gebäude steht seit Jahren leer, ist für viele Bardowicker ein Schandfleck im Ortsbild. (Foto: t&w)

Ruine ein Fall für den Abrissbagger

Bardowick. Die Ruine im Altdorf verschwindet. „Im Februar 2020 wird der ehemalige Supermarkt abgerissen und die dazugehörige Fläche befestigt“, kündigt Gemeindedirektor Heiner Luhmann die Abrissarbeiten an der Großen Straße zeitnah an. Das Gebäude steht seit vielen Jahren leer, für viele Bardowicker ist es ein Schandfleck im historischen Ortsbild. Die Gemeinde hat das Gebäude und das dazugehörige 2000 Quadratmeter große Grundstück für einen sechsstelligen Betrag vom Vorbesitzer gekauft. Sie will die Entwicklung und damit Zukunft des Standortes in die eigene Hand nehmen, nachdem der Versuch gescheitert war, ein Modell zusammen mit dem Vorbesitzer auszuklügeln.

„Mein Ziel ist es, sobald das Gutachten vorliegt, mit allen ins Gespräch zu kommen, die von der Umgestaltung des Areals betroffen sind.“ – Heiner Luhmann, Gemeindedirektor

Allerdings ist noch nicht klar, was auf der frei werdenden Fläche künftig entstehen soll. „Stand jetzt gibt es noch kein weiterführendes Konzept“, sagt Luhmann. Jedoch hat der Fleckenrat ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis die Kommunalpolitiker abwarten möchten, bevor sie diskutieren, wie es weitergeht. „Mein Ziel ist es, sobald das Gutachten vorliegt, mit allen ins Gespräch zu kommen, die von der Umgestaltung des Areals betroffen sind: zum Beispiel Nachbarn und Behörden“, erklärt der Verwaltungschef. Dabei soll es um mögliche Ideen und Planungen gehen.

Filiale einer niederländischen Handelskette?

Nicht bestätigen kann er damit Gerüchte, wonach ein Non-Food-Discounter aus den Niederlanden auf der Fläche an der Großen Straße eine Filiale eröffnen wird. Die Handelskette habe gleichwohl Interesse gehabt an dem Standort. „Es waren Vertreter des Unternehmens vor ungefähr einem halben Jahr bei uns und haben im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss ihr Konzept vorgestellt“, berichtet Luhmann. Dieses habe die Politik aber nicht überzeugt, sodass die Ansiedlung dann vom Tisch war, ergänzt er.

Die Gemeinde prüft Optionen, wie sie die Sanierung der denkmalgeschützten Dom Schänke unterstützen kann. Das Gebäude steht seit 2013 leer. (Foto: t&w)

Auch an anderer Stelle im historischen Ortskern werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Es geht um die „Dom Schänke“. Die Gemeinde prüft Optionen, wie sie die Sanierung der denkmalgeschützten „Dom Schänke“ unterstützen kann, da das Gebäude erhebliche städtebauliche Mängel aufweist und seit 2013 leer steht. So war es in der Vorlage zur jüngsten Ratssitzung zu lesen. Als mögliche Nutzungsmöglichkeiten seien demnach Gastronomie, Hotel oder Ausstellungsfläche für archäologische Funde vorstellbar. Das Hospiz in unmittelbarer Nachbarschaft habe bereits reges Interesse an einem gastronomischen Angebot beim
29 Flecken Bardowick bekundet, heißt es weiter. Ein möglicher Grunderwerb durch die Kommune könnte aus Mitteln der Städtebauförderung erfolgen.

Eigentümer will die „Dom Schänke“ nicht verkaufen

Denn ein rund 22 Hektar großes Gebiet in Bardowick wurde im vorigen Jahr in das Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilszentren“ aufgenommen. Damit stehen in den nächsten zehn Jahren insgesamt 4,34 Millionen Euro an EU-Mitteln zur Verfügung, um zentrale Bereiche im Altdorf aufzuwerten. Allerdings möchte der Eigentümer der „Dom Schänke“ zurzeit nicht verkaufen.

Daher hat der Rat beschlossen, dass zunächst eine ebenfalls förderfähige Voruntersuchung in Auftrag gegeben wird, um den aktuellen Kostenrahmen der nötigen Modernisierungsmaßnahmen prüfen zu lassen. „Es wäre wünschenswert, wenn die ,Dom Schänke’ eine Kneipe bleibt. Denn eine solche fehlt uns als Anlaufstelle für die vielen Touristen, die den Dom besichtigen“, sagt Gemeindedirektor Luhmann. Das mache nicht nur das Domumfeld noch attraktiver, sondern passe wunderbar zu den Bestrebungen seit Anfang der 2000er-Jahre, dieses in seiner historisch-baulichen Substanz zu erhalten, meint er.

Zur Sache

Bauprojekte im Altdorf

Im Altdorf des Domfleckens gibt es aktuell noch weitere Projekte. Das sogenannte Brunshaus zwischen Große Straße und Schulzentrum wurde abgerissen. Das Baufeld für das dort geplante Mehrzweckgebäude untersuchen zurzeit Archäologen. Bauherr für das Mehrzweckgebäude ist der Flecken Bardowick. Es sollen darin unter anderem eine Schulmensa und die Sozialberatung der Samtgemeinde Platz finden.

Ein privater Investor baut darüber hinaus auf einer Fläche zwischen Hamburger Landstraße und Hinter der Worth ein Gebäude für fünf Wohnungen. Zudem hat eine Handelskette für ein Areal mit zwei Einzelflächen an der alten B4, auf dem einst ein Penny-Markt und ein Busunternehmen angesiedelt waren, eine Bauvoranfrage gestellt. Es soll geprüft werden, ob der Bau eines Einkaufsmarktes mit Drogerie an dem Standort möglich ist.

Von Stefan Bohlmann