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Fotomarathon
Die Lüneburgerin Zoe Tromberend wünscht sich, dass sich die Teilnehmer des Fotomarathons überlegen, wie die Europäische Union in ihre Heimatstadt wirkt, sie eventuell persönlich betrifft. (Foto: t&w)

Was ist die EU für mich?

Lüneburg. Zoe Tromberend hat sich viel vorgenommen: Sie möchte Europa nicht nur auf lokaler Ebene sichtbar machen und dafür werben, dass sich die Lüneburger mit der Europäischen Union auseinandersetzen, die 24-jährige Studenten will auch zum kulturellen Leben der Stadt beitragen und Kreativität fördern. Mit einem Fotomarathon möchte sie all diese Ziele vereinen, damit ist sie auch nicht allein. Zeitgleich findet diese Aktion in Freiburg, Würzburg, Fulda und Magdeburg statt. Das Thema am 5. Oktober: „Europa – gestern, heute, morgen“.

Die Vorteile der EU hat die gebürtige Lüneburgerin, die Medizin in Oldenburg studiert und ihre Semesterferien aber stets in der Heimat verbringt, nach dem Abitur kennengelernt. Ein Europäischer Freiwilligendienst brachte sie in den Norden von Spanien.

In einem kleinen Pilgerbüro hat Zoe Tromberend Menschen motiviert, die auf dem Jakobsweg wanderten und wissen wollten, wie weit es noch bis Santiago de Compostela ist. Die Hauptstadt der Region Galicien bildet den Endpunkt des Jakobswegs. „Das waren total interessante Gespräche, die wir da geführt haben“, denkt sie zurück. Einmal habe sie einen Mann getroffen, der sich in Polen auf den Weg gemacht hat, an einem anderen Tag ein Ehepaar aus Frankreich, das jedes Jahr einen Teil des Jakobswegs zurücklegt. „Da sind so viele unterschiedliche Menschen unterwegs.“

2020 gibt es eine Ausstellung mit den Fotos

Zurück in Deutschland, ein Jahr später, wollte Zoe Tromberend das Gefühl nicht loslassen. Und das musste sie auch nicht: Beim großen Rückkehr-Event lernte sie die „Europeers“ kennen, junge Menschen, denen es die Mobilitätsprogramme der EU ermöglicht haben, Auslandserfahrungen zu sammeln. Sie sind in Deutschland aktiv, dort hat das Engagement seinen Anfang genommen, mittlerweile aber auch in elf anderen europäischen Ländern. Gruppen betreuen und Aktionen durchführen, um die Vorteile des Staatenverbunds aufzuzeigen, das sind im Wesentlichen die Aufgaben der Europeers.

„So richtig in Fahrt gekommen ist mein Engagement dann, als ich 2017 für ein Jahr in die Niederlande gegangen bin. Da habe ich dann ein Projekt vor Ort mitaufgebaut“, erzählt sie, die in den vergangenen Monaten mit vier Gleichgesinnten den Fotomarathon entwickelt hat. Um die Aktion durchführen zu können, reichten die fünf Frauen einen Förderantrag beim Europäischen Solidaritätskorps ein. „Dort war man sehr begeistert von unserer Idee.“ 500 Euro im Monat über eine Laufzeit von einem Jahr erhält das Team jetzt für das Projekt, das sich an 14- bis 30-Jährige richtet.

Die Idee hinter dem dreistündigen Marathon ist es, sich mit Europa und der Stadt, in der man lebt, auseinanderzusetzen – und das eben in einem Bild festzuhalten. „Es geht darum, kreativ zu sein und Spaß zu haben“, sagt Zoe Tromberend. „Wir setzen uns danach alle im Wasserturm zusammen und die Teilnehmer stimmen ab, welches die besten fünf Fotos sind.“

Die jeweiligen Stadtsieger-Werke, gleichzeitig werden sie auch in Freiburg, Würzburg, Fulda und Magdeburg ausgemacht, werden dann nochmal von einer Jury begutachtet, in der unter anderem eine Fotografin sitzt. „Aus allen Stadtsiegern werden dann nochmal die besten fünf Fotos prämiert.“

Auch damit ist die Aktion nicht vorbei: Anfang nächsten Jahres wandert dann eine Ausstellung durch die Städte, die teilgenommen haben. Lüneburg macht den Anfang vom 10. bis 12. Januar. Wo die Bilder zu sehen sein werden, steht noch nicht fest.

Wer beim Fotomarathon in Lüneburg mitmachen möchte, kann sich noch bis zum 30. September anmelden und eine Mail mit dem Betreff „Anmeldung Lüneburg“ an die Adresse europeerfotomarathon@posteo.de schicken.

Der Fotomarathon

Ablauf in Lüneburg

Treffpunkt für den Fotomarathon ist am Sonnabend, 5. Oktober, der Wasserturm in Lüneburg. Teilnehmer sollten eine Digitalkamera samt Speichermedium oder ein Handy mit Fotofunktion mitbringen. Das ist der Ablauf:

13 Uhr: Registrierung und Erklärung

13.30 Uhr: Teilnehmer erkunden Europa in ihrer Stadt

16.30 Uhr: Fotos sortieren und einspielen

17 Uhr: Diskussion, Abstimmung, Siegerehrung

Von Anna Paarmann