Donnerstag , 5. Dezember 2019
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Bienenbüttel
Erschlossen werden aktuell 50 Bauplätze im Bienenbütteler Ortsteil Steddorf. Der Quadratmeterpreis ist zuletzt stark gestiegen, liegt inzwischen bei 129 Euro. (Foto: phs)

Bienenbüttel auf Wachstumskurs

Bienenbüttel. Immer wieder rufen sie im Bienenbütteler Rathaus an: Familien, die sich ein Zuhause in der Einheitsgemeinde wünschen und Investoren, die neuen Wohnraum schaffen wollen. Keine Frage: Bienenbüttel ist auf Wachstumskurs. Doch in welchem Maße ist das noch gesund? Wo befinden sich überhaupt potenzielle Siedlungsflächen? Und mit welchen Auswirkungen auf Einzelhandel, Kinderbetreuung und Verkehr ist zu rechnen? Die Gemeinde erstellt derzeit ein Siedlungskonzept, das Antworten auf diese und weitere Fragen geben soll. Bürgermeister Merlin Franke geht davon aus, dass die Ergebnisse Ende des Jahres vorgestellt werden können. Doch schon jetzt rollen Bagger von Baustelle zu Baustelle. Die LZ erklärt heute, wo und was in den kommenden Monaten in Bienenbüttel gebaut wird.

Wohnpark an der Lindenstraße

Wo einst Urlaubsgäste im Hotel „Drei Linden“ residierten, wächst derzeit ein millionenschwerer Wohnpark. 23 Eigentumswohnungen sollen laut Investor Frank Scheper an der Lindenstraße entstehen – zwischen 52 und 147 Quadratmetern groß. Im Frühjahr hatte er mit der Vermarktung des Projektes begonnen, 18 Wohnungen sind bereits in festen Händen. „Ziel ist es jetzt, dass das ganze Untergeschoss mitsamt Parkplätzen bis Ende des Jahres fertig wird“, sagt Scheper. Spätestens im Januar oder Februar 2021 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Noch im Herbst letzten Jahres beklagte der Bauunternehmer aus Baden-Württemberg kostenintensive Verzögerungen. Die Gemeinde habe im Zuge des städtebaulichen Vertrages, in dem Eckpunkte zur Gestaltung des Wohnparks festgelegt wurden, wiederholt Änderungswünsche geäußert. Mittlerweile haben sich die Wogen aber wieder geglättet. Scheper: „Wir sind guter Dinge, dass wir das Projekt zügig fertigstellen.“

Mehrfamilienhäuser an der Bienenbütteler Vogtei

An der Ecke Poststraße/Niendorfer Straße, also mitten in Bienenbüttel, will Thomas Gläsel mehrere Millionen Euro in die alte Vogtei und das angrenzende Gelände investieren. Wenn alles nach Plan läuft, könnten schon im November und Dezember erste vorbereitende Maßnahmen für sechs neue Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohneinheiten sowie zehn weitere Mietwohnungen in dem denkmalgeschützten Haus getroffen werden. Das Preisniveau für die 80 bis 110 Quadratmeter großen barrierefreien Wohneinheiten soll laut Gläsel etwa neun Euro pro Quadratmeter betragen, der ursprüngliche Charme des Gebäudeensembles erhalten bleiben: Die alte Scheune wird Garage, das Brauhaus zum Fahrradschuppen. Der Bauantrag sei bereits eingereicht, sagt Gläsel, nun müsse nur noch der städtebauliche Vertrag mit der Gemeinde unterzeichnet werden und das „Go“ vom Landkreis Uelzen kommen – dann will der Investor aus Bienenbüttel die Baumaschinen auf das Gelände schicken.

Der Traum vom Eigenheim in Steddorf

Der große Traum vom Eigenheim – in Steddorf könnte er schon bald vielfach in Erfüllung gehen. Die Erschließung des Baugebiets Kuhlfeld ist in vollem Gange, ebenso die Vermarktung: Die Hälfte der zirka 50 Bauplätze sei binnen 14 Tagen vergeben gewesen, berichtet Bürgermeister Merlin Franke. Um den dörflichen Charakter zu erhalten, sei die Grundstücksgröße auf mindestens 1000 Quadratmeter festgelegt. „Ziel unsererseits ist es, dass die Erschließung im Frühjahr 2020 abgeschlossen ist.“ Dann kann gebaut werden. Während im Baugebiet Wellbruch II auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Quadratmeterpreis noch vor wenigen Jahren bei 79 Euro gelegen habe, würden im Kuhlfeld nun 129 Euro verlangt, weiß Franke und begründet das vor allem mit gestiegenen Tiefbaupreisen und Umweltauflagen – zum Beispiel für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Zudem habe die Gemeinde Bienenbüttel unter anderem mit dem HVV-Beitritt ihre Attraktivität erhöht.

Bauplätze in Eitzen I und Edendorf

Der Kernort Bienenbüttel ist durch die B 4, Bahn und Ilmenau in seinen Möglichkeiten zur Siedlungserweiterung begrenzt. „So richtig wachsen geht eher in den umliegenden Ortsteilen“, sagt Merlin Franke. „Und wir wollen, dass sich diese Dörfer auch noch weiterentwickeln können.“ So ist beispielsweise zuletzt in Eitzen I ein Baugebiet mit fünf Grundstücken entstanden, zehn bis 15 Bauplätze sind zudem in Edendorf geplant. Hierfür stelle die Gemeinde derzeit einen Flächennutzungsplan auf, der anschließend vom Landkreis genehmigt werden muss, so Franke. Zur Frage, wann das Gebiet am Ortsrand erschlossen werden kann, will er derzeit noch keine Prognose abgeben.

Von Anna Petersen