Donnerstag , 24. Oktober 2019
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304 Bürger haben den Fragebogen von "Wem gehört Lüneburg?" ausgefüllt und ihre Wohn-Geschichten erzählt. Ab diesem Samstag präsentiert die LZ ihre Ergebnisse rund um den Lüneburger Wohnungsmarkt. Foto: t&w

Sie haben mitgemacht

Lüneburg. „Wem gehört Lüneburg?“, diese Frage war in den vergangenen Monaten nicht nur in der Landeszeitung zu lesen. Sie prangte auf Pflastersteinen, Bonbon-Tüten, Super-Ballons – und findet sich ab heute auch wieder auf einem XXL-Banner an der Fassade unseres historischen Verlagsgebäudes. Sie steht für Lüneburgs erste Bürgerrecherche rund um das Thema Wohnen in der Hansestadt und die größte Kampagne, die die Landeszeitung je durchgeführt hat. Und sie ist eine stellvertretende Frage, mit der wir uns vorgenommen haben, mehr Transparenz auf den Lüneburger Wohnungsmarkt zu bringen.

Dementsprechend liefern wir ab heute nicht die eine, sondern viele Antworten. In den nächsten Wochen präsentieren wir, was wir mit unserer Datenrecherche herausgefunden haben. 304 Bürger haben uns dabei geholfen und den Online-Fragebogen von „Wem gehört Lüneburg?“ ausgefüllt. Einige Einträge davon konnten nicht verifiziert werden, so steht am Ende die Zahl 265. Die mag zunächst klein erscheinen. Warum wir damit trotzdem sehr zufrieden sind, erklären wir in dem Text unten.

Jeder Punkt bildet einen Teilnehmer ab. Aus Datenschutzgründen wurden die Punkte leicht verschoben. Grafik: LZ/Björn Schwentker

Die Karte, die Sie hier sehen, zeigt: „Wem gehört Lüneburg?“ hat Bürger in fast allen Teilen der Stadt erreicht. Mieter wie Eigentümer, denn beide Gruppen haben sich fast gleichermaßen an unserer Umfrage beteiligt. Sie haben uns ihr Vertrauen geschenkt und uns nicht nur verraten, wer der Eigentümer ihrer Wohnung ist oder wie viel Miete und Nebenkosten sie zahlen, sondern uns auch Belege dazu in Form von Grundbucheinträgen oder Mietverträgen anvertraut. Das sind wertvolle Daten, denn im Vergleich zu Angebotspreisen, die in Marktberichten, Studien oder auf Immobilienportalen zu finden sind, haben wir es hier mit den realen Kosten unserer Bürger zu tun. Die sind nirgendwo sonst zu finden. Gleichzeitig hat sich unsere Annahme bestätigt: Lüneburg ist keine anonyme Stadt. Viele Immobilien sind noch immer in der Hand von Privatbesitzern (schenkt man unserer Umfrage Glauben, liegt ihr Anteil bei 78,5 Prozent). Wir mussten für keinen Mieter eine Anfrage beim Grundbuchamt stellen, weil er den Eigentümer seiner Wohnung nicht kennt. Das sah in anderen Städten, in denen unser Partner, das Recherchezentrum Correctiv, die Aktion durchgeführt hat, anders aus.

Und doch zeigt sich: Große, scheinbar anonyme Immobilienunternehmen und Finanzinvestoren sind auch in der Hansestadt aktiv, ihre Verbindungen vielfach undurchsichtig. Auch sie werden wir näher beleuchten. Und mit noch einem Aspekt haben wir uns durch die Aktion intensiver beschäftigt als je zuvor: dem Erbbaurecht. Wir wussten, dass es für viele Lüneburger ein wichtiges Thema ist. Wie umfassend es ist, haben wir erst jetzt richtig verstanden.

Welche Erkenntnisse und Rückschlüsse unser Datensatz noch zulässt, lesen Sie an diesem Samstag in der Landeszeitung. Außerdem erste Geschichten unserer Teilnehmer – positiv wie negativ. Freuen Sie sich auf mehr in den kommenden Wochen!

von Katja Grundmann und Anna Paarmann

Alle Artikel rund um „Wem gehört Lüneburg?“ finden Sie HIER.