Donnerstag , 24. Oktober 2019
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Datenjournalist Björn Schwentker, Projektleiterin Anna Paarmann und Correctiv-Mitarbeiter Justus von Daniels (v.l.n.r.) berichten von ihren Erfahrungen und Erkenntnissen der Bürgerrecherche. Foto: ps

Antworten in Daten

Lüneburg. Was in Großstädten wie Hamburg oder Berlin zu Konfrontationen geführt hat, haben die Lüneburger in einen offenen Diskurs verwandelt: „In dieser Stadt ist es möglich, eine offene Recherche zum Wohnungsmarkt zu führen. Es findet ein echter Austausch statt“, zeigt sich Justus von Daniels vom gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv begeistert. Gemeinsam mit LZ-Redakteurin Anna Paarmann und Datenjournalist Björn Schwentker bot er den Besuchern des „Mosaique – Haus der Kulturen“ am Montagabend einen Blick hinter die Kulissen der Bürger- und Datenrecherche „Wem gehört Lüneburg?“. Nach mehreren Monaten Arbeit an dem großen Projekt zum Thema Wohnen verfügt das Team inzwischen über einen reichen Schatz an Daten über den Lüneburger Wohnungsmarkt, den es mit Hilfe von Verwaltung und Institutionen sowie den Bürgern im Rahmen ihrer Online-Umfrage zusammengetragen hat.

Objektive Ergebnisse für mehr Transparenz

Datenjournalist Björn Schwentker erläuterte, was die LZ-Redaktion nun mit diesem Schatz anstellt: „Da geht die Arbeit erst richtig los. Die Daten müssen bereinigt werden, um sie auswerten und bestimmte Annahmen überprüfen zu können“, so Schwentker. „Dann liefern sie das, was sonst oft nur schwer herauszufiltern ist: Wirklich objektive Antworten.“ Erste Auswertungen hat die LZ in den letzten Tagen bereits veröffentlicht, weitere folgen. Sie sollen für mehr Transparenz sorgen, um eine echte Diskussion auf einem undurchsichtigen Markt zu ermöglichen, erklärte Paarmann die Idee hinter dem Projekt.

Was bringt die Recherche?

„Genau das ist die Aufgabe einer Zeitung: Als vierte Gewalt Themen anzustoßen, damit über sie debattiert werden kann“, findet Zuhörer Friedhelm Feldhaus. Welche konkreten Forderungen an die Politik denn nun aus den Ergebnissen abgeleitet würden, wollte Ulf Reinhardt von der Wohnungsgenossenschaft Lüneburg wissen. „Freier Zugang zu den Grundbüchern, ein Informationsfreiheitsgesetz für Niedersachsen- da gibt es so vieles, was passieren müsste“, so Reinhardt. Zum Ende des Projektes werde die LZ alle Parteien nach ihren Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen von „Wem gehört Lüneburg?“ fragen, kündigte Paarmann an. „Und natürlich werden wir die Themen weiter verfolgen. Letztendlich sind aber auch alle anderen dazu aufgefordert, dies selbst zu tun.“

Von Katja Grundmann