Donnerstag , 24. Oktober 2019
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Arena-Baustelle
Noch ruhen die Arbeiten auf der Arena-Baustelle an der Lüner Rennbahn. Doch nach dem Beschluss zum Weiterbau des Millionen-Projektes Ende August soll es im Oktober weitergehen. (Foto: t&w)

Grüne I-Tüpfelchen auf Arena-Bau?

Lüneburg. Wenn am Montag, 30. September, der Lüneburger Kreistag zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt, wird zum ersten Mal seit zwei Jahren das Thema „Arena Lüneburger Land“ nicht auf der Tagesordnung stehen. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass die Arena-Bauer inzwischen in ruhigem Fahrwasser segeln. Doch noch steht der von der Firma Reese Baumanagement zuletzt skizzierte Zeitplan für den Millionen-Bau. Demnach soll die Arena im Dezember 2020 an der Kreis als Bauherren übergeben werden.

Bei der Sitzung des Hochbauausschusses des Lüneburger Kreistags am Mittwochnachmittag diskutierten die Mitglieder eifrig über einen Dringlichkeitsantrag der Grünen. Diese wollen unter der Überschrift „ökologische Optimierung der Arena“ bauliche Nachbesserungen geprüft wissen, „die erheblichen klimaschonenden Einfluss“ haben. „Wir wollen weiterhin so günstig wie möglich bauen, gleichzeitig aber auch nachhaltig“, sagte der Kreistagsabgeordnete Rolf Rehfeld am Rande der Sitzung.

Dringlichkeit nicht zu erkennen?

Themen sind unter anderem die Installation von zusätzlichen Photovoltaikmodulen, die Nutzung von Regen- als Brauchwasser, relevante Einsparungen durch bessere Dämmung der Hallenwände und der Dachkons-truktion, eine Wärmerückgewinnung in der Lüftungsanlage und die Begrünung der Außenwände. Verpackt in einen Dringlichkeitsantrag wollten die Grünen um Tanja Bauschke diese Punkte zur Diskussion stellen und die Firma Reese über die Kreisverwaltung mit der Ermittlung der zusätzlichen Kosten beauftragen.

Allein: Für CDU und Unabhängige war die Dringlichkeit nicht zu erkennen. „Wir haben einen klaren Kreistagsbeschluss vom 30. August, auf welcher Grundlage weiterzubauen ist“, sagte Annette Kork (CDU). Und Stefan Mues (Unabhängige) ergänzte: „Die Hauptstützen für den Bau sind bereits gefertigt, für solch einen Antrag sind wir schon zu weit.“

„Jeder Tag Stillstand kostet mehr als 1000 Euro.“ – Ronald Wittkopf , Reese Baumanagement

Ronald Wittkopf von der Firma Reese Baumanagement sah die Dringlichkeit zwar gegeben, doch hätten Prüfungen und mögliche Änderungen der Planung „nicht zu beziffernde Auswirkungen auf Zeit und Geld“. Weiter sagte der Experte: „Jeder Tag Stillstand kostet mehr als 1000 Euro.“ Die Frage zusätzlicher Photovoltaikmodule sei ausreichend diskutiert, die Aufdopplung der Gebäudefassade aus Kostengründen bereits gestrichen worden.

Keine weiteren Verzögerungen

Im weiteren Verlauf der Sitzung skizzierte Wittkopf in einem Parforce-Ritt die weiteren Schritte. Demnach sollen die Arbeiten auf der Arena-Baustelle in der zweiten Oktoberhälfte wieder aufgenommen werden. Werks- und Montageplanung für Roh- und Stahlbau seien freigegeben, die Stahlkonstruktion sei lieferfertig und am Produktionsstandort eingelagert. Die verbleibenden Gewerke würden bis Ende des Jahres ausgeschrieben und vergeben. „Bislang gibt es keine Erkenntnisse, dass es zu weiteren Verzögerungen kommen könnte“, sagte Wittkopf. Ende des ersten Quartals 2021 könnte das Gebäude dem Betreiber übergeben werden.

Doch zuvor werden sich die Kreistagsabgeordneten noch mal mit der „Arena-Optimierung“ befassen müssen. Denn der Antrag der Grünen wurde am Ende doch einstimmig angenommen – und, wie zuvor von Landrat Manfred Nahrstedt vorgeschlagen, postwendend zur weiteren Beratung in die Fraktionen verwiesen.

Die Sitzung des Lüneburger Kreistags beginnt am Montag, 30. September, um 16 Uhr im Scharnebecker Schützenhaus, Bardowicker Straße 81.

Von Malte Lühr