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Schulgarten
Seit diesem Frühjahr haben die Grundschule Hasenburger Berg und die Förderschule Schaperdrift zusammen einen eigenen Schulacker mit Kartoffeln bepflanzt und geerntet. (Foto: t&w)

Viele Hände, schnelles Ende

Lüneburg. An der Grundschule Hasenburger Berg haben Schüler ihre erste eigene Ernte eingefahren. Gemeinsam mit ihren Lehrern, Katrin Barth und Sebastian Petrich, hatten sie einen Schulgarten angelegt, dort Kartoffeln angepflanzt und diese nun aus der Erde geholt.

Förderschullehrer Sebastian Petrich war Initiator des Kartoffelprojektes und hat mit seiner Klasse den kleinen Schulgarten angelegt. Gepflanzt und geerntet haben alle zusammen. Seit 29 Jahren besteht bereits eine Kooperation mit der Förderschule an der Schaperdrift, durch die Kinder mit einem Handicap mit Kindern aus der Hasenburger-Berg-Schule gemeinsam an zahlreichen Projekten teilnehmen und in einigen Fächern wie Musik oder Sport zusammen Unterricht haben.

Eine besondere Rolle spielen Regenwürmer

Drittklässler Marchello erzählt: „Als erstes haben wir mit einem Spaten das Gras ausgegraben.“ Danach wurde Unkraut gejätet, Wege mit Kies gestreut und lange Rillen freigelegt, in die die Kartoffeln gelegt wurden. Sie verwendeten eine ganz bestimmte Kartoffelsorte, die sogenannte „Mutterknolle“. Eine besondere Rolle spielen dann Regenwürmer, wie Bjarne weiß: „Sie lockern die Erde auf. Wenn Blätter runterfallen, fressen sie diese, sodass wieder neue Erde entsteht.“ Amelie ergänzt: „Die Kartoffeln dürfen nicht ans Licht. Sie brauchen es dunkel und feucht.“

An jeder Pflanze acht bis zehn neue Kartoffeln

Das haben die Schüler auch in einem Experiment nachempfunden: Dabei wurden zwei Kartoffeln für eine längere Zeit auf die Fensterbank gelegt. Die eine war geschält, die andere nicht. Levian: „Die geschälte Kartoffel war danach total verschrumpelt.“ Mieke weiß auch, warum: „Die Schale ist nämlich sowas wie eine Schutzhülle. Ansonsten verliert die Kartoffel Wasser.“ Lotta ist beim Ernten eine Besonderheit aufgefallen. „An jeder Pflanze waren acht bis zehn neue Kartoffeln dran.“ Diese hatten sogar unterschiedliche Farben, eine war lila, eine andere gelb. Sie hat recherchiert: „Die Bauern haben früher jede neue Kartoffelart nach ihrer schönsten Tochter benannt, deshalb haben die alle Mädchennamen wie Laura oder Lisa.“ Jesse erzählt von dem großen Tag der Ernte: „Wir haben alle zusammen mit den Händen in der Erde gewühlt und Herr Petrich hat mit einer Harke die Kartoffeln aufgespießt.“ Anschließend wurde Pferdemist auf den Acker gelegt, um ihn für das nächste Jahr zu düngen.

Woher unsere Nahrungsmittel kommen

Petrich erklärt, warum es zum Projekt kam: „Es war uns wichtig, den Kindern einen Einblick zu geben, woher unsere Nahrungsmittel eigentlich kommen und wie der Kreislauf der Natur funktioniert. Außerdem wollten wir ihnen Freude am Gärtnern vermitteln und zeigen, wie die Menschen das früher gemacht haben. Sie haben mit viel Spaß und Bewegung gelernt.“ Später wurden die Kartoffeln natürlich auch gekocht, wie Lotta erzählt: „Wir haben zusammen Kartoffelspalten und Chips gemacht. Außerdem gab es noch Pellkartoffeln mit Kräuterquark.“ Die übrig gebliebenen Kartoffeln sollen nun im Lehrerzimmer verkauft werden, um mit dem eingenommenen Geld neues Saatgut für das nächste Jahr zu kaufen. Aaron blickt zurück: „Ich fand am schönsten, wie viel wir am Ende geerntet haben.“

Von Lorena Zapke