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Dieter Villwock ist mit seinem Karmann-Ghia zum Mühlenfest nach Artlenburg gekommen. Foto: phs

Mit Cabrio und Trecker zum Mühlenfest

Artlenburg. Sie ist das Wahrzeichen Artlenburgs – die achteckige Holländermühle. Und ein lohnendes Ausflugsziel allemal. Immer dann, wenn der Windmühlenverein einlädt – so wie am Sonntag zum 23. Mühlen- und landwirtschaftlichen Oldtimerfest. Dann holt auch Dieter Villwock aus Aumühle im Kreis Herzogtum Lauenburg sein VW-Karmann-Ghia aus der Garage und macht sich auf den Weg nach Artlenburg. Und so wie der 81-Jährige nutzen auch am Sonntag zahlreiche andere Oldtimer-Liebhaber – wohl zum letzten Mal in dieser Saison – die Gelegenheit, ihre automobilen Schätzchen bei einer Ausfahrt der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Vor 35 Jahren hatte Villwock das Cabriolet gekauft und seitdem mehr als 200.000 Kilometer zurückgelegt. Absolut zuverlässig sei der Wagen, lobt der 81-jährige gelernte Schlossermeister seinen Karmann-Ghia – ob bei den jährlichen Urlaubsfahrten in die Alpen oder zu den Karmann-Ghia Treffen in England. Denn auch die hat der Aumühler in der Vergangenheit besucht – „und dabei die Insel von oben bis unten durchfahren.“ Da ist der kurze Abstecher nach Artlenburg im offenen Cabriolet für den 81-Jährigen gerade mal was zum Aufwärmen – auch wenn der Tag am Sonntag sonnig, die Temperaturen aber trotzdem schon recht herbstlich waren.

Liebe und Leidenschaft zu alten Eisem

Einige Meter weiter auf dem Platz stehen Melanie und Matthias Brammer aus dem benachbarten Hohnstorf/E. Auch sie sind mit ihren Oldtimern angerollt. Allerdings sind ihre Gefährte deutlich rustikaler als das von Dieter Villrock: Die Brammers sind nämlich Trecker-Liebhaber und entsprechend standesgemäß mit ihren „Deutz“ vorgefahren. Matthias Brammer ist gelernter Schmied- und Landmaschinentechniker, arbeitet heute aber als Fachagrarwirt für Golfplatzpflege. Die Liebe und die Leidenschaft zu alten Eisem muss ansteckend sein, anders lässt sich nicht erklären, dass inzwischen auch seine Frau vom Trecker-Virus befallen ist: „Bevor er in die Kneipe geht, ist es mir lieber, dass er in seiner Werkstatt an den Treckern schraubt“, sagt sie lachend. Als gelernte Restaurant-Fachfrau weiß Melanie Brammer schließlich, wohin das führen kann, wenn Männer kein erfüllendes Hobby haben.

Apropos Hobby: Die nächste große Herausforderung wartet bereits in Brammers Werkstatt: Nein, kein weiterer Deutz-Schlepper, sondern ein alter Benz, der früher als Leichenwagen unterwegs war. Melanie Brammer stört‘s nicht: „Mein Mann muss halt immer ein Projekt zum Schrauben haben“, sagt sie verständnisvoll.

Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Artlenburg

Derweil unterhält auf der aufgebauten Bühne vor der Mühle der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Artlenburg die zahlreichen Gäste, später werden noch die Countryband Buffet und Bubi Twesten auftreten, außerdem Tanzgruppen des STV Artlenburg und vom Kindergarten.

Besuchern gefällt‘s – nur „Balou“ ist die Feststimmung offenbar nicht ganz geheuer: „Balou“ ist ein drei Jahre altes Schottisches Hochlandrind und grast gewöhnlich auf den Weiden bei Brackede. Zusammen mit seinen 70 Artgenossen. An diesem Sonntag aber haben ihn seine Besitzer Frank und Annette Dittmer aus Brackede mit dem Anhänger zum Windmühlenfest mitgenommen. Hier soll Highland Cattle „Balou“ quasi Werbung in eigener Sache machen. „Unsere Highland Cattles laufen auf naturbelassenen Weiden und werden im Winter nur mit Heu aus eigener Produktion gefüttert“, erklärt Frank Dittmer – „das wirke sich deutlich auf die Qualität und damit den Geschmack des Fleisches von seinen Tieren aus.

Von Klaus Reschke