Donnerstag , 24. Oktober 2019
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Sam Hooper (17, l.) und Julian Hübenthal (17) sind in die Top 20 von „Jugend präsentiert“ gekommen. Foto: Michael Behns

Suche nach der Energie der Zukunft

Lüneburg. Julian Hübenthal (17) und Sam Hooper (17) haben tatsächlich ihr ehrgeiziges Ziel erreicht. Sie wollten in die Top 20 beim Wettbewerb „Jugend präsentiert“ kommen, das haben sie geschafft. Das Finale fand jüngst in Berlin statt. „Es war viel größer als wir es uns vorgestellt haben. Die Jugendherberge wurde komplett von uns Teilnehmern eingenommen“, berichtet Julian Hübenthal.

Von 4500 Bewerbern konnten sich 120 Teilnehmer für das Finale in Berlin qualifizieren. Ähnlich wie bei „Jugend forscht“ geht es bei „Jugend präsentiert“ da­rum, eigene wissenschaftliche Forschungen vorzustellen oder eigene Schlüsse aus anderen Forschungen abzuleiten. Hierbei stehen aber vor allem die Darstellungsmethoden im Vordergrund. Dazu mussten sie eine digitale und eine analoge Präsentation anfertigen. Sam Hooper erklärt: „Unser Thema handelte davon, ob Kernfusion die optimale Energieversorgung für die Zukunft wäre. Da der Energiebedarf immer mehr steigt, brauchen wir ja alternative Lösungen zur Kohle und Kernspaltung, denn die erneuerbaren Energien können das allein nicht decken.“

Jury lobt viel, gibt aber auch Tipps zur Verbesserung

In ihrer Präsentation hatten sie verschiedene Forschungsansätze und -methoden einiger Wissenschaftler vorgestellt. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Technik auf jeden Fall Potenzial hat, aktuell aber nicht umsetzbar ist“, sagt Sam. „Es müsste deutlich mehr daran geforscht werden, damit man auf eine positive Bilanz kommt und es sich gut vermarkten lässt.“

Aufgeregt seien sie nur wenig gewesen, ihre Präsentation dauerte zehn Minuten und kam bei der Jury besonders gut an, vor allem der digitale Teil. „Einige Jurymitglieder haben uns sogar erzählt, dass wir damit gute Chancen haben, in die Top sechs zu kommen. In einigen Kategorien hatten wir sogar mehr Punkte als die Finalisten“, erzählt Julian. „Aber in unserer analogen Präsentation fanden sie dann den Aufbau und die Struktur schlechter, obwohl es ja dieselbe Präsentation war, nur mit anderen Methoden zur Veranschaulichung. Es war natürlich eine ungewohnte Umgebung, aber es war trotzdem gut, ein so genaues Feedback zu bekommen. Es war also nicht nur positiv, es hat auch Tipps gegeben, was man besser machen kann.“ Sam sagt anerkennend: „Man muss sagen, dass die Präsentationen, die ins Finale gekommen sind, es echt verdient hatten.“

Vor dem Wettbewerbsfinale hatten alle Teilnehmer eine kleine Schulung in einer von drei Akademien in Deutschland absolviert. Sam und Julian waren in Kiel. Gewonnen haben schließlich Jasmin Kotzsch und Cara Marrone vom Ratsgymnasium Wolfsburg mit ihrer Präsentation „Vertical Farming – die optimale Revolution der Landwirtschaft?“.

Beide wollen nach dem Abi studieren

Die eigentliche Vorbereitung für diesen Wettbewerb haben die beiden Gymnasiasten der Lüneburger Wilhelm-Raabe-Schule aber von ihrem Lehrer Dr. Olaf Lehmann in ihrer AG „Jugend forscht & Co.“ erhalten. Sam lobt: „Er hat uns immer unterstützt und uns nicht nur gut auf den Wettbewerb vorbereitet, sondern auch viel für unser künftiges Studium mitgegeben.“ Sowohl Julian als auch Sam ist bereits klar, dass es ein naturwissenschaftliches Studium werden soll, vielleicht Physik. In der AG an ihrer Schule wollen beide auch künftig mitmachen und hoffen dabei auf mehr Mitstreiter. „Es war wirklich toll, sich mit einem bestimmten Thema so intensiv auseinanderzusetzen und damit dann auf Wettbewerbe zu gehen. Nächstes Jahr wollen wir vielleicht bei ,Jugend forscht‘ mitmachen.“, verrät Julian. zap