Donnerstag , 14. November 2019
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Herbert Ulrich lehnt locker am Geländer der Stintbrücke: Er spielt einen lustigen, offenen Typen. (Foto: Behns)

Der surfende Gartenbauer

Lüneburg. Mal eben kurz nach Hause, das ist für Herbert Ulrich kein Katzensprung. Knapp sechs Stunden dauert die Fahrt mit dem Zug. Denn der 48-Jährige wohnt in München, arbeitet aber seit einigen Wochen in Lüneburg. Bei den Roten Rosen ist er einer der neuen Hauptakteure in der 17. Staffel, die voraussichtlich am 29. Oktober beginnt.

Die lange Zugfahrt nimmt der Neue bei den Rosen dennoch regelmäßig in Kauf, um das Wochenende mit seiner Partnerin zu verbringen. Erst recht jüngst im September, da stand schließlich das Oktoberfest in der bayerischen Landeshauptstadt auf dem Programm – und das lässt er sich auf keinen Fall entgehen. Besuche auf der Wies‘n in Lederhose und Dirndl gehören für das Paar unbedingt dazu, nicht erst seit seine Lebensgefährtin in einem Dirndl-Geschäft arbeitet. „Eine schöne Tradition“ sei das Fest für ihn.

Serienerfahrung bei GZSZ und bei Soko 5113 gesammelt

Zurück nach Lüneburg. Während der Drehzeit wohnt der Schauspieler, der in Starnberg am See geboren wurde und schon in Serien wie Gute Zeiten, schlechte Zeiten, Rosenheim-Cops, Hubert und Staller, Dahoam is Dahoam, Soko 5113 oder auch auf dem ZDF-Traumschiff zu sehen war, in einer Produktionswohnung in der Innenstadt. Von der Stadt hat er noch nicht viel gesehen, am Set aber fühle er sich sehr wohl, versichert Ulrich. „Alle sind sehr freundlich und hilfsbereit.“

Mit Gerry Hungbauer und Wolfram Grandezka hat er in Lüneburg auch zwei alte Bekannte getroffen, mit denen er schon für die ARD-Vorabendserie „Verbotene Liebe“ vor der Kamera stand. Doch während er mit den Kollegen gut klarkommt, muss er sich an die Norddeutschen erst noch gewöhnen. Er hat festgestellt: „Die Leute hier sind schon sehr unterkühlt. Die Bayern haben ja auch den Ruf, ein wenig muffig zu sein, aber hier scheint es noch ein bisschen ausgeprägter zu sein.“

Plötzlich ist der Neffe ein Konkurrent

Ganz anders ist da seine Figur Henning Maiwald, die er bei den Rosen spielt und die der Schauspieler so charakterisiert: „Er ist ein lustiger, offener Typ. Ein erfolgreicher Bauunternehmer und überzeugter Single. Er kommt anfangs manchmal ein bisschen frauenfeindlich rüber angesichts seiner Sprüche und seiner Affären.“ Doch seine Überzeugung gerät ins Wanken, denn in Lüneburg trifft er nach langer Zeit wieder auf Astrid (Claudia Schmutzler). Ulrich verrät: „Sie ist eine alte Freundin von ihm, beide haben aber nie verspürt, dass da auch noch mehr sein könnte.“ Was Henning allerdings anfangs seiner Lüneburg-Zeit nicht ahnt: Astrid hat sich in seinen Neffen Alex (Philipp Oliver Baumgarten) verliebt, beide waren in einen Unfall verwickelt, dabei hatte es gleich gefunkt. Und das weckt offenbar bei ihm selbst das Konkurrenzdenken, denn fortan versucht er selbst sein Glück bei Astrid.

Die Schauspielerei ist nicht das einzige, das für Herbert Ulrich zum Lebensunterhalt beiträgt: Der Vater zweier Kinder hat eine eigene Gartenbaufirma, ist nach eigenen Angaben ein Baumspezialist, der immer mal wieder zu Rate gezogen wird, wenn es um die Baumpflege geht oder auch mal ein mächtiger Baum fallen muss. Aktuell aber lässt ihm der Job bei den Rosen wenig Gelegenheit, aktiv in seiner Firma mit anzupacken. Zumal er nach Drehschluss auch noch genügend andere Beschäftigungen pflegt: „Ich bin sehr sportlich unterwegs, von Windsurfen über Stand Up Paddling bis hin zum Mointainbiking.“

Und wenn er sich doch mal eine Ruhepause gönnt, dann entweder in einem guten Restaurant („Fisch esse ich für mein Leben gern“) oder auf Fuerteventura: „Da bin ich so oft wie möglich, das ist schon quasi mein zweites Zuhause.“ Lüneburg hat es also schwer, könnte allenfalls das dritte Zuhause werden.

Von Alexander Hempelmann