Aktuell
Home | Lokales | Arena landet im neuen „Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes“
Foto: t&w - Baustelle Arena Lüneburger Land - umgestürzte Mauern .

Arena landet im neuen „Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes“

Steuerzahlerbund kritisiert, dass der Hallenbau „aus dem Ruder gelaufen“ und die Verantwortlichen „völlig überfordert“ gewesen seien.

Hannover/Lüneburg. Zeitgleich hat der Steuerzahlerbund am heutigen Dienstag um 11 Uhr in Berlin und Hannover sein neues Schwarzbuch „Die öffentliche Verschwendung“ präsentiert – es ist die umfangreichste bundesweite Dokumentation von öffentlichen Projekten, in die insgesamt Milliarden Euro an Steuergelder flossen und die der Verband als sinnlos, überdimensioniert oder fehlgeleitet einstuft. In diesem Jahr hat der Steuerzahlerbund auch ein Beispiel aus Lüneburg ausgewählt: Den Bau der Sport- und Veranstaltungshalle „Arena Lüneburger Land“.

Das Lüneburger Kapitel ist mit „Aus dem Ruder gelaufen – völlig überfordert, Bauprojekt gerät außer Kontrolle“ überschrieben. „Die Liste der aufgedeckten Versäumnisse ist lang“, heißt es in der Dokumentation. „Mangelnde Fachkompetenz der Projektleitung, verbunden mit zu wenig Personal und selbstauferlegtem Zeitdruck, schlechte Kommunikation und Intransparenz hatten zu dem Arena-Chaos geführt.“ So habe schon von Anfang an eine Präzisierung des gewünschten Leistungsumfangs sowie der technischen Anforderungen an die Arena gefehlt, weshalb die Planungsunterlagen lückenhaft waren. Zudem moniert der Steuerzahlerbund fehlerhafte Ausschreibungen sowie einen Verzicht auf Vergleichsangebote bei einigen Leistungen.

Landkreis habe sich „schwer verhoben“

„Wer behauptet, der Landkreis habe einfach mal drauflos gebaut, dürfte nicht falsch liegen“, heißt es mit beißendem Spott. So verweist das Schwarzbuch als „kurioses Beispiel“ darauf, dass es bis heute kein belastbares Verkehrskonzept für die Arena gibt. „Völlig unklar ist , wie die bis zu 3500 Arena-Besucher zu den Veranstaltungen an- und abreisen sollen.“

Das Fazit des Bundes der Steuerzahler lautet: „Hier wurden eine Reihe häufiger Fehler beim öffentlichen Bauen begangen. An dem Großprojekt hat sich der Landkreis Lüneburg schwer verhoben: Planungschaos und Kostenexplosion waren die Folge.“ Jetzt müsse der Landkreis „schnellstmöglich die nötigen strukturellen und personellen Konsequenzen aus dem Versagen auf der Arena-Baustelle ziehen“.

Der Steuerzahlerbund hatte schon im Frühjahr eine umfassende Aufarbeitung der Hintergründe gefordert und eine Prüfung durch das Innenministerium angeregt. Beides wurde auf den Weg gebracht (LZ berichtete). Die abschließenden Ergebnisse stehen noch aus.

Von Marc Rath