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LZ-Blätterwald
Heiner Rupsch zeigt sich mit der Entwicklung der LZ-Blätterwälder zufrieden, hier im Forst bei Kirchgellersen. (Foto: dth)

Den Dürresommern getrotzt

Lüneburg. Sie haben den Dürresommern getrotzt: Die von Tausenden Lesern und Unterstützern gepflanzten „LZ-Blätterwälder“ von Amelinghausen über Lüneburg bis Bleckede gedeihen insgesamt gut. Das hat eine kürzliche Begehung der LZ mit dem Umweltverein Trinkwasserwald ergeben. Dabei wurden alle 13 Standorte seit 2007 in Augenschein genommen. An einigen Stellen gibt es Ausfälle, dort wird nachgepflanzt, schließlich hat der Verein eine Anwuchsgarantie übernommen. Allein eine Kultur muss zum Großteil erneuert werden. Auch das soll bis zum nächsten Frühjahr geschehen. Indes findet am Sonntag, 3. November, das 14. Pflanzfest in Mechtersen statt.

Gemeinsam mit dem Umweltverein Trinkwasserwald rief die LZ 2007 erstmals zum Bäumepflanzen auf. Ziel ist es seither, mit der Umwandlung von Nadel- in Laubmischwald die Regeneration von Grundwasser zu fördern, einen Beitrag für die Artenvielfalt zu leisten und das Bewusstsein für die Bedeutung des Waldes zu schärfen. Seither haben Familien, Vereine und Firmen für mehr als 88 000 Laubbäume gespendet und gepflanzt. Die LZ schaute sich die Standorte mit Heiner Rupsch und Alexander Pillath von Trinkwasserwald an. Die Kulturen haben die jüngste Trockenheit gut überstanden, dank eines Schatten spendenden Restbestandes von Nadelbäumen.

Blätterwald
Bisher sind an 13 Standorten im Landkreis Lüneburg LZ-Blätterwälder entstanden. Der 14. ist jetzt in Mechtersen geplant. (Grafik: LZ/Özdemir)

1. Reppenstedt, 2007:

Zur Premiere pflanzen im April rund 160 LZ-Leser zirka 2600 Bäume. 2019: Rupsch blickt an einer bis zu zehn Meter hohen Esskastanie empor. „Was für ein wunderbares Bild. Das ist das, was wir uns gewünscht haben: Dass die Bäume in den Himmel wachsen.“ In der zweiten Bestandsschicht haben sich bereits weitere, neue Laubbäume durch natürliche Aussaat entwickelt.

2. Deutsch Evern, 2007:

Zirka 200 LZ-Leser sowie 200 Schüler pflanzen im November 7900 Bäume in der Nähe des Standortübungsplatzes. Heute sind viele der Buchen mannshoch. Hingegen haben etwa die Esskastanien eine Höhe von vier bis fünf Metern erreicht. Rupsch: „Ein schönes Ergebnis.“ Allerdings hatte es einen Ausfall gegeben, sodass laut Rupsch 2011 bis zu 40 Prozent des Bestandes im Zentrum der Fläche nachgepflanzt werden mussten. Aktuell sollen bald 200 bis 300 Rotbuchen nachgepflanzt werden, um weitere Lücken zu schließen.

3./4. Barendorf und Boltersen, 2008:

Im November läuft eine Doppelaktion an zwei Tagen: In Barendorf beim Fernsehturm Neu Sülbeck sowie in der Nähe des Buckelgräberfeldes in Boltersen. Insgesamt mehr als 200 Helfer pflanzen rund 4300 Laubbäume. Heute: Rupsch schreitet bei Barendorf durch die dichten, laubbehangenen Zweige: „Der Blätterwald hat sich beeindruckend entwickelt.“ Nur in Boltersen ist die Pflanzung weniger kraftvoll, eine Auslichtung des Kiefernbestandes könnte helfen.

5. Melbeck, 2009:

Mehr als 350 LZ-Leser beteiligen sich an der Pflanzung von 16 920 Laubbäumen. Heute: „Die Bäume haben die doppelte Größe eines erwachsenen Mannes erreicht“, sagt Rupsch. Alles ist gut angewachsen. Und durch das große Angebot an Laubbäumen haben sich etwa zusätzliche Eichen gut entwickelt.

6. Kirchgellersen, 2010:

Rund 400 LZ-Leser beteiligen sich an der Pflanzung von 19 382 Laubbäumen, verteilt auf zwei Flächen (Embser Weg und im Kirchforst). Der Rest wird von Waldarbeitern erledigt. Heute: Die Buchen sind überwiegend mehr als zwei Meter hoch, sodass Rupsch bei der Begehung im Blätterwerk fast verschwindet. Die Bergahorne haben sogar Höhen von bis zu acht Metern erreicht. Vom Aktionstag hängen abseits noch die beim Pflanzfest gehissten Wunschbänder. Rupsch: „Die guten Wünsche für das Wohlergehen der Kultur haben sich erfüllt.“

7. Bleckede, 2011/12:

Im November 2011 haben rund 380 Baumpaten Tausende Setzlinge in die Erde gebracht, insgesamt wurde für 15 796 Bäume gespendet. 2012 wurden die Flächen nachgebessert. Der Bestand hat sich vital entwickelt, trotzdem gibt es eine Fehlstelle. Grund ist ein Brand im Herbst 2018. Die Lücke soll durch Nachpflanzung geschlossen werden.

8. Heiligenthal, 2013:

Rund 380 Baumpaten pflanzen bei Heiligenthal mehr als 4300 Bäumchen auf der Sturmwurffläche eines ehemaligen Kiefernbestandes. Heute ist die Fläche mit Farn überwuchert. Einzelne Buchen haben eine gute Höhe von zirka zwei Metern erreicht. Doch Rupsch schätzt: „70 bis 80 Prozent der Kultur haben es nicht geschafft. Das ist nicht gut gelungen! Das werden wir zeitnah nachpflanzen.“

9. Amelinghausen, 2014:

Auf drei Teilflächen mit einer Gesamtgröße von einem Hektar im Wasserschutzgebiet bringen 300 Teilnehmer fast 4400 Setzlinge in die Erde. Rupsch: „Auf der südlichen Fläche hatten die Bäume anfangs wegen direkter Sonneneinstrahlung Schwierigkeiten. Aber jetzt sind die meisten Bäume auch aus dem Druck des Rehwilds herausgewachsen.“ Im vergangenen Herbst wurde zudem von der Försterei der konkurrierende Bewuchs beseitigt.

10. Dachtmissen, 2015:

Zirka 320 Baumpaten pflanzen im März zum internationalen Weltwassertag knapp 4000 Setzlinge. Der Verein Naturschutzpark (VNP) kümmert sich um den Wildschutzzaun. Heute sind die jungen Bäume hüfthoch. Rupsch: „Sind sind vital, aber spätestens im Winterhalbjahr müssen hier Pflegemaßnahmen durchgeführt werden.“

11. Ebensberg, 2016:

Rund 200 Helfer bringen im April 2470 junge Laubbäume in die Erde, in der sogenannten „Brandheide“ nahe dem Lüneburger Stadtteil Ebensberg. Rupsch: „Die Rotbuchen und -eichen sind aus der kritischen Zone herausgewachsen, haben eine Höhe von zwei bis drei Metern erreicht.“ Auch die Winterlinden, die symbolisch für die langjährigen Hauptunterstützer DBL W. Marwitz Textilpflege und Bockelmann-Holz gepflanzt wurden, gedeihen gut.

12. Bilmer Strauch, 2017:

Rund 120 Teilnehmer bringen mehr als 1500 Laubbaumsetzlinge in die Erde. Insgesamt wurden 2713 Baumpatenschaften übernommen. Die restlichen Bäume werden durch die Niedersächsischen Landesforsten gepflanzt. Der Anwuchs ist sehr gut.

13. Boltersen, 2018:

Im April werden in der Nähe des Bahnhofs laut Rupsch Baum­arten gepflanzt, die wegen der höheren Toleranz gegenüber Wassermangel und Wärme eine bessere Antwort auf den Klimawandel geben. Insgesamt sind es rund 3300 Setzlinge. So haben sich beispielsweise nicht nur die Esskastanien erstaunlich gut entwickelt. Auch die Roteichen und Buchen sind dank der Beschattung durch den Altbestand durch die Dürre gekommen. „Das macht Mut für die Zukunft.“

14. Mechtersen, 2019:

Am Sonntag, 3. November, um 12 Uhr steigt das nächste Pflanzfest am Dachtmisser Berg südlich von Mechtersen. Mitzubringen sind Spaten und gute Laune, für den Rest wird gesorgt.

Mitmachen

Baumpate werden

Für eine Spende von fünf Euro pro Baumsetzling kann man Baumpate werden. Für jede Spende wird durch die Gemeinschaft ein Laubbaum gepflanzt – inklusive Wildschutz und Anwuchsgarantie. Dabei hat jeder die Möglichkeit, seine Bäume beim Pflanzfest selbst in die Erde zu bringen. Wer sich für den LZ-Blätterwald engagieren möchte, schreibt eine E-Mail (Betreff: Blätterwald) an die Gemeinschaftsadresse von LZ und Trinkwasserwald (wald@landeszeitung.de) oder eine Karte an die LZ-Redaktion, Am Sande 18, 21335 Lüneburg.

Bitte angeben: Name, Anschrift, Telefon, Zahl der gewünschten Baumpatenschaften (5 Euro pro Patenschaft), ob und mit wie vielen Personen Sie teilnehmen. Spenden in bar beim Pflanzfest oder vorab per Überweisung an den Verein Trinkwasserwald, Kennwort „LZ-Blätterwald“, bei der Sparkasse Lüneburg, IBAN: DE 52 2405 0110 0000 634030.

Von Dennis Thomas