Aktuell
Home | Lokales | Bleckede | Bahn und Brücke sollen verbinden
Im Mai 2017 startete für eine Woche der erste „S-Bahn“-Probebetrieb zwischen Bleckede und Lüneburg. Die Nutzerzahlen waren vielversprechend, ebenso wie beim zweiten Durchgang im Dezember 2017. (Foto: A/t&w)

Bahn und Brücke sollen verbinden

Bleckede. Die Einwohner der Stadt Bleckede wählen am Sonntag, 10. November, einen neuen Bürgermeister. Mit Martin Gödecke (Einzelkandidat), Dennis Neumann (Einzelkandidat) und Felix Petersen (CDU) gehen drei Kandidaten ins Rennen. Egal, wer am Ende auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nimmt: Auf den neuen Verwaltungschef wartet viel Arbeit.

Entscheidend für die weitere Entwicklung der Stadt Bleckede ist auch die Verkehrsinfrastruktur. Mit der Initiative zur Reaktivierung der Bahnstrecke Lüneburg-Bleckede und der erneut anlaufenden Planung zum Bau der Elbbrücke Darchau-Neu Darchau sind zwei Projekte angeschoben, aber noch lange nicht realisiert. Bleckedes neuer Bürgermeister wird hier viel Überzeugungsarbeiten leisten müssen, möglicherweise auch zusätzliche Impulse setzen. Die LZ wollten von allen drei Kandidaten wissen, wie sie das Thema Verkehr angehen. ml

Felix Petersen (CDU)

Felix Petersen

Mehr als 2500 Menschen pendeln von Bleckede aus zu ihrem Arbeitsplatz in eine andere Gemeinde. Um die Einwohnerzahl Bleckedes stabil zu halten und somit das Einkaufsangebot und die vorhandene Infrastruktur abzusichern, brauchen wir gute und verlässliche Mobilitätsangebote, damit die Berufspendler hier wohnen bleiben. Die Reaktivierung der Bahnstrecke Bleckede-Lüneburg und damit auch der Anschluss nach Hamburg ist dafür ein Baustein. Ich möchte deshalb aktiv an der Machbarkeitsstudie des Landkreises mitarbeiten, um herauszufinden, unter welchen Umständen der Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Weiterhin werde ich mich ohne Wenn und Aber für den Bau der Elbbrücke einsetzen. Unsere Region braucht unbedingt eine vom Pegelstand unabhängige Elbquerung. Die Entscheidung für den Bau wird eine politische Entscheidung des Kreistages. Ich werde mich massiv dafür einsetzen, dass endlich der in der Bürgerbefragung erklärte Wille zum Bau der Brücke umgesetzt wird und nicht wieder Prestigeobjekte wie die Arena in Lüneburg den Vorzug bekommen. Außerdem muss die Busverbindung zwischen den Orten verbessert werden. Eine Fahrzeit von einer Stunde zwischen Göddingen und Alt Garge ist viel zu lange. Für unsere Schüler brauchen wir weitere Radwege, insbesondere zwischen Barskamp und Alt Garge. Die ärztliche Versorgung ist ebenfalls ein Thema, um das ich mich kümmern will.

Dennis Neumann (Einzelkandidat)

Dennis Neumann

Bleckede und die Ortsteile benötigen Anbindung nach Lüneburg, um attraktiv und wettbewerbsfähig gegenüber anderen Gemeinden zu bleiben. Die Möglichkeit, eine Bahnverbindung von Bleckede nach Lüneburg einzurichten, ist eine echte Chance, die Mobilität wesentlich zu verbessern. Die Elbbrücke ist ein Herzensprojekt, für das derzeit ein Planfeststellungsverfahren läuft. Gut so! Leider ist die Finanzierung der Brücke noch nicht gesichert und der Landkreis als alleiniger Träger finanziell überfordert. Bei der Begleitung dieses Projektes ist Ehrlichkeit und Wertschätzung gegenüber den Betroffenen gefragt. Daher müssen zunächst alle Fakten gesammelt werden, damit das Projekt eine Chance hat. Infrastrukturell ist Bleckede gut aufgestellt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch die Ortsteile die notwendige Stärkung erfahren, etwa durch Erhalt und Einrichtung von Dorfläden oder Dorfentwicklungsprogrammen. Bleckede, als Versorgungszentrum des Ostkreises, muss im Bereich Einzelhandel, Hausärzte und Gewerbetreibende gestärkt werden. Durch gezielte und maßvolle Ausweisung von Bauflächen sollen junge Familien nach Bleckede und in die Ortsteile ziehen. Dafür müssen überall ausreichend Betreuungsplätze vorhanden sein, die qualitativ gut ausgestattet sind. Gleichzeitig müssen die Älteren unterstützt werden – zum Beispiel durch Fahr- und Pflegedienste –, um ihren Lebensabend in Bleckede verbringen zu können.

Martin Gödecke (Einzelkandidat)

Martin Gödecke

Der Reaktivierung der Bahnstrecke Bleckede-Lüneburg habe ich im Kreistag bereits zugestimmt. Der Brückenbau aber gefährdet die Wirtschaftlichkeit und somit den Betrieb der Fähre in Bleckede (nachzulesen im Brückengutachten).

Eine Gefahr birgt die Verlegung der Landesstraße 219 (Breite Straße) aus der Innenstadt. Da durch den Wegfall des Durchgangsverkehrs potenzielle Kaufkraft verloren geht, muss das Vorhaben genau abgewogen werden (siehe Dahlenburg).

Um Verkehrsströme geht es auch im Arbeitskreis „Radwegekonzept“ des Landkreises. Dort setze ich mich für den schnellen Weiterbau des Radweges von Neetze nach Lüneburg vehement ein, um die Elbe- und Heideregion zu verbinden.

Auch die Erschließung der Baugebiete muss beschleunigt werden. Dort sollten Ein- bis Zweifamilienhäuser entstehen in nachhaltiger und ökologischer Bauweise.

Vorteilhaft für diese Region wäre das Konzept von Prof. Dr. Kampker (Erbauer der batteriebetriebenen Post-Kfz). Das Konzept sieht eine nachhaltige, ökologische und autarke Modellregion vor. In einem persönlichen Gespräch in Aachen habe ich unsere Region dafür vorgeschlagen.

Im Zusammenhang damit könnte hier auch eine von der EU und dem Land geförderte Wasserstoffmodellregion zur Betankung von Bus, Bahn, Fähre und Pkw umgesetzt werden. Eine Wasserstoffmodellregion (NRW) wäre hier im Biosphärenreservat besonders angebracht. Und eine Attraktion für Bürger und Touristen.