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Vorbildlich: Hier erstrahlen die Giebel an den Brodbänken, doch viele andere Hausbesitzer und Geschäftsleute haben in den vergangenen Jahren in der Adventszeit auf die festliche Beleuchtung verzichtet. (Foto: A/t&w)

Und es werde Licht…

Lüneburg. Der erste Weihnachtsmarkt hat schon geöffnet, in Kürze wirft dann ganz Lüneburg wieder sein Lichterkleid über, um als Weihnachtsstadt zu strahlen. Obwohl, ganz Lüneburg? Das Kleid wird seit ein paar Jahren immer löchriger. Dunkle Flecken stören die Eleganz. Die Gründe, die dafür genannt werden, sind lange bekannt: Immer mehr Hausbesitzer leben nicht in der Stadt und haben wenig Interesse an der Aktion, Filialisten, die als Mieter in die Gebäude gezogen sind, wollen sich keine zusätzlichen Kosten aufbürden.

Schon unter dem ehemaligen Geschäftsführer der Lüneburger Marketinggesellschaft, Claudio Patrik Schrock-Opitz, hatte sich ein Arbeitskreis gebildet, in dem auch Vertreter der Stadt sowie des Handels aktiv waren, um neue Ideen zu entwickeln. Alles eine geheime Kommandosache, Nachfragen wurden nebulös beantwortet. Nun ist zu hören, man möchte gern, wie etwa in Hamburg, Drähte zwischen die Häuser spannen, um beispielsweise leuchtende Sterne zu installieren. Quasi wie Girlanden. Aller Elan sei erloschen, als Schrock-Opitz Lüneburg verlassen habe: „Alles liegt seitdem auf Eis“, sagt einer, der es wissen muss. Nach längerer Krankheit wurde der Vertrag mit dem Geschäftsführer bekanntlich im Herbst 2018 aufgelöst.

Für Girlanden müssten viele eingebunden werden

Der neue Mann an der Spitze der Marketing GmbH, Lars Werkmeister, will erstmal eine Art Bilanz ziehen: „Ich gucke mir an, was passiert, eine Bestandsaufnahme.“ Er habe die Hoffnung, dass sich eben doch mehr engagieren und die Giebel im Licht erstrahlen lassen. Für die Zukunft seien Konstruktionen zwischen den Häusern denkbar: „Aber da muss man einige Punkte klären: Die Eigentümer müssen mitmachen, der Denkmalschutz muss eingebunden werden, die Statik spielt eine Rolle. Liegt da Schnee drauf, wird es schwerer. Was ist bei Sturm?“

Eine Idee wären leuchtende Skulpturen, eine andere, Fassaden mittels Beamern ein immer anderes Motiv zu geben. So eine Lösung könnte man auch außerhalb der Weihnachtszeit nutzen, um Besonderheiten der Häuser zu betonen und die Stadt zu beleuchten. Grundsätzlich sollte man sich aber die Frage stellen, was und wie viel man macht: „Die Fassaden sind schön. Müssen wir sie überdecken?“ Eines der Themen, die Werkmeister mit anderen Akteuren besprechen will.

Heiko Meyer, Vorsitzender der Handelsgemeinschaft LCM, spricht von einem „alten Problem“, eben jenem, dass nur wenige Filialisten ihre Fenster mit Lichtern und Tannengrün schmücken: „Eine löbliche Ausnahme ist Fielmann an der Bäckerstraße.“ Er hofft, dass in diesem Jahr auf jeden Fall die Anlieger rund um den Markt wieder mitmachen und so einen festlichen Rahmen um den Weihnachtsmarkt setzen. Wie Werkmeister möchte er eine Perspektive für die Zukunft entwickeln.

Jeder kann einen Beitrag leisten

Besondere Akzente setzen in der Vorweihnachtszeit die Illumination des Rathauses sowie der Innenstadtkirchen und der Brausebrücke im Wasserviertel. Das freut nicht nur Einheimische, sondern auch die vielen Lüneburg-Besucher, die mit ihren Kameras unzählige Fotos schießen und sie via Handy sozusagen als Ansichtskarte verschicken. Aber auch dieses Licht muss finanziert werden.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge und die Marketing GmbH rufen daher „Einheimische, Lüneburg-Fans, Geschäftsleute und Immobilieninhaber dazu auf“, sich an der festlichen Beleuchtung zu beteiligen. „Das ist nicht nur schön anzusehen – Ihr Beitrag hilft auch, den Wirtschaftsstandort Lüneburg zu stärken“, sind sich Mädge und Citymanager Mathias Schneider einig.

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Von Carlo Eggeling