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Albatros
Brigitte Kaminski (Mitte) moderierte den „Albatros Talk“ zum Jubiläum. Sebastian Schröder, Beate Beckedorf, Max Goehl und Sabine Dehning (v.l.) erzählten von ihrem Verein. (Foto: be)

Starker Partner für Familien

Lüneburg. Als Vorbild für die Arbeit des Vereins Albatros dient der gleichnamige Vogel: Unter seinen Flügeln, die bis zu dreieinhalb Meter Spannweite erreichen können, findet sich viel Schutz. So formuliert es auch Geschäftsführerin Sabine Dehning anlässlich des Jubiläums des Vereins: „40 erfolgreiche Jahre unter den Fittichen des Albatros.“ Durch vielseitige Beratungsangebote hilft der Verein Kindern, Jugendlichen und Familien in der Stadt und im Landkreis in schwierigen Situationen.

Bei der 40-Jahr-Feier im Gesellschaftshaus der Psychiatrischen Klinik waren fast 80 Freunde des Vereins anwesend. Bei einer Talkrunde standen Sabine Dehning und drei ihrer Kollegen der Moderatorin Brigitte Kaminski Rede und Antwort. Sie erzählten von den Besonderheiten des Vereins und den Unterschieden zwischen heute und früher. Denn als der Verein 1979 gegründet wurde, lag der Schwerpunkt auf der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen. „Der Ursprungsgedanke war, junge Menschen nach einer stationären Heimerziehung weiter zu betreuen“, erzählt Dehning. Sie selbst ist seit 33 Jahren dort tätig und kann sich gut an die Entwicklung erinnern. „Erst später haben wir unser Angebot für Erwachsene und ganze Familien geöffnet.“

Mittlerweile bietet der Verein Stadtteilarbeit und Schulsozialarbeit an drei Grundschulen in der Stadt und zwei weiteren Schulen in der Samtgemeinde Gellersen an. Als anerkannte Schuldnerberatungsstelle kann auch Menschen in finanziellen Notsituationen geholfen werden. Flüchtlingssozialarbeit und Sozialberatung stellen weitere Pfeiler des Albatros dar. Das größte Arbeitsfeld ist derzeit jedoch die sogenannte ambulante Hilfe zur Erziehung.

Kooperation mit dem Jugendamt

„Dabei handelt es sich um Unterstützung für eine Familie, bei der entweder ein Kind im Fokus steht, die Eltern oder aber auch die ganze Familie“, erklärt Dehning. Der Erstkontakt zu einer Familie entsteht in diesen Fällen immer über das Jugendamt, betont die Sozialarbeiterin. In einem gemeinsamen Gespräch wird dann ein Hilfeplan aufgestellt, der individuell auf die Bedürfnisse der Familie abgestimmt ist.

„Manche Kinder haben Probleme in der Schule oder sind sozial auffällig.“ Da gilt es herauszufinden, woher diese Probleme kommen und gemeinsam Lösungen dafür zu finden. „Andere haben dagegen Schwierigkeiten in der Freizeitgestaltung, dann helfen wir ihnen, ihre Stärken zu fördern“, verdeutlicht Dehning die Arbeit des Vereins.

Häufig seien aber auch die Eltern im Fokus der Betreuung: „Da geht es dann um Hilfe bei Behördengängen oder Unterstützung bei der ärztlichen Versorgung der Kinder.“ Dehning betont, dass auch die finanzielle Situation und somit die Existenzsicherung häufig zu Problemen in einer Familie führen.

„Das Wichtigste bei unseren Hilfen ist die Kommunikation“, meint sie. Schließlich können Erfolge nur dann erzielt werden, wenn alle zusammenarbeiten. Für viele Familien sei es eine große Herausforderung, die Unterstützung überhaupt anzunehmen, Termine einzuhalten oder sich an Abstimmungen zu halten. „Dann müssen wir nach anderen Möglichkeiten suchen und eventuell auch an andere Institutionen vermitteln.“

Neue Familienkonstellationen

Vieles hat sich in den vergangenen 40 Jahren verändert. Es gibt deutlich mehr getrennte Eltern und ganz neue Familienkonstellationen, findet Dehning: „Wer sieht die Kinder wann – das ist immer wieder ein großes Thema.“ Aber auch die Eingebundenheit der Kinder in Kindergärten, Tagesstätten oder Ganztagsschulen sowie die Berufstätigkeit beider Eltern bergen neues Konfliktpotenzial. „Die neuen Medien kommen noch dazu“, sagt die Geschäftsführerin: „Früher gab es nur das Fernsehen, das war aber nicht mobil. Heute haben alle Kinder immer und überall ihr Smartphone dabei.“

Der Verein hat reagiert und sieht sich heute sehr breit aufgestellt. Dehning blickt nach vorn: „Wir müssen nach wie vor in Bewegung bleiben, neuen Herausforderungen begegnen, aber dabei immer unser Ziel im Auge behalten: Die Menschen auf ihrem Weg begleiten, sodass sie ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen können.“

Von Lilly von Consbruch