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Jugendbuchwoche
Die Organisatoren Saskia Kussin (l.), Jan Orthey und Antje Bechly freuen sich auf die 41. Lüneburger Kinder- und Jugendbuchwoche. (Foto: be)

Was bewegt Heranwachsende?

Lüneburg. Die Gefühlslage von Kindern und Jugendlichen hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, meint Jan Orthey, Inhaber von Lünebuch. „Die Kinder stehen vor komplett anderen Herausforderungen und Problemen.“ Die 41. Kinder- und Jugendbuchwoche (Jubuwo), die vom 14. bis 19. November im Glockenhaus stattfindet, nimmt deshalb das Thema Wandel in den Blick. Jan Orthey, Saskia Kussin, stellvertretende Leiterin der Ratsbibliothek, und Antje Bechly, Leiterin der Kinder- und Jugendbücherei, haben die diesjährige Jubuwo unter dem Motto „Was uns bewegt“ geplant.

Zu den Schullesungen haben sie Autoren eingeladen, die Themen in ihren Büchern aufgreifen, mit denen sich Kinder und Jugendliche beschäftigen. „In den Geschichten können sich die Kinder wiederfinden“, meint Antje Bechly in der Hoffnung, dass das für die Schüler eine Motivation zum Lesen und Zuhören sein wird.

So wird es Lesungen geben, die die Themen Adoption und Cybermobbing behandeln, auch neue Familienkonstellationen spielen eine Rolle. „Wir wollen den Bedürfnissen der Kinder Rechnung tragen“, verdeutlicht Jan Orthey.

Schullesungen fast ausgebucht

Die Schullesungen sind jedoch bis auf eine schon vollständig ausgebucht. Für die Lesung mit Lea-Lina Oppermann am Dienstag, 19. November, sind noch Plätze frei. „Dort können sich noch Schulen anmelden, allerdings erst ab der 8. Klasse“, meint Antje Bechly. Das Buch „Was wir dachten, was wir taten“ handelt von einem Amoklauf in einer Schule, bei dem die Geheimnisse und Probleme eines jeden Schülers erbarmungslos ans Licht kommen. „Wir haben uns mit diesem Buch getraut, auch etwas für ältere Schüler anzubieten“, meint Antja Bechly, die weiß, dass Jugendliche in dem Alter ab 14 Jahren häufig nicht leicht zum Lesen animiert werden können.

Auf die jüngsten Lüneburger warten dagegen das Bilderbuchkino und das Erzähltheater, außerdem das Figurentheater „Wie der Elefant zu seinem Rüssel kam“. Und bei der Veranstaltung „Upcycling: Basteln aus alten Büchern“ können die Jugendlichen selbst ausprobieren, was aus ausgesonderten Büchern alles entstehen kann.

Für alle, die lieber etwas ohne Bücher machen möchten, sind die Stadtführungen mit Marie und Claas das Richtige: „Dort wird der Aspekt der Umwelt angesprochen, der für Jugendliche heute auch eine wichtige Rolle spielt.“ Teilnehmer erfahren dabei, welche Bedeutung die Ilmenau früher für die Stadt hatte.

Nächste Jubuwo erst im Januar 2021

„Wir haben jetzt fast 41 Jahre Jubuwo hinter uns“, resümiert Jan Orthey: „Es wird Zeit, dass wir das gesamte Konzept auf den Prüfstand stellen, schließlich ist das auch schon 41 Jahre alt.“ Deshalb wird die nächste Jubuwo nicht im kommenden Jahr stattfinden, sondern voraussichtlich erst im Januar 2021. „Wir nehmen uns die Zeit, um uns Gedanken darüber zu machen, wie wir in Zukunft die Kinder und Jugendlichen erreichen möchten, und um ein zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln.“

Eine Veränderung steht aber schon fest: Das Junge Literaturbüro gehört ab sofort mit zum Organisationsteam. „Wir freuen uns über neue Impulse und Ansätze, die wir durch diesen Partner gewinnen“, sagt Antje Bechly. Aber auch die Kinder, Lehrer und Eltern sollen mitbestimmen: Eine Wunschbox im Glockenhaus wartet schon auf Ideen und Anregungen für zukünftige Kinder- und Jugendbuchwochen.

Das Programm

Was alles geboten wird

Das sind die Veranstaltungen für die Öffentlichkeit:

Donnerstag, 14. November

  • 16 Uhr: Eröffnung durch Bürgermeister Eduard Kolle im Glockenhaus

Freitag, 15. November

  • 15 Uhr: Vorlese-Abenteuer im Theater Lüneburg (3 Euro)
  • 15.30 Uhr : Stadtführung mit Marie & Claas, Start am Glockenhaus (6 Euro). Auch am Sonnabend, Montag und Dienstag um 15.30 Uhr

Sonnabend, 16. November

  • 11 Uhr: Erzähltheater „Pip und Posi und der Roller“ im Glockenhaus
  • 16 Uhr: Figurentheater „Wie der Elefant zu seinem Rüssel kam“ (6 Euro)
  • 17 Uhr: Blick hinter die Kulissen des Lüneburger Theaters (3 Euro)

Sonntag, 17. November

  • 11 Uhr: Bilderbuchkino „Findus zieht um“
  • 14 Uhr: Lesung mit Torben Kuhlamm „Armstrong – 50 Jahre Mondlandung“, Lünebuch (6 Euro)
  • 15 Uhr: Upcycling: Basteln mit alten Büchern im Glockenhaus
  • 16 Uhr: Märchenstunde mit Karin Ulex im Glockenhaus (6 Euro)

Tickets für die Veranstaltungen gibt es in der Ratsbücherei und bei Lünebuch, ab Donnerstag nur noch im Glockenhaus.

Von Lilly von Consbruch