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Trecker-Demo
Nach der ersten Demo am 22. Oktober rollen erneut die Traktoren an. Ziel ist diesmal Hamburg. Aber die An- und Abfahrt wird auch im Umland zu spüren sein. (Foto t & w)

Trecker legen wieder den Verkehr lahm

Lüneburg. Egal ob am frühen Morgen oder am frühen Abend – wer an diesem Donnerstag auf den Straßen in und um Lüneburg unterwegs ist, sollte in jedem Fall damit rechnen, dass es – egal wie das Ziel heißt – wohl deutlich länger dauern könnte als üblich. Grund ist eine erneute Trecker-Demo. Wie berichtet, wollen viele Landwirte aus der Region nach Hamburg fahren, um am Rande der Konferenz der Umweltminister ihren Unmut über die aktuelle Landwirtschaftspolitik zu äußern.

Um 7 Uhr gibt es einen Treffpunkt in Wittorf, der Weg dorthin führt für Hunderte Bauern mit ihren Traktoren als Konvoi über die B209 und die B4, dort wird es also zu massiven Behinderungen kommen, auch auf dem Teil, der als Ostumgehung an der Hansestadt vorbeiführt. Polizeisprecher Kai Richter kündigt an: „Wir werden in Melbeck und in Bardowick zeitweise die Ampeln abschalten, so dass Fußgänger dann nicht wie gewohnt die Straßen passieren können. Vom geplanten Ablauf ist das aber deutlich vor Beginn der Schulzeit.“

Unterstützung bekomme die Polizei auch von den Mitarbeitern des kreiseigenen Bereichs Straßenbau und Unterhaltung, die könne deshalb auch nicht flächendeckend den Winterdienst gewährleisten, kündigt Richter an, sagt aber auch: Laut Wetterprognosen dürfte der auch nicht erforderlich werden. Von Wittorf geht es dann über die Kreisstraße 46 in Richtung B404 weiter gen Norden, um dann in Rönne die Elbe zu überqueren. Dazu werden die Auffahrten Rottorf, Eichholz und Rönne gesperrt. Der Alltagsverkehr in Richtung Norden ist in dieser Zeit nur bis zur Anschlussstelle Rottorf möglich.

Während die Trecker morgens als Konvoi wohl vor dem größten Berufsverkehr rollen, werden sie dann auf der Rückfahrt gegen 17 bis 18 Uhr in und um Lüneburg zurückerwartet – dann nicht mehr im geordneten Verbund, so dass es zu deutlich größeren Einschränkungen kommen dürfte. Richters Appell an jene, die dem nicht ausweichen können: „In jedem Fall reichlich Zeit einplanen.“ Massive Verkehrsbehinderungen werden auch in den Kreisen Lüchow-Dannenberg und Uelzen erwartet.

In Buchholz treffen im Bereich Trelder Berg zwei Konvois zusammen. Aus dem Raum Rotenburg kommen die Fahrzeuge über die B75, aus dem Raum Soltau über die B3. Beide Aufzüge nutzen dann die B75 weiter in Richtung Norden, um über Nenndorf und Tötensen in den Bereich der Freien und Hansestadt Hamburg einzufahren. Hier werden die Autobahnanschlussstellen Rade und Dibbersen (A1) sowie die Anschlussstelle Tötensen (A261) zweitweise nicht nutzbar sein, da mit erheblichen Rückstaus zu rechnen ist.

Aus dem Bereich Stade kommt ein weiterer Konvoi, der sich über Buxtehude und Neu Wulmstorf nach Hamburg bewegt. Hierzu wird ausschließlich die B73 genutzt. Verkehrsbehinderungen auf der B3 können nicht ausgeschlossen werden.

Die Trecker-Konvois gelten als geschlossene Verbände, sie werden durch die Polizei begleitet und können nicht unterbrochen werden. Während der Durchfahrt ist das
Queren der betroffenen Strecken nicht möglich. Auf allen drei Streckenabschnitten ist für die Hinfahrt in der Zeit zwischen 7 und 11 Uhr sowie für die Rückfahrt in der Zeit zwischen 16 und 20 Uhr mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen, berichtet die Polizeiinspektion Harburg.

Auf dem Hamburger Gänsemarkt soll es zwischen 12 und 14 Uhr Kundgebungen geben. Die Umweltminister von Bund und Ländern sprechen am Donnerstag und Freitag in Hamburg über Themen wie Klimaschutz, Müll in den Meeren und Insektensterben. Viele Landwirte sehen sich und ihre Betriebe unter anderem durch das Agrar-Paket der Bundesregierung in ihrer Existenz gefährdet. lz

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