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Ladesäulen
Im Parkhaus am Rathaus kann nun Ökostrom getankt werden. Für die Infrastruktur sind Fördermittel geflossen. (Foto: Stadt Lüneburg)

Lüneburg tankt Strom

Lüneburg. Im Bereich öffentlicher Ladeinfrastruktur für mit Strom betriebene Fahrzeuge will die Stadt eine Vorreiterposition einnehmen: Alle städtischen Parkhäuser sollen künftig mit mindestens zwei Elektroladesäulen, also je vier Ladepunkten, ausgestattet sein. Den Anfang macht das Parkhaus am Graalwall. Die zwei dort bereits vorhandenen Ladesäulen, die sich aktuell im Testlauf befinden, haben jetzt ihren regulären Betrieb aufgenommen.

„Es geht vor allem darum, Reichweiten von 80 bis 100 Kilometern zu gewährleisten. Das ist das, was man für die tägliche Nutzung in der Regel maximal benötigt – durchschnittlich sind es laut einschlägiger Studien sogar nur 40 Kilometer“, sagt Maja Lucht vom städtischen Bereich Rechnungswesen, Controlling und Service. Sie erklärt, warum die städtischen Ladesäulen besonders seien: Es handle sich um ein offenes Backend-System, das E-Autofahrern zwei Möglichkeiten zum Zugriff auf einen Ladepunkt biete. Kunden verschiedener Ladepunktbetreiber könnten per App oder mit einer Kundenkarte der am System teilnehmenden Anbieter den Ladevorgang starten und abrechnen.

Anschluss-Standard Typ 2

Wer keine Kundenkarte habe, könne das sogenannte Ad-hoc-Laden nutzen. Hierzu muss lediglich eine SMS mit der Ladepunktkennung an eine Servicenummer gesendet werden, die auf der Säule angegeben ist. Abgerechnet wird dann direkt über den Mobilfunkanbieter (direct pay).

„Viele Ladepunktbetreiber binden ihren Service an eine Kundenregistrierung per App oder Kundenkarte. Der Nachteil: Geladen werden kann dann meist nur an Säulen des jeweiligen Betreibers“, sagt Maja Lucht. „Das ist bei unseren Säulen anders. Geladen wird bei uns übrigens Ökostrom, die Säulen sind mit dem gängigen Anschluss-Standard Typ 2 ausgestattet.“

Zur Finanzierung der Ladesäulen und um die Hausanschlüsse der städtischen Parkhäuser für die kommenden Anforderungen fit zu machen, hat die Stadt Bundesfördermittel in Höhe von 109 000 Euro beantragt, von denen zunächst 35 000 Euro für Normal-Ladesäulen bewilligt worden waren. Auch der Förderantrag über 74 000 Euro für eine Schnellladesäule auf den Sülzwiesen sei inzwischen positiv beschieden worden. Die zwei nun in Betrieb gehenden Ladesäulen wurden außerdem mit jeweils 15 000 Euro vom Landkreis Lüneburg gefördert.

Weitere Ladesäulen in Parkhäusern geplant

Außerdem seien im städtischen Haushalt noch Mittel vorgesehen, um die Stromanschlüsse im Parkhaus am Bahnhof sowie im Lünepark zu ertüchtigen. Auch das Parkhaus am Rathaus erhalte einen leistungsfähigeren Stromanschluss, um dann noch weitere Säulen installieren zu können.

Derzeit noch kostenfrei in Betrieb ist ein älteres Ladesäulenmodell im Parkhaus am Bahnhof. Eine technische Aufrüstung nach aktuellen Standards ist bei diesem Modell nicht mehr möglich. Deshalb soll hier ein Austausch durch zwei neue Säulen mit Einbindung in das offene Backend-System erfolgen, sobald die vorhandene ihr natürliches Lebensende erreicht hat. lz