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Grundschule Echem
Schon im Februar stellte die Samtgemeinde den Bauantrag für den geplanten Kita-Neubau. Damals begutachteten die Architektin Birgit Meyer-Thaut und Bürgermeister Laars Gerstenkorn die Stelle, an der die Kita entstehen soll. (Foto: A/t&w)

Bildung in der Warteschleife

Echem. Rund zwei Jahre wurde diskutiert, abgewogen, beratschlagt. Dann sagten die politischen Gremien der Samtgemeinde Scharnebeck „Ja“ zu einem Neubau der Grundschule in Echem. Auch einen Bauernhofkindergarten will die Gemeinde Echem auf den Weg bringen. Ambitionierte Pläne – die jetzt wieder ins Stocken geraten sind.

Eigentlich sollten die Kinder der Grundschule Echem schon im Sommer 2020 wieder in Echem die Bücher wälzen können – dann im geplanten Schulneubau. Eigentlich – denn die Zeitpläne aus dem Februar dieses Jahres stehen nun auf mehr als wackligen Beinen. Noch immer hat der Landkreis Lüneburg keine Baugenehmigung für die geplante Grundschule erteilt.

Die Ungeduld nimmt zu

„Ich warte dringend auf Rückmeldung“, sagt Echems Bürgermeister Harald Heuer ungeduldig. Anfang des Jahres hatte die Samtgemeinde Scharnebeck den Bauantrag für den 3,9 Millionen Euro teuren Schulneubau beim Landkreis eingereicht (LZ berichtete). Der Neubau soll die Lücke füllen, die ein Brand der alten Schule im Jahr 2017 in die Gemeinde riss. Schon die Beratungen, ob die niedergebrannte Schule überhaupt ersetzt werden soll, dauerten an. Nun müssen die Echemer wieder warten. Der Grund: „Die statischen Fragen sind nach wie vor noch nicht komplett geklärt, zusätzlich fehlen uns angeforderte Unterlagen“, sagt Urte Modlich, Pressesprecherin des Landkreises.

„Der Prüfstatiker aber war mit den Ergebnissen nicht einverstanden.“ – Laars Gerstenkorn , Samtgemeindebürgermeister

Laars Gerstenkorn, Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister, weiß mehr über den „außergewöhnlichen Fall“, der sich bei der statischen Bewertung der Baupläne ereignet hat. Denn, wie bei Bauvorhaben üblich, mussten die Planungen von einem Statiker untersucht und von einem so genannten Prüfstatiker bestätigt werden. „Der Prüfstatiker aber war mit Ergebnissen nicht einverstanden“, so Gerstenkorn. Die Samtgemeinde musste einen dritten, unabhängigen Gutachter mit der Prüfung beauftragen. „Das ist auch schon geschehen. Allerdings liegt das Ergebnis noch nicht vor.“

Immerhin ist die Genehmigung da, dürfte Fahrt in die Bauabsichten kommen. „Alles andere ist vorbereitet. Wir haben es erreichen könne, dass die Architektin die Ausschreibungsunterlagen schon weitestgehend fertiggestellt hat“, sagt Heuer.

Viele Fragen offen beim Bauernhofkindergarten

Viel weniger konkret sind die derzeitigen Pläne zum Bauernhofkindergarten. In Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem, möchte die Gemeinde Kinderbetreuung in naturnaher Umgebung anbieten. „Wir sind sehr mutig gestimmt gewesen“, sagt Harald Heuer und erklärt, dass die Gemeinde in enger Zusammenarbeit mit dem LBZ und der Kita Natura, die bereits Erfahrungen in der Einrichtung von Bauernhofkindergärten hat, einen Fahrplan aufgestellt hat.

Der scheint jedoch noch viele Fragen offen zu lassen, wie die Landwirtschaftskammer bemerkte. „Die Landwirtschaftskammer steht dem Bauernhofkindergarten offen gegenüber und will die Idee umsetzen, aber es gibt noch ganz viele Detailfragen zu klären“, sagt Martina Wojahn, Geschäftsführerin des LBZ Echem. „Zum Beispiel, wie man der Betriebssicherheit und den Ansprüchen der Kinder gleichermaßen gerecht werden kann.“

Kommune könnte die Vorreiterrolle haben

Mit einem Bauernhofkindergarten nähme die Gemeinde Echem eine Vorreiterrolle in Niedersachsen ein. Bisher seien nur klassische Kindergärten und Waldkindergärten genehmigt, erklärt Heuer. „Aber gerade, was die Kinderbetreuung anbelangt, sollte das Land interessiert daran sein, neue Varianten zu finden, die natürlich sind“, so Echems Bürgermeister weiter. In Kürze sollen Gespräche zwischen Bürgermeister Heuer und dem Direktor der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer, Hans-Joachim Harms, Antworten auf die ungeklärten Detailfragen bringen. So oder so hält Harald Heuer an den Plänen fest: „Wir werden nicht lockerlassen und im Zweifel auch die Landespolitik einschalten.“

Von Anke Dankers