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Im Ortskern von Ochtmissen wirkt der Edgar-Schaub-Platz trostlos. Der Ortsrat diskutierte nun über eine mögliche Umgestaltung der Betonwüste, verwies das Thema aber dann in den Verkehrsausschuss des Rates. Foto: t&w

Platz mit vielen Problemen

Lüneburg. Über mangelnden Zuspruch bei der jüngsten Ortsratssitzung konnte Ochtmissens Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz am Montagabend nicht klagen. Gut 20 interessierte Bürger und damit deutlich mehr als sonst waren ins Vereinsheim am Sportpark gekommen, angelockt durch eine außergewöhnlich umfangreiche Tagesordnung mit ausreichend Informations- und Diskussionsstoff rund ums Ortsgeschehen und wohl auch die Vorberichterstattung der LZ – unter anderem über den Zustand des Edgar-Schaub-Platzes.

In der Sitzung stand der Antrag der SPD-Fraktion zur „Neugestaltung der Ortsmitte“ auch im Mittelpunkt des Abends. Jens Kiesel, der den Antrag eingebracht hatte, nannte zwei Komponenten, die aus seiner Sicht verbessert werden sollten: das Erscheinungsbild des „drögen Platzes“ und die Sicherheit von Fußgängern und Verkehrsteilnehmern. Letztere seien durch die unübersichtliche Verkehrsführung oftmals irritiert, auch würden Radfahrer häufig mit hoher Geschwindigkeit vom Brückensteig kommend arglos über den Platz rauschen, teilweise sogar nebeneinander. Kiesel regte daher an, die Situation durch ein Gutachten bewerten zu lassen, den Antrag dazu aber zunächst in den Verkehrsausschuss zu überweisen.

Der Platz stellt keinen Unfallschwerpunkt dar

Thomas Wiebe, Koordinator der Stadt für Ochtmissen, pflichtete Kiesel in Sachen Optik bei, widersprach aber beim Thema Sicherheit. „Der Platz stellt keinen Unfallschwerpunkt dar, die Verkehrsregelung dort ist eindeutig und rechtskonform.“

Auch Frank Soldan (FDP) hält eine Verschönerung für „wünschenswert“, dort aber Bänke aufzustellen, wie von Kiesel angeregt, ergebe aus seiner Sicht wenig Sinn, „da setzt sich keiner hin.“ Zum Thema Sicherheit befand er, dass die Ortskundigen die Situation kennen würden. Geld sollte besser für die Kita oder das Dorfgemeinschaftshaus ausgegeben werden.

Mehr Aufklärungsarbeit und Kontrollen durch die Polizei forderte Rüdiger Schmidt (Grüne), Helmut Panknin (CDU) sprach sich für mehr Verkehrserziehung für die Radler aus, stieß damit aber auf Widerspruch von Jens-Peter Schultz: „Dafür sind die Eltern zu Hause zuständig.“ Im Ergebnis wurde einstimmig beschlossen, den Antrag in den Verkehrsausschuss zu überweisen.

Bernsteinbrücke bleibt im Winter noch dunkel

Im Folgenden wurden die zahlreichen Anfragen zu anstehenden und laufenden Projekten im Stadtteil zügig von den Vertretern der Stadt abgearbeitet. Danach ist der Auftrag für den ersten Teilabschnitt für die neue Radwegeverbindung an der früheren Buchholzer Bahn vergeben, auch die Lampen seien bestellt, allerdings werden diese erst im Frühjahr geliefert.

Auch die Installation von Lampen auf der Bernsteinbrücke werde kommen, allerdings sei man noch mit dem Landkreis und der Samtgemeinde Bardowick zwecks Kostenbeteiligung im Gespräch. „Wir sind da aber dran“, sagt Schultz.

Einen Blick auf den Finanzhaushalt für 2020 warf Stadtkämmerin Gabriele Lukoschek. Die Ochtmissen betreffenden Posten umfassen unter anderem 861.000 Euro für die Kita, 118.000 Euro für die Erneuerung der Heizung und die energetische Sanierung der Grundschule sowie 10.000 Euro für den Sportpark. Die weiteren Einrichtungen der Ortschaft werden in annähernd gleicher Größenordnung wie im Vorjahr unterstützt.

Von Ulf Stüwe

Ohne Zählung keine Förderung

Kreiselbau dauert noch

Ochtmissens Bürger brauchen weiterhin Geduld: Die Errichtung des geplanten Kreisels zur Einmündung des Wilhelm-Hänel-Wegs in die Hamburger Straße wird wohl noch dauern. Wie Lüneburgs Straßenplanerin Uta Hesebeck in der Sitzung erklärte, werde die Stadt mit eingeplanten Fördermitteln des Landes in Höhe von 250.000 Euro nicht rechnen können, da sie die erforderlichen Unterlagen zur Verkehrszählung nicht vorlegen konnte. Die Stadt müsse neben der Eigenbeteiligung nun auch diesen Anteil selbst tragen, der jetzt in die Haushaltsplanung aufgenommen sei.