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Fähre
Mit stolzen 80 Jahren steuert die „Amt Neuhaus“ langsam auf den Ruhestand zu. (Foto: t&w)

Nächste Fähre mit Wasserstoff?

Bleckede. Das Bekenntnis reicht über alle politischen Ufer hinweg: Die Fährverbindung zwischen Bleckede und Neu Bleckede soll erhalten bleiben und die in die Jahre gekommene „Amt Neuhaus“ ersetzt werden. Doch welches Modell wann und unter welchen Bedingungen den östlichen mit dem westlichen Teil des Landkreises Lüneburg über die Elbe verbinden wird, steht noch nicht fest.

„Wir stehen noch am Anfang, so dass man noch das ein oder andere einbringen kann“, sagte Fraktionschef Franz-Josef Kamp bei einer öffentlichen Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion in Bleckede. Diskutiert wird das Thema in den Kreistagsgremien schon länger. Im Haushaltsplan des Landkreises war für dieses Jahr bereits eine Million Euro eingestellt.

Doch so weit sind Politik und Verwaltung noch längst nicht. Ende Oktober warf der Kreisausschuss jedoch eine wichtige Angel aus, indem er beschloss, eine externe Betreuung des Projektes auszuschreiben. „Die Ausschreibungsunterlagen befinden sich in der Endabstimmung mit dem Rechnungsprüfungsamt“, bestätigte Kreissprecherin Katrin Holzmann auf LZ-Anfrage.

Viel Sympathie für Wasserstoff-Antrieb

Anders als die „Amt Neuhaus“ (Jahrgang 1939), die seit 1990 den Ost-West-Verkehr übernahm, ist es dieses Mal eine neue Fähre, die in Dienst gestellt werden soll. „Das ist etwas anderes, als wenn wir ein Häuschen bauen“, machte Wirtschaftsausschuss-Vorsitzender Achim Gründel auf der Fraktionssitzung klar. So gehen Politik und Verwaltung davon aus, dass von der Vergabe eines Beratervertrags über die Ingenieurarbeiten und den Bau der Fähre mindestens zwei Jahre vergehen, die reine Bauzeit beträgt davon nur neun Monate.

Doch soweit ist es noch nicht. Kreissprecherin Holzmann: „Es gibt einige unbekannte Zeitfaktoren, die das Projekt in die Länge ziehen können. Dazu zählt etwa die Fördermittelbewilligung, die ein Jahr oder länger dauern kann.“

Bei der größten Fraktion im Kreistag zeichnen sich erste Favoriten ab. Viel Sympathie gibt es für einen Wasserstoff-Antrieb, verbunden mit der Hoffnung, hier Modellregion werden zu können und dann von Förderprogrammen zu profitieren. „Es gibt allerdings weniger, als wir uns erhofft haben“, bedauerte Gründel.

Keine Busse über die Elbe

Nach hinten gerückt sind Überlegungen, hier ganze Busse über die Elbe zu transportieren. Dazu müssten die Fähranleger mit Millionenaufwand erneuert werden. Einzelne Lösungen scheitern auch daran, dass es verschiedene Anlegestellen bei Hoch- und Niedrigwasser gibt.

Bei den Sozialdemokraten spielen auch touristische Aspekte eine Rolle. Die Fähre soll so gestaltet sein, dass sie ein Anziehungspunkt für Besucher ist. So oder so: Bei plus/minus 5,5 Millionen Euro werden derzeit die Kosten für die neue Fähre taxiert. Am Geld werde es nicht scheitern, erklärte SPD-Fraktionschef Kamp in der Sitzung.

Etwas Zeit bleibt auch noch. Holzmann: „Die Fähre ist aktuell einsatzfähig und hatte in den letzten Jahren keine Ausfallzeiten aus technischen Gründen.“

Zur Sache

40 Tonnen

Einige Eigenschaften für die „Amt Neuhaus“-Nachfolgerin sind bereits festgezurrt. Mit einer Rumpflänge von 30 Metern soll sie größer als bisher (22,4 Meter) werden. Auch die Breite liegt mit 9,8 über den bisherigen 7,7 Metern. Bis zu 40 Tonnen Fracht soll sie über den Fluss transportieren können – bei einem maximalen Tiefgang von 60 Zentimetern.

Von Marc Rath