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Ende August stürzte eine marode Laterne im Kurpark um und fiel auf ein neunjähriges Mädchen. Nun sollen neue Leuchten aufgestellt werden. Foto: A/t&w

Es leuchtet bis ins Internet

Lüneburg. Die Laterne im Kurpark war so marode, dass sie Ende August umstürzte und auf eine Neunjährige fiel. Die Viertklässerin kam ins Krankenhaus und wurde dort versorgt. Die Stadt hatte Fehler eingeräumt und angekündigt zu reagieren.

Jetzt präsentiert die Verwaltung den Weg, ein neues Leuchtenkonzept für den Park. Doch es gibt nicht nur mehr Licht, sondern sozusagen auch den Weg ins grüne Internet. Aus dem Rathaus heißt es, die Leuchten sollen W-Lan-Verbindungen ermöglichen, auch von Bänken mit USB-Anschlüssen ist die Rede. Um Energie zu sparen und auch die Insekten zu schonen, sollen die Laternen zudem mit LED-Technik und einer Dimmfunktion ausgestattet werden, die wie ein Bewegungsmelder funktioniert. Auch eine E-Ladestation für Fahrräder sollen Handwerker einbauen.

Eine Lösung, die als Vorbild dienen soll

Die Stadt trage 50 000 Euro der Kosten, dazu kommen weitere Ausgaben, die der Energieversorger E.on-Avacon übernehme. Die Kommune hat mit dem Unternehmen eine Partnerschaft geschlossen, die gemeinsame Tochter firmiert unter dem Namen Luna. Die Lüneburger Lösung solle Vorbildcharakter haben, auch andernorts könne die Idee umgesetzt werden.

„Wir werden alle Leuchten austauschen und gemeinsam mit der Luna die gesamte Technik dort auf den neuesten Stand bringen“, erklärt Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßenbau und Grünplanung. Doch bis es soweit ist, müssen die Lüneburger noch eine Weile mit einer eingeschränkten Beleuchtung in einigen Bereichen des Kurparks leben. Denn die Lampen, die wegen fehlender Standsicherheit abgebaut wurden, werden erst im Zuge der Kompletterneuerung ersetzt. „Ein früherer Austausch wäre leider allein schon wegen der langen Lieferfristen für die Laternen nicht möglich gewesen“, so Hesebeck.

Start der Arbeiten abhängig vom Wetter

Die Stadt bringt deshalb jetzt Hinweistafeln an den Eingängen zum Kurpark an, auf denen Hansestadt und Luna GmbH auf die eingeschränkte Beleuchtungssituation hinweisen und um besondere Vorsicht bitten. Wann die Arbeiten im neuen Jahr starten können, hänge vom Wetter ab: „Da wir die komplette Verkabelung austauschen müssen, brauchen wir stabile Wetterverhältnisse.“

Ein Blick zurück: Ende August waren Mädchen und Jungen der St.-Ursula-Schule für einen Ausflug in den Kurpark gegangen. Die Kinder tobten. Zwei Jungen, so erzählten es die Beteiligten damals, seien nahe der Konzertmuschel an eine Laterne gekommen, die kippte um und traf die neunjährige Jennifer. Die Verwaltung hatte darauf eingeräumt, dass man die Laternenmasten nicht ausreichend kontrolliert habe. Da wo das Metall in den Boden führt, war der Mast durchgerostet. Daraufhin hatte das Rathaus die 23 Leuchten im Park überprüft, alle Masten konnten stehen bleiben, vier wurden jedoch vorsichtshalber „eingezäunt“.

Von Carlo Eggeling

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