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Westergellersen wächst und wächst, nun soll ein weiteres Baugebiet entstehen. Foto: uk

Baugrundstücke sind heiß begehrt

Westergellersen. Dass ein Bauausschuss sich mit Bebauungsplänen beschäftigt, liegt in der Natur der Sache. In der Gemeinde Westergellersen hat der Fachausschuss derzeit ungewöhnlich viele Pläne auf dem Zettel: Das alte Dorfgebiet wird überplant, das Seniorenheim Mackenthun soll erweitert werden, ein kleines Baugebiet soll an der Vierhöfener Straße entstehen. Hinzu kommt jetzt ein weiterer Bebauungsplan für ein Wohngebiet. Der Ausschuss sprach sich in der Lehmschüün einstimmig für die Aufstellung aus. Klar ist, dass er die Nummer 18 und den Namen „Der Silberbusch“ trägt. Unklar ist noch, welche Gebäude entstehen sollen. Die Entscheidung hat auch noch Zeit, denn gebaut werden soll frühestens ab 2026.

Kindergarten platzt aus allen Nähten

Laut Bürgermeister Eckhard Dittmer (CDU) hat die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) zwischen Südergellerser Weg und der Landesstraße zwei Flurstücke mit zusammen 1,4 Hektar Fläche erworben und möchte sie als Wohngebiet mit etwa zehn Grundstücken entwickeln. Um Kindergarten und Schule nicht zu überfordern, soll die Bebauung aber frühestens in sechs bis sieben Jahren beginnen. Damit orientiert sich die Gemeinde nicht nur am Siedlungsentwicklungskonzept der Samtgemeinde Gellersen, sie reagiert auch auf Erfahrungen. Denn in Sachen Wachstum und Infrastruktur ist Westergellersen ein gebranntes Kind: Mehrfach erwies sich die Grundschule schon als zu klein, der Kindergarten platzt aus allen Nähten. Der wird derzeit von der Samtgemeinde neu gebaut, die Räume im alten Kindergarten dann der Schule zugeschlagen. „Wir wollen nicht vor der Situation stehen, dass wir an den neuen Kindergarten anbauen müssen“, stellte Dittmer klar. Und Dirk Elvers (CDU) ergänzte: „Wir müssen uns von den letzten Baugebieten noch erholen.“ Die jetzige Planung sei ein Kompromiss, dem auch die Samtgemeinde zustimmen würde, ergänzte Gemeindedirektor Rainer Garbers (SPD): „Mehr ist nicht drin. Wir gelten da sowieso schon als gallisches Dorf.“

Wohnraum für ältere Menschen

Die „Aufständischen“ aus dem Westen werden also weiter Bauwillige vertrösten müssen. Die Lage habe sich gewandelt, sagte Dittmer: 2013 habe man noch mit 5000 Euro Baukindergeld zu locken versucht, um Grundstücke loszuwerden. „2015 hätten wir jedes Grundstück doppelt verkaufen können. Und heute bekomme ich mindestens drei Anfragen pro Woche.“ Oliver Kraemer (Grüne) regte auf der neuen Fläche den Bau von Mehrfamilienhäusern oder Reihenhäusern an: „Wir sollten auf die veränderten Altersstrukturen reagieren.“ Dazu gehöre die Schaffung von Wohnraum für ältere Menschen, aber auch für solche, die sich kein Einfamilienhaus leisten könnten.

Der Verkehr auf der Landesstraße 216 ist immer wieder ein Thema im Dorf. Alle Versuche, eine Tempo-30-Zone in Höhe der Schule einzurichten, sind bisher an den Behörden gescheitert. Die Grünen möchten jetzt einen neuen Anlauf starten und zumindest das Schild „Achtung, Kinder“ durchsetzen. Vor dem Ortseingang aus Richtung Luhmühlen plädiert Kraemer zudem für Tempo 70. Es sei die einzige Stelle an der L216, die keine Geschwindigkeitsbegrenzung habe, obwohl Ausfahrten und der Kurvenbereich eine Gefahr darstellten. Seine Hoffnung: „Das Tempo am Ortseingang würde dann insgesamt runtergehen.“ Die anderen Ausschussmitglieder begrüßten den Antrag.

Von Ute Klingberg-Strunk