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Auch der Landwehrkreisel am südlichen Ortsrand Bardowicks bleibt der Unfallkommission ein Dorn im Auge. Foto: be

Zu eng, zu alt, zu unübersichtlich

Embsen/Bardowick. Drei von vier besonders gefährlichen Knotenpunkten an Lüneburger Kreisstraßen befinden sich weiterhin entlang der Kreisstraße 46, der ehemaligen B4, bei Bardowick. Das machte Andreas Dobslaw, Geschäftsführer der Lüneburger Verkehrsunfallkommission, deutlich bei der jüngsten Sitzung des Kreistagsausschusses für Straßenbau. In den Räumen des kreiseigenen Betriebs für Straßenbau und -unterhaltung (SBU) stellte der Polizeibeamte Dobslaw den Kreistagsabgeordneten die Ergebnisse der Verkehrsunfallkommission 2018 vor. Auch die Kreuzung von B209 und L219 bei Hohnstorf/Elbe steht weiterhin im Fokus.

Grundsätzlich macht sich laut Dobslaw an der Strecke der ehemaligen Bundesstraße immer noch die enorme Verkehrsbelastung bemerkbar, die für eine Kreisstraße untypisch sei. Laut SBU-Leiter Jens-Michael Seegers nutzten rund 10.000 Fahrzeuge die Strecke – pro Tag. Umso verwunderlicher, dass es nicht noch mehr Unfälle gibt.

Ortsdurchfahrt Bardowick

Im Zeitraum 2016 bis 2018 ereigneten sich beispielsweise in der Ortsdurchfahrt Bardowick an der Kreuzung Hamburger Landstraße/Im Kuhreiher/Im Sande insgesamt zwölf Verkehrsunfälle, davon einer mit einer schwerverletzten Person sowie vier Unfälle mit insgesamt sieben Leichtverletzten. Die entstandenen Unfallkosten beliefen sich auf mehr als 285.000 Euro. Zwar regelt an der Stelle eine Ampel den Verkehr, die meisten Unfälle ereignen sich allerdings beim Abbiegen in die Straße Im Sande. Eine neue Straßenmarkierung könnte laut Dobslaw das Problem beheben. Bei der Lösung will auch der Flecken Bardowick mitwirken, bestätigt Arndt Conrad, stellvertretender Gemeindedirektor Bardowicks, auf LZ-Nachfrage. So soll beispielsweise die Einfahrt in die Straße Im Sande optisch eingeengt werden, denn derzeit sei die Straße „für eine Fahrspur zu breit, aber für zwei Fahrspuren zu schmal, das führt offenbar zu Verwirrungen“, sagt Conrad.

Wittorfer Eck

Seit vielen Jahren ist auch das sogenannte Wittorfer Eck eine Unfallhäufungsstelle, wo die Ortsdurchfahrt Wittorf (K12) auf die ehemalige B4 (K46) trifft. Dort kam es im Zeitraum 2016 bis 2018 zu neun Verkehrsunfällen mit insgesamt 15 Leichtverletzten und einer Schadenshöhe von rund 193.000 Euro.

Bei der Entschärfung des Wittorfer Ecks laufen mit Bardowick auf Samtgemeindeebene Gespräche. Als allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters begrüßt Conrad die Idee, auch die Fahrbahn der ehemaligen B4 durch neue Straßenmarkierungen einzuengen, damit dort weniger aufs Tempo gedrückt wird. Conrad: „Wir können das probieren. Optimal aber wäre auch hier ein Umbau.“ Damit wäre jedoch auch wieder der Landkreis in der Pflicht. Die Diskussion um das Vorziehen der geschlossenen Ortschaft an der Einmündung nach Wittorf wird auch in der Samtgemeinde geführt, man sei mit den Mitgliedsgemeinden im Gespräch, heißt es. Ein spannende Frage ist, wessen geschlossene Ortschaft das denn werden sollte, denn an der Stelle laufen die Gemeindegrenzen von Wittorf und Handorf zusammen.

Landwehrkreisel

Ein Dorn im Auge der Unfallkommission ist zudem der sogenannte Landwehrkreisel am Ortseingang Bardowicks aus Richtung der Stadt Lüneburg. Bei insgesamt 13 Unfällen von Anfang 2016 bis Ende 2018 wurden insgesamt zwei Personen schwer verletzt und neun leicht. Der Kreisel sei laut Dobslaw „nicht in der Form und Ausprägung gebaut, wie ich mir einen vernünftigen Kreisverkehr vorstelle“. Denn: „Das Ding ist einfach zu eng, für das, was darüber geht.“ Dobslaw schlägt vor, den Kreisel umzubauen und zwar ovalförmig, um mehr Ruhe in den Kreisverkehr zu bringen. Auch die Spange, zur Umfahrung des Kreisverkehrs, sollte dann entfernt werden. Dazu sagt Conrad aus Sicht des Fleckens Bardowick: „Grundsätzlich ist das eine gute Idee. Wir haben schon beim Bau des Kreisels nicht verstanden, warum dort eine Spange reingebaut wurde, die auch heute kaum genutzt wird.“ Doch bei aller Sympathie für den Vorschlag sagt Conrad: „Ich darf daran erinnern, dass es sich dort um zwei aufeinander treffende Kreisstraßen handelt, also muss der Landkreis Lüneburg dort Geld in die Hand nehmen und eine funktionierende Planung vorlegen. Wir würden das aber positiv begleiten.“

Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass der Kreisverkehr seinerzeit schon sehr dicht an das Naturdenkmal Landwehr herangebaut worden war. Zudem liegt der Kreisverkehr direkt an der Gemeindegrenze zur Stadt. Den Bericht der Unfallkommission nahm der SBU-Ausschuss zunächst nur zur Kenntnis.

Kreuzung bei Hohnstorf/Elbe

Einen Appell richtete Dobslaw an die Kreistagsabgeordneten auch mit Blick auf die gefährliche Kreuzung bei Hohnstorf/Elbe. Da, wo Bundes- und Landesstraße aufeinander treffen, ereigneten sich in drei Jahren 20 Unfälle mit zwei Schwer- und 15 Leichtverletzten. Die Unfallkosten beliefen sich auf insgesamt rund 594.000 Euro. Zuständiger Träger ist allerdings nicht der Kreis, sondern der Landesbetrieb für Straßenbau und -verkehr. Dobslaw: „Da hätte ich lieber heute als morgen einen Kreisverkehr.“ Vielleicht könnten das die Kreistagsabgeordneten „politisch anschieben“.

Von Dennis Thomas