Donnerstag , 5. Dezember 2019
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Leonie Mahncke und Benjamin Hirt haben die Demonstration mitorganisiert. Foto: t&w

Demo weicht Weihnachtsmarkt

Lüneburg. Fast jeden Freitag gingen in diesem Jahr Lüneburger Jugendliche auf die Straße, demonstrierten mal in großen, mal in kleinen Gruppen gegen die aktuelle Klimapolitik. Einmal im Quartal ruft die örtliche „Fridays for Future“-Gruppe auf zu „globalen Klimastreiks“, an denen sich stets Tausende beteiligten – zuletzt, am 20. September, konnte die 4000er-Marke geknackt werden. Der nächste Mega-Protest ist an diesem Freitag geplant: Die Plakate hängen, die Flyer sind verteilt, sie künden von der Aktion am 29. November.

„Wir haben eine Demo mit 1500 Teilnehmern angemeldet“, sagt Leonie Mahncke vom örtlichen Organisationsteam. „Wie immer hoffen wir, dass es mehr werden.“ Dass der Rekord vom letzten Mal gebrochen werde, glaubt sie aber nicht. Dafür sei zu viel anders als beim letzten Mal, das Wetter wohl schlecht, der Treffpunkt ein anderer, zudem steckten viele Schüler zur Zeit mitten in der Klausurenphase.

Neustart in der Klimapolitik

Traditionell trafen sich die Schüler stets vor dem Lüneburger Rathaus, dort steht allerdings jetzt der Weihnachtsmarkt mit seinen Buden. Die Klimaaktivisten müssen daher auf den Liebesgrund ausweichen, dort ist Start- und Endpunkt der Demonstration. „Darüber sind wir aber schon froh“, sagt Mahncke. Sie wüsste, dass Demonstrationen zur Weihnachtszeit sonst nicht so einfach bei den Behörden durchgesetzt werden könnten. Mittlerweile gibt es kaum noch politische Aktionen ohne Hashtag, und auch der kommende Klimastreik hat einen neuen bekommen: „#NeustartKlima“ ist das Motto am Freitag. „Wir fordern einen Neustart in der Klimapolitik, vor allem ein neues Klimapaket“, sagt Mahncke. Die Maßnahmen der Bundesregierung gingen nicht weit genug. Der Zielvorgabe, die Erderwärmung auf maximal 1,5°C zu beschränken, habe die Bundesregierung „eine Absage erteilt.“ Deutlich mehr als sonst soll diesmal das Thema „Klimagerechtigkeit“ im Vordergrund stehen. „Die weltweite Ungerechtigkeit wird durch die Klimakrise befördert, dagegen müssen wir dringend vorgehen“, sagt Mahncke. Dazu würden auch Reden gehalten werden.

Generell bemühen sich die jugendlichen Veranstalter diesmal darum, die Aktion kürzer und gestraffter ablaufen zu lassen. „Bei den letzten Demonstrationen war zum Ende am Nachmittag oft die Luft raus“, sagt Mahncke, viele hätten die teilweise fünfstündigen Proteste schon vorher verlassen. „Start ist um 11 Uhr, um 14 Uhr wollen wir durch sein.“

Von Robin Williamson