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Eine „Vorzeige-Allee“ im Landkreis Lüneburg: Die Kreisstraße 3 zwischen Hittbergen und Barförde. So sehen nicht alle aus. Foto: t&w

Allee adé?

Lüneburg. Da schien er sich selber erschrocken zu haben angesichts der Kosten, die das von einigen Politikern gewünschte Alleen-Programm bedeuten könnte. „Ich habe das Thema im vergangenen Jahr unterschätzt“, räumte Jens-Michael Seegers jetzt vor dem Kreistagsausschuss für Straßenbau ein. Der Leiter des kreiseigenen Betriebs für Straßenbau und -unterhaltung (SBU) präsentierte erste Überlegungen für ein Pilotprojekt, um die Baumpflege entlang der Kreisstraßen neu zu organisieren. Blaupause könnte die Erneuerung der Allee an der K33 zwischen Barnstedt und Melbeck sein. Doch schon die Kosten für das Teilprojekt lösten auch bei den Abgeordneten mehrheitlich eine Abwehrhaltung aus.

Seegers hatte im Vorfeld die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises um eine Einschätzung gebeten. Die bekam er von Burkhard Jäkel. Der Umweltexperte teilte die Kreisstraße 33 in 22 Unterabschnitte auf und kam zu dem Schluss, dass eine Nachpflanzung von rund 200 Bäumen notwendig wäre, um den Allee-Charakter wieder vollständig herzustellen, berichtete Seegers. Laut eines Baumgutachters sei mit Kosten in Höhe von 200.000 Euro zu rechnen, plus 30.000 Euro für die Baumpflege des Altbestands, plus Kosten für die laufende Pflege.

„Nicht gleich Hurra schreien“

Zudem machte Seegers deutlich, dass an kritischen Stellen eventuell Schutzplanken aufgestellt werden müssten, und gegebenenfalls müsste auch Grund erworben werden, um einen Sicherheitsabstand der Bäume zum Straßenrand zu gewährleisten. Ausschussmitglied Wolfgang Marten (SPD) stellte die Sinnfrage und sagte: „Es wird ja nicht schöner, wenn man da überall Leitplanken drum macht.“ Auch Norbert Thiemann (CDU) wollte „nicht gleich Hurra schreien“, der SBU hätte 2020 mit seinem Umzug auf den neuen Betriebshof genug zu tun. Petra Kruse-Runge (Grüne) warb für den Erhalt der Alleen als prägendes Element der Kulturlandschaft.

Das Thema soll nun weiter in den Fraktionen beraten werden, um klare Zielvorstellungen auszuarbeiten. Derweil soll der SBU die kreisweite Bestandsaufnahme zu Ende führen – Ausgang offen.

Von Dennis Thomas