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Heiß auf die SVG: In der Küche von Anne Nabel entstehen die Frikadellen, die bei den Heimspielen verkauft werden. Foto: be

Buletten brutzeln aus Liebe zur SVG

Reppenstedt. Wer am Samstag (19 Uhr) beim Heimspiel der SVG Lüneburg gegen den TSV Giesen am Verkaufsstand zugreift, sollte sich jeden Bissen noch einmal bewusst auf der Zunge zergehen lassen. Denn die Brötchen mit Buletten, Hähnchenschnitzel und Leberkäse sind mit einer ordentlichen Prise Leidenschaft für den Bundesligaverein selbst gemacht: Anne Nabel kümmert sich federführend um das Catering für die Heimspiele der Volleyballer in der Gellersenhalle. Ehrenamtlich versteht sich – und haut dafür schon mal bis zu 80 Frikadellen in die eigene Pfanne daheim in Rettmer.

Immer freitags auf Einkaufstour

Ihr Engagement fängt weit vor dem Brutzeln an: „Immer freitags mache ich meine Einkaufstour, besorge alles , was wir brauchen“, erklärt die 57-Jährige. Auch die Bestellung der Getränke sowie die Abrechnungen nach dem Verkauf liegen in ihren Händen. Die vielen Stunden, die sie dafür jedes Mal investiert, zählt sie nicht. „Wir sind ja ein Verein mit nicht viel Geld, da ist das doch unterstützenswert. Wir sind eine große Familie“, schwärmt sie – und möchte deshalb nicht unerwähnt lassen, dass sie stets auf Unterstützung zählen kann: „Ich habe immer ein Helferteam, das sich dann auch um den Verkauf kümmert.“

Für den nämlich hat Anne Nabel selbst keine Zeit, stattdessen hat sie noch einen weiteren wichtigen Job bei der SVG, der ihr sogar einen Premium-Platz auf dem Volleyballfeld verschafft: Sie bedient die elektronische Anzeigentafel in der Halle sowie die Punktetafel direkt am Kampfrichtertisch. Ein Job, der interessante Einblicke bietet: „Da kriege ich die Emotionen der Trainer wirklich hautnah mit.“

Zu schnell sollte das Spiel nicht vorbei sein

Für Volleyball schlägt ihr Herz schon, seit sie denken kann. Bis zu ihrem 40. Lebensjahr spielte sie selbst noch und kam schließlich über ihre Tochter zur SVG. „Als wir vor 16 Jahren herzogen, hat sie in Reppenstedt angefangen, Volleyball zu spielen und da suchten die einen Trainer.“ Schneller als sie gucken konnte, wurde es ihr Posten. Heute gehört Anne Nabel, die halbtags in Hamburg arbeitet, auch dem Vorstand der SVG an, ist Schriftführerin.

Doch so groß ihre Leidenschaft für die Lüneburger Volleyballer ist: Wenn die Jungs zu Hause in der Gellersenhalle kurzen Prozess machen – so wie zuletzt beim 3:0 gegen KW-Bestensee – dann ist das für Anne Nabel und ihre Crew alles andere als gut: „Wenn nach anderthalb Stunden schon alles vorbei ist, dann bleiben wir natürlich auf den Brötchen sitzen.“ Absahnen dürfen dann vor allem die Spieler. „Klar, die langen hinterher alle gerne zu,“ verrät sie. Und für einen legt Anne Nabel sogar vor dem Spiel Frikadellen zur Seite: für Co-Trainer Bernd Schlesinger. „Ohne Brötchen“, gibt sie zu bedenken, ,,sonst sind ihm das zu viele Kohlenhydrate.“

„Ich kriege heute noch Gänsehaut“

Längst hat sie hier jeden ins Herz geschlossen. „Am lustigsten ist es, wenn ich neben Konrad Thole stehe. Dem gehe ich ja quasi nur bis zur Hüfte.“ Die Nummer 9 auf ihrem Trikot, das sie für den LZ-Fototermin schnell übergezogen hat, ehrt allerdings einen anderen Spieler: den ehemaligen Diagonalangreifer Eric Fitterer, in der Saison 16/17 bei der SVG. „Mit dem habe ich höchstens zwei Worte damals gewechselt, aber den fand ich einfach zu toll.“

Und bei noch einer Erinnerung wird ihr an der Bratpfanne gleich noch heißer: wenn sie an den 13. Dezember 2018 denkt. Der Tag, an dem die LüneHünen nach einem 0:2-Rückstand in einem sensationellen Fight das Pokal-Halbfinale gegen die Berlin Volleys gewannen. „Die Angaben von Michael Schlien hab ich mir danach noch zig Mal angeguckt“, erzählt sie. „Und als Cody Kessel dann den Matchball versenkt hat, da kriege ich heute noch Gänsehaut.“ Einen Sieg wünscht sie sich natürlich auch im Niedersachsen-Duell gegen Giesen – nur zu schnell darf das Spiel eben nicht vorbei sein.

Von Kathrin Bensemann