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Martin Schwanitz von der Polizeiinspektion Lüneburg erklärt Carolin Schwenk, Maude Hepper, May-Britt Augustin und Lara Mulaj, wie die Ausbildung bei der Polizei abläuft. Foto: t&w

Wer was werden will

Lüneburg. Im Forum der BBS I herrscht geschäftiges Treiben. Nicht nur die Schüler der Berufsbildenden Schulen in Lüneburg schlendern hier am Donnerstag über den Berufsfindungsmarkt, auch viele Schüler der allgemeinbildenden Schulen in Stadt und Kreis haben sich auf den Weg gemacht, um sich zu informieren.

Ein Novum: Während die jährliche Veranstaltung bislang so ausgestaltet war, dass Schüler sich im Vorfeld anmelden mussten und dann bestimmten Berufen zugeordnet wurden, ist der Markt nun erstmalig als Messe aufgebaut, sodass jeder überall reinschnuppern kann.

„Die Ergebnisse waren in den letzten Jahren eher mäßig“, erinnert sich die Koordinatorin Helena Ninkovic-Bockelmann, die den Markt federführend organisiert hat. „Manche Ausbilder wurden stark besucht, manche sehr wenig. Viele Schüler haben ihren Besuch dort nur als Verpflichtung gesehen, das war demotivierend für alle.“ Nun sei die Veranstaltung offener, das Feedback auf die Umstellung des Konzepts durchweg positiv. Ninkovic-Bockelmann: „Ich bin sehr angetan und glücklich, der große Besucherandrang ist eine tolle Überraschung.“

Fragen zum Homeoffice

26 Aussteller stellen sich am Donnerstag hier vor, neben Platzhirschen wie Werum und Manzke ist der Lebensmitteldiscounter Penny in diesem Jahr das erste Mal mit dabei, ebenso wie das Hotel Gut Bardenhagen. Hotelfachfrau Sandra Mielke ist begeistert vom Markt: „Es ist super, eine Plattform zu haben, wo man so junge, offene Leute kennenlernt. Auch die Organisation im Vorfeld war sehr gut.“ Mielke hat schon einige Praktikumsplätze vergeben können, der Andrang an ihrem Stand war groß. „Zwischen 8 und 10 Uhr kam ich wirklich kaum zum Durchatmen. Ganz viele Jungs haben sich nach der Ausbildung zum Koch erkundigt, aber auch ein paar Mädchen. Das hat mich gefreut, das ist ja noch eine ziemliche Männerdomäne.“ Zum Schmunzeln gebracht haben sie Fragen zum Homeoffice. „Bestimmt sechs Mal wurde ich darauf angesprochen. Es ist ja schön, dass die Jugend heute schon so früh an sowas denkt, aber das ist bei uns natürlich schwierig.“

Große Trauben an Schülern standen bei der Bundeswehr und bei der Polizei, Anklang fanden auch die Ausbildungsberufe und dualen Studiengänge bei Stadt und Kreis.

Mehr Abwechslung geht nicht

„Die Lüneburger Heide ist Bundeswehr-Land“, versucht Bundeswehr-Karriereberater Frank Schulz den Andrang an seinem Stand zu erklären. „Anders als viele Gegenden im Süden Deutschlands oder die Gegend, aus der ich komme, Lüchow-Dannenberg“, sagt Schulz mit einem Augenzwinkern. „Wir bieten 40 Ausbildungsberufe an, vom Tierpfleger bis zum Chemie-Laboranten, mehr Abwechslung geht nicht.“

Auch Stefanie Burmeister vom Landkreis Lüneburg ist zufrieden. „Offene Messen sind immer gut. So erreicht man auch junge Menschen, die vielleicht noch gar nicht wirklich wissen, wohin die Reise gehen soll. Der Renner bei uns ist momentan das duale Studium Soziale Arbeit.“ Damit sie den vielen Fragen der Schüler auch gerecht werden kann, hat sich Burmeister Verstärkung mitgebracht. „Aus jedem Ausbildungsberuf sind Azubis da, die den Jugendlichen erzählen können, was sie erwartet.“

Auf der Suche nach dem Traumberuf

Sarah, Joelina und Laura besuchen die zehnte Klasse des Realschulzweigs der Oberschule Scharnebeck. Für sie ist der Besuch hier vor allem ein Kennenlernen ihrer neuen Schule. „Wir wollen alle hier noch unser Abi machen“, erklärt Sarah. „Aber auch sonst ist der Tag spannend für uns. Wir haben uns über alles informiert, was mit Verwaltung, Recht und Finanzen zu tun hat.“

Lara besucht das Berufliche Gymnasium in Lüneburg, Polizistin ist schon immer ihr Traumberuf. „Heute habe ich viel darüber erfahren, wie das laufen könnte“, freut sie sich. „Studieren würde ich dann in Oldenburg.“

Von Lea Schulze