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Für seine Rolle bei den Rosen hat Philipp Oliver Baumgarten ein Rudertraining absolviert. Foto: be

Ganz nah dran an Genscher

Lüneburg. An den größten Moment in seinem Leben kann er sich nicht erinnern. Wie auch? Er war ja gerade mal ein Jahr alt, als seine Eltern 1989 mit ihm aus der DDR flüchteten. Sie zählten zu den ersten, die auf dem Gelände der Prager Botschaft Schutz suchten. „Als Genscher seine berühmte Rede gehalten hat, stand meine Mutter mit mir direkt an den Fenstern hinter ihm“, weiß Philipp Oliver Baumgarten aus Erzählungen. Inzwischen ist er 31 Jahre alt und einer der neuen Hauptdarsteller der Roten Rosen.

Philipp Oliver Baumgarten spielt den Koch Alexander Maiwald der nach längerer Tätigkeit auf einem Kreuzfahrtschiff nach Lüneburg zurückgekehrt ist – zu seiner Jugendliebe Judith (Katrin Ingendoh) und dem gemeinsamen Sohn Oskar. Doch bei dem Paar kriselt es, auch weil er einen großen Freiheitsdrang verspürt, während sie vom Leben mit ihrer kleinen Familie im Eigenheim träumt. Bei einem Fahrradunfall trifft er auf Astrid (Claudia Schmutzler), zu der er gleich einen besonderen Draht verspürt. Was er anfangs nicht weiß: Es ist die Jugendfreundin seines Onkels Henning (Herbert Ulrich). Astrid und Alexander finden zunächst zueinander, doch als sie erfährt, dass er ein Kind hat, ist es vorbei.

Extra Rudern gelernt

Baumgarten kam in Magdeburg zur Welt und wuchs in Aalen in Baden-Württemberg auf. Schon im Kindergarten sammelte er erste Schauspielerfahrung. Offenbar hat es ihm auf der Bühne gefallen, denn während seiner Schulzeit spielte er beim Jungen Theater Aalen. Sein erstes festes Engagement ergatterte er später beim Landestheater Detmold.

Nun also Fernsehen – zum zweiten Mal nach „Unter uns“ bei RTL, wo er vier Monate lang einen Medizinstudenten spielte. Die Rolle bei den Rosen ergatterte er ganz klassisch über ein Casting, bei dem er sich in mehreren Runden gegen die Konkurrenten durchsetzen konnte. Und er hat für seine Rolle extra Rudern gelernt, in Scharnebeck manche Trainingseinheit absolviert. „Ich wollte das eigentlich auch weitermachen, zumal ich vorher schon Kajak gefahren bin, aber während der Drehtage bleibt dafür kaum Zeit“, verrät der Neue am Set. Und nach Feierabend will er auch noch Zeit mit seiner Familie verbringen, mit seiner Frau, einer Opernsängerin, und dem gemeinsamen, knapp drei Jahre alten Kind.

Erstmal ist er jetzt bei den Rosen

Die Rosen sind für ihn ein Glücksfall, ein langfristiges Engagement in einer lebenswerten Stadt. Doch beruflich ist er mit seinen 31 Jahren natürlich noch nicht am Limit. Klar habe er Traumrollen, auf der Bühne ebenso wie vor der Kamera. „Die am Theater verrate ich aber nicht“, sagt er – ein bisschen Aberglaube ist dabei. Und beim Film würde er gern was spielen, „wo man sich so richtig reinflitschen kann“, sagt er und meint tiefgründige Charakterrollen, wie sie jene, die er ehrfürchtig alte Helden nennt, wie Robert de Niro oder Al Pacino immer wieder gespielt haben. Doch erstmal ist er jetzt bei den Rosen. Eine Nummer kleiner soll ja auch schön sein.

Von Alexander Hempelmann

Rote-Rosen-Buch

Signierstunde

Anlässlich der Veröffentlichung des zweiten Rote-Rosen-Bandes gibt es am Montag, 2. Dezember, ab 16 Uhr eine Autogrammstunde mit Claus Dieter Clausnitzer und Brigitte Antonius bei Lünebuch am Markt.