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Noch im Dornröschenschlaf: Bis Ende 2020 sollen sich auf dem Grundstück an der Hauptstraße in Scharnebeck Gäste des neuen Hotels und Restaurants tummeln. Foto: ada

Zweite Bestimmung für altes Wohnhaus

Scharnebeck. Die Eichenblätter wirbeln im Herbstwind über das Grundstück an der Hauptstraße 41, die Fenster sind dunkel, Büsche wuchern über Treppengeländer und Außenfassaden. Es ist nicht der erste November, in dem das große alte Fachwerkhaus verlassen wirkt – aber womöglich der letzte. Denn Ende nächsten Jahres soll hier, wo jetzt noch das leere Wohnhaus steht, ein Hotel entstanden sein – mit 44 Betten und Restaurantbetrieb.

Bürgermeister freut sich über Erhalt der alten Bausubstanz

„Ich finde das ist eine tolle Sache“, sagt Scharnebecks Bürgermeister Hans-Georg Führinger am Abend in der Bauausschusssitzung der Gemeinde. Gerade haben die Ausschussmitglieder über den Bauantrag beraten, der die Planungen für das Hotel mit 21 Doppelzimmern, zwei Einzelzimmern, einem Restaurant mit 86 Sitzplätzen und einem kleinen Veranstaltungsraum beinhaltet. „Übernachtungsmöglichkeiten fehlen uns und ich finde es schön, dass wieder Gastronomie nach Scharnebeck kommt“, so Führinger. Besonders schätzt der Bürgermeister, dass das alte Fachwerkhaus erhalten bleiben und lediglich um einen nach hinten verlaufenden Anbau ergänzt werden soll. „Es ist eine gute Alternative. Sonst sehen wir oft, dass alles platt gemacht wird“, sagt Führinger.

Betrieben wird das künftige Hotel von der GTB Hotelbetriebs GmbH unter Geschäftsführer Udo Bleeker. Auch er legt großen Wert darauf, dass der Altbau erhalten bleibt, weil er „ortsprägend“ sei, „und wir verhindern wollen, dass der Ort mit Stadtvillen zugebaut wird“. Die Hotelzimmer, jeweils mit Balkon oder Terrasse ausgestattet, sollen alle im Neubau – und damit im hinteren Bereich des Grundstücks – liegen, ein kleiner Veranstaltungsraum im oberen Bereich des Altbaus, das Restaurant mit Bar im unteren Teil des Haupthauses und ein kleiner Biergarten im vorderen Grundstücksbereich.

Rund 3500-Einwohner-Örtchen

Neben dem Hotel Europa, mit vergleichsweise wenigen Hotelzimmern und dem Restaurant Rusticus, wäre es das dritte kulinarische Angebot in Scharnebeck. Klingt viel, für ein rund 3500-Einwohner-Örtchen – doch Bleeker, weiß, worauf er sich einlässt. Seit viereinhalb Jahren betreibt der Hotelier bereits das „Hotel Restaurant Teichaue“ und hat regelmäßig auch Gäste aus Scharnebeck. „Wir haben viele Erfahrungen gewonnen und wissen, dass die Kombination aus preiswertem Hotel und einer guten Gaststätte nachgefragt wird“, erklärt Bleeker. Insbesondere eine Kneipe zum abendlichen Zusammenkommen, fehle vielen Scharnebeckern, weiß der Hotelier zu berichten.

Abhilfe soll das neue Restaurant samt Biergarten schaffen – mit klassischer deutscher Küche. Das Hotelkonzept sieht Zimmer im mittleren Preissegment vor: ein Einzelzimmer soll zwischen 60 und 70 Euro, ein Doppelzimmer zwischen 80 und 90 Euro pro Nacht kosten. Dass die Zimmer gebraucht werden, daran hat Hans-Georg Führinger keine Zweifel. Mit dem Bau der Scharnebecker Schleuse erwartet er zusätzlich einsetzenden Tourismus, „wie wir es damals auch beim Hebewerk erlebt haben“. Überhaupt seien die Hotels im benachbarten Lüneburg „ewig ausgebucht“ und „durchaus Bedarf“ vorhanden.

Alte Eichen auf Grundstücken sollen erhalten bleiben

Dem stimmten indirekt auch die Mitglieder der Bauausschusssitzung zu und bewilligten den Bauantrag einstimmig. Lediglich ein paar Hinweise sollten zu Protokoll genommen werden, wie etwa, dass der alte Eichenbestand auf dem Grundstück gewahrt werden solle. Das sieht auch Udo Bleeker so. „Der Baumbestand bleibt erhalten. Wir werden die Bäume definitiv nicht anfassen“, versicherte der Geschäftsführer.

Von Anke Dankers