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Auch dieser Radweg an der Soltauer Straße soll in Angriff genommen werden. (Foto: t&w)

Es soll weiter investiert werden

Lüneburg. Die Soltauer Straße herunterzuradeln ist kein Vergnügen, schon gar nicht für Radfahrer mit schwachen Bandscheiben. Nun aber soll auch der Ostteil dieser vielbefahrenen, aber extrem ramponierten Route in Angriff genommen werden. Sie ist Teil des knapp zwei Millionen Euro schweren Investitionspakets, das die Stadt im kommenden Jahr in den Radwegeausbau stecken will. Im jüngsten Verkehrsausschuss bekam die Verwaltung dafür Lob, auch wenn frühere Projekte noch in der Warteschleife stecken.

„Es hätte mehr im letzten Jahr sein können, aber wir liegen nicht auf der faulen Haut“, sagte Verkehrsdezernent Markus Moßmann in der Sitzung. Allerdings: Weder die geplanten Arbeiten an der Dahlenburger Landstraße noch an der Friedrich-Ebert-Brücke noch an der Bockelmannstraße wurden umgesetzt, obwohl längst beschlossen, wie Frank Soldan anmerkte. Auch die Sanierung und Verbreitung der Geh- und Radwege im Zuge der Artlenburger Landstraße fand nicht statt. Überhaupt wurden nur Arbeiten mit einem Auftragsvolumen von jeweils unter 25 000 Euro durchgeführt.

Moßmann versuchte auch gar nicht, die Lage schön zu reden, führte als Begründung aber sowohl die aktuelle Konjunkturlage als auch lange Fördermittelfristen an. Überdies könnten die Maßnahmen auch erst nach Freigabe des Haushalts gestartet werden. „Mit einer Beschlussfassung allein ist es nicht getan“, entgegnete Moßmann.

Der Blick nach vorn aber machte deutlich, dass die Stadt nicht nur gewillt ist, die noch offenen Projekte umzusetzen, sondern nochmals neue anzugehen. Hier die wichtigsten Maßnahmen.

Soltauer Straße

500 000 Euro sollen in die Sanierung des Geh- und Radwegs auf der Ostseite zwischen Hasenburger Berg und Oedemer Weg fließen. Mit der Umsetzung selbst werde aber wohl erst 2021 begonnen werden können.

Uelzener Straße

Eine Million Euro, davon 600 000 Euro Fördermittel, soll für die Planungsarbeiten zur Sanierung der Achse Sternkreuzung–Uelzener Straße–Munstermannskamp und die Umsetzung des ersten Bauabschnitts zur Sanierung der Geh- und Radwege auf der Ostseite zwischen Bahnübergang und Goethestraße aufgewendet werden. Umsetzung voraussichtlich 2020 und 2021.

Radwege-Prioritätenliste

Für die Sanierung von Geh- und Radwegen als Maßnahmen aus der Radverkehrsstrategie 2025 sollen 790 000 Euro in die Hand genommen werden, dafür sollen Fördermittel in Höhe von 350 000 Euro beantragt werden. Umsetzung voraussichtlich 2021.

Rad- und Busbeschleunigung

Mit einer Potenzialstudie sollen die Möglichkeiten einer „Grünen Welle Radverkehr“ und die Busbeschleunigung auf dem Stadtring ermittelt werden. Kosten für die Studie 150 000 Euro, davon 90 000 Euro Fördermittel. Umsetzung voraussichtlich 2021.

Verkehrserhebungen

Für Erhebungen und Zählungen zur Umsetzung der Radverkehrsstrategie 2025 sollen 50 000 Euro eingesetzt werden.

Mobilitätsstationen

100 000 Euro, davon 60 000 Euro Fördermittel, sollen in bauliche Anlagen zur Verknüpfung von Leihrädern, Carsharing und Bushaltestellen fließen. Umsetzung ebenfalls voraussichtlich 2021.
Die Bedeutung dieses 2-Millionen-Euro-Investitionspakets stellte Sebastian Heilmann in der Sitzung heraus. Runtergerechnet entfielen damit laut städtischem Radverkehrsbeauftragten 25 Euro auf jeden Einwohner und somit mehr als vom „Nationalen Radverkehrsplan 2020“ vorgegeben, der pro Person und Jahr 13 bis 18 Euro in den Radverkehr investiert. Auf sogar 40 Euro pro Einwohner steige der Betrag, wenn auch die Fördermittel eingerechnet werden.

Vor der Verwaltung wurden aber auch Einschränkungen angekündigt. Wegen der angespannten Haushaltslage sei eine Erhöhung der Mittel zur Unterhaltung von Radwegen „derzeit nicht möglich“, wie es in der Vorlage hieß. Einstimmig beschloss am Ende der Ausschuss sowohl die Bilanz 2019 als auch das Maßnahmenpaket für den Haushalt 2020 vorbehaltlich der noch anstehenden Beschlussfassung des Rates.

Von Ulf Stüwe