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Alles neu macht der Dezember in Steddorf: Hier wird derzeit unter anderem eine Überquerungshilfe gebaut. Weitere Dorferneuerungsmaßnahmen sind für nächstes Jahr geplant. (Foto: phs)

Schluss mit der Raserei

Bienenbüttel. In Varendorf wird gewartet, in Bornsen gejubelt, in Steddorf bereits fleißig gearbeitet: Im Zuge der Dorferneuerung bekommen d ie drei Ortsteile Bienenbüttels einen neuen Anstrich, vor allem Verkehrsberuhigung spielt dabei eine Rolle. Die LZ gibt einen Überblick über die geplanten Maßnahmen.

Steddorf

In Steddorf ist schon seit Wochen kein Durchkommen mehr. Neben Leitungsverlegungen für das neue Baugebiet „Kuhlfeld“ wird im Rahmen der Dorferneuerung eine Überquerungshilfe auf der Steddorfer Straße gebaut. Und auch der Endausbau für das Baugebiet Wellbruch II läuft: In dieser Woche soll das restliche Pflaster verlegt und die Straßenbeleuchtung hergestellt werden. „Die komplette Fertigstellung der Überquerungshilfe, einschließlich Beleuchtung, erfolgt dann witterungsabhängig in 2020“, kündigt Bauamtsleiterin Inga Heitmann an. Doch das ist erst der Anfang: Gemeinde und Landkreis versehen auch die Ortsdurchfahrt im alten Dorf mit einer neuen Asphaltschicht, der Fußweg entlang der Steddorfer Straße soll saniert, die Straßenbeleuchtung erneuert werden. Zudem wird ein Teil der Bushaltebuchten in Steddorf durch sogenannte Buskaps ersetzt. Die Busse halten dann künftig auf der Straße. Im ersten Halbjahr 2020 sollen laut Bürgermeister Merlin Franke alle Arbeiten abgeschlossen sein. Doch keine Sorge: Autofahrer können die Durchgangsstraße zeitnah wieder nutzen – nämlich, so der Plan, spätestens am 20. Dezember. Schon länger gibt es im Ort den Wunsch, dass auch die Steddorfer Straße in Höhe der Baugebiete zur Ortsdurchfahrt erklärt wird. Dann würde dort, auch nach den Bauarbeiten, Tempo 50 gelten. Hierzu habe es bereits Gespräche mit den zuständigen Behörden gegeben, sagt Inga Heitmann. Eine offizielle Erörterung der gesamten Verkehrssituation steht noch bevor. Zum Hintergrund: Die „Rennpiste“ durch Steddorf steht schon länger unter Beobachtung. Der Landkreis hatte dort im Zeitraum vom 15. bis zum 21. Januar sowie vom 9. bis zum 15. Juli eine mobile Blitzeranlage installiert. Das Ergebnis: 156 Fotos für Verkehrssünder im Januar, 66 im Juli. Die höchste gemessene Geschwindigkeit lag in beiden Monaten über 80 Stundenkilometern – und zwar innerorts.

Varendorf

Bei Ortsvorsteherin Renate Niemann lagen sie schon auf dem Schreibtisch: die Pläne für die Dorferneuerung in Varendorf. Demnach werde vor allem die mehr als sieben Meter breite Varendorfer Straße verschmälert – und zwar mit einer speziellen Pflasterung an den Straßenrändern, so Niemann. Überdies wolle man – von Rieste aus kommend rechts der Straße – zwischen Bürgersteig und Fahrbahn ein langgezogenes Beet mit bienenfreundlichen Pflanzen anlegen. Damit die Raserei im Ort ein Ende hat, sollen an den Ortseingängen Verschwenkungen gebaut werden. „Doch auch über die Verkehrsberuhigung hinaus soll sich in Varendorf einiges verändern“, sagt Niemann – etwa mit einer Sanierung des Bürgersteigs und neuen LED-Lampen. Die Ortsvorsteherin hofft nun täglich auf einen Termin mit der Verwaltung, bei dem die Bewohner Varendorfs über die Pläne informiert werden. „Derzeit versuchen Ortsvorsteherin und Gemeinde, zusammen eine Lösung für ein benötigtes Regenrückhaltebecken zu finden“, erklärt Inga Heitmann. Für die Maßnahmen sind anteilig Gelder im Haushalt 2020 eingestellt, die Politik muss allerdings über die Entwürfe der Dorferneuerung noch abschließend entscheiden.

Bornsen

Einen Dorfabend gab es in Bornsen schon, die Pläne für die Dorferneuerung sind unter Dach und Fach. Die Bornser können ihren Ort bald durch Baumtore passieren – diese sollen unterstreichen, dass dort ein Dorf beginnt und langsamer gefahren werden muss. Ergänzend dazu werden feste Geschwindigkeitsmesstafeln installiert und Straßeneinmündungen verkleinert. Die Straße „Am Kronsberg“ erhält eine neue Asphaltdecke und der Buswartebereich eine Frischekur. Dieser wird barrierefrei – und zieht in diesem Zuge einige Meter weiter Richtung Rieste. Im Fokus der Dorferneuerung steht der Kreuzungsbereich im Ortskern. Dieser wird unter anderem durch Bordlinien optisch verengt. Und die Grüninseln? Ziehen weiter nach Südosten und werden mit einer insektenfreundlichen Bepflanzung versehen. Die Asphaltflächen der Kreisstraße 44 und der östlichen Verbindung zur Kreisstraße 46 bekommen ein „dorferneuerungsgerechtes“ Pflaster. Das alles muss bis Ende Mai 2021 fertig sein. Die Verwaltung will die Maßnahmen Anfang 2020 ausschreiben. Ortsvorsteher Heinrich Hellbrügge: „Wir sind froh, dass so ein kleiner Ortsteil auch mal zum Zuge kommt.“

Von Anna Petersen