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Dachsbrauerei
Frank Pischke (l.) und Marc Brammer wollen die Kapazitäten der Dachsbrauerei in Sommerbeck ausbauen. Dazu schaffen sie unter anderem größere Sudkessel an. (Foto: phs)

„Dachsbau“ wird vergrößert

Sommerbeck. Bei Marc Brammer und Frank Pischke läuft es – und das im Wortsinne: 500 Hektoliter Bier haben die beiden Jungunternehmer 2019 in Sommerbeck bei Dahlenburg gebraut. „Eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 130 Prozent“, freut sich Brammer. Von solchen Umsatzsteigerungen können selbst große Brauerei-Konzerne auf dem heiß umkämpften deutschen Biermarkt nur träumen.

Anfang des Jahres wollten die beiden Dahlenburger sogar das ganz große Fass aufmachen und den Lüneburger Markt erobern: „Unser Traum ist es, als Lüneburger Jungs mit Lüneburger Wasser Bier in Lüneburg für Lüneburger zu brauen“, hatte Pischke vor wenigen Montaten im LZ-Gespräch betont. Den Lüneburger Biermarkt haben die beiden nach wie vor im Visier – doch der Umzug der Dachs-Brauerei nach Lüneburg ist vorerst auf Eis gelegt. „Dafür werden wir unsere Brauerei in Sommerbeck vergrößern“ sagt Brammer. Rund 200 000 Euro wollen die beiden in den nächsten Wochen und Monaten in die Modernisierung des „Dachsbaus“ investieren.

Beim Rundgang durch die Dachsbrauerei erklären Pischke und Brammer, was in nächster Zeit passieren soll. Das alte Sudhaus etwa wurde schon verkauft an Kollegen in Krefeld und wird abgebaut, sobald das neue geliefert ist. Denn für das, was die beiden Sommerbecker vorhaben, reicht die Kapazizät der alten Kessel nicht mehr aus. „Wir wollen unseren Absatz 2020 noch einmal verdoppeln“, gibt Brammer selbstbewusst das Geschäftsziel aus – 1000 Hektoliter, also 100 000 Liter Bier sollen bis zum Ende des Jahres die Dachsbrauerei verlassen.

Neues Sudhaus soll auch ein Blickfang werden

Das freilich funktioniert nur mit größeren Sudkesseln. Um Platz für die zu schaffen, muss der Dachsbau in Sommerbeck umgebaut werden. „In das bisherige Sudhaus kommen die Lagertanks, das Lager wiederum wird zum Kühlhaus“, erklären Pischke und Brammer die Umbaupläne. Und das neue Sudhaus? Das soll nicht nur größer, sondern auch ein Blickfang und ein Besuchermagnet werden – als Mittelpunkt im ebenfalls neu geplanten, wetterfesten Ausschankraum.

Zwölf verschiedene Biere werden derzeit in Sommerbeck gebraut, alle bislang naturtrüb. Demnächst werden die Dachsbrauer aber auch filtriertes Bier herstellen – Hefe und Eiweiß aus dem Gerstensaft sollen dann mithilfe von Zelluloseplatten herausgefiltert werden: „Der Markt verlangt danach“, ist sich Brammer sicher.

Auch wenn die beiden Bierexperten vor allem ihren Standort in Somerbeck stärken wollen, bleibt Lüneburg weiter auf der Agenda: Anfang 2019 träumten die Dachsbrauer noch davon, schon bald den Bierauschank für die Arena übernehmen zu dürfen. Dafür wollten sie eigens eine neue Brauerei nahe der Sport- und Eventhalle bauen (LZ berichtete). Von diesen Plänen haben sich die Jungunternehmer verabschiedet – zumindest vorerst. „Wir müssen jetzt auch erst einmal schauen, wie der Betreibervertrag für die Arena letztlich aussehen wird“, sagt Brammer.

Lieferung mit dem Lastenfahrrad geplant

Dass die beiden trotzdem nach wie vor großes Interesse haben, den Fuß in das Arena-Biergeschäft zu bekommen, zeigt sich aber auch schon daran, dass sie in unmittelbarer Nähe einen Kühlraum angemietet haben. Und von hier aus soll später nicht nur die Sport- und Eventhalle mit Dachsbier versorgt weden, sondern auch die Verkaufsstellen in der Lüneburger Innenstadt: „Mit dem Lastenfahrrad“, sagt Marketingmann Pischke. Denn er weiß: „Ein regional gebrautes Bier, das auch noch umweltfeundlich ausgefahren wird, ist genau das, was unsere Kunden schätzen.“

Von Klaus Reschke