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Voraussichtlich im Sommer 2020 startet der erste von drei Abschnitten des Umbaus der Grundschule Melbeck. Foto: t&w

Investitionen in Bildung und Betreuung

Zum Jahresbeginn blicken die Hauptverwaltungsbeamten der Region für die LZ in die Zukunft. Heute: Peter Rowohlt (SPD), Bürgermeister der Samtgemeinde Ilmenau.

Melbeck. Zunächst ist für die Samtgemeinde Ilmenau erneut ein bemerkenswertes Jahr zu Ende gegangen. Binnen eines halben Jahres ist das alte Rathaus zur Krippe für drei Gruppen umgebaut worden. Dass wir bei einem „Bau im Bestand“ mit etlichen Risiken nur um sechs Wochen in Verzug kamen und bei den Kosten erneut nahe an einer Punktlandung liegen, ist eine großartige Leistung aller Beteiligten. Am 2. Januar konnten wir eröffnen.

Peter Rowohlt. Foto: t&w

Wir drücken die Daumen, dass uns das Glück des Tüchtigen weiter hold bleibt, denn das nächste Großprojekt ist schon in Umsetzung: Der Bauantrag für den Umbau der Grundschule Melbeck ist bereits abgegeben. Ginge die Baugenehmigung reibungslos durch, könnten wir in den Sommerferien 2020 mit dem ersten von drei Bauabschnitten beginnen. Noch im Frühjahr fällt zudem der Startschuss für den Architektenwettbewerb zum Neubau der Grundschule Deutsch Evern.
Die Samtgemeinde wächst in allen vier Orten und dieser Trend wird langfristig anhalten. Jetzt ziehen die Gemeinden und die Samtgemeinde die Infrastruktur dafür nach. Wir werden also über mangelnde Arbeit nicht klagen können, oder anders gesagt: Was wir selber in der Hand haben, läuft.

Gemeinden ächzen unter fehlendem Geld

Doch in diesem Jahr ist die gespielte Musik in den höheren Etagen viel wichtiger als die, die wir selber spielen: Unsere Gemeinden ächtzen unter dem fehlenden Geld für die Kindergartenfinanzierung. In nur drei Jahren werden Deutsch Evern, Embsen und Melbeck sage und schreibe über 410 000 Euro ersatzlos fehlen, die aus den eh schon strapazierten Haushalten zusätzlich aufgebracht werden müssen. Der Landkreis hilft zwar finanziell, aber es reicht nicht. Es gilt abzuwarten, ob mögliche Klagen das Land dazu bewegen werden, die tatsächlich angefallenen Defizite aus der Beitragsfreiheit für den Kindergarten auszugleichen. Schade, dass es dazu kommen muss.

Und bleiben wir in Hannover: Wir freuen uns zwar alle riesig auf den Anschluss der bestehenden Häuser an das Glasfasernetz. In Barnstedt vielleicht schon im Januar. Aber wie wird sich die Landesregierung zu dieser unfassbaren Posse beim Netzausbau mit Glasfaser in Neubaugebieten positionieren? Bleibt es ungerügt, dass die Telekom über 16 Millionen Euro Fördergeld für den Ausbau des Breitbandnetzes in Teilen des Landkreises einstreicht und dann bei Neubaugebieten in gleichen Orten den Ausbau verweigern darf, weil es daran nicht genug zu verdienen gibt? Willkommen im „Giga-Bit-Land“.

„Die Samtgemeinde wächst und dieser Trend wird anhalten. Jetzt ziehen wir die Infrastruktur dafür nach.“ – Peter Rowohlt, Samtgemeindebürgermeister

Da aller guten Dinge drei sind: Was macht das Land mit gemunkelten 800 Millionen Euro Haushaltsüberschuss aus dem Jahr 2019? Von großen Aufforstungsprojekten ist die Rede und umfänglichen Klimaschutzprogrammen. Sehr gut. Der Klimawandel ist nicht zu leugnen und es ist höchste Zeit, ihn aufzuhalten. Auch unsere Landwirte litten unter zwei Dürre-Jahren; auch unsere Feuerwehren müssen viel öfter bei Unwetter ausrücken, auch bei uns saufen Keller und Straßen im Starkregen ab. Ich schaue sehr zuversichtlich in das neue Jahr, wenn Bund und Land hier einen fairen Ausgleich finden: Globale Probleme jetzt mutig angehen, aber die Kommunen bei ihren Aufgaben trotzdem nicht im Regen stehen lassen – 800 Millionen Euro sollten für beides reichen.