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Frank Bauche, Andreas Carstens und Andreas Wichmann im Baugebiet Lustgarten II in Melbeck: Die drei Anwohner sorgen sich um den Erhalt eines kleinen Biotops. Foto: kre

Oase für Reh und Frosch

Melbeck. Frank Bauche und seine Nachbarn sorgen sich um den Erhalt eines kleines Idylls vor ihrer Haustüre: Zwischen dem Moorbach und dem Baugebiet Lustgarten I in Melbeck hat sich ihren Worten zufolge ein kleines Biotop entwickelt, das Vögel, Amphibien und sogar Rehen einen Rückzugsort bietet. Doch mit der Erschließung des Baugebietes Lustgarten II durch die Gemeinde fürchten sie jetzt um den Fortbestand der knapp 3000 Quadratmeter großen Oase.

Ursprünglich sollte auf dem Areal das Regenrückhaltebecken für das neue Baugebiet Lustgarten II entstehen. „Ein hydrologisches Gutachten hat jedoch ergeben, dass dieses technische Bauwerk nicht notwendig ist“, erklärt Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner (CDU) – das bereits vorhandene Regenrückhaltebecken Lustgarten I sei groß genug, um auch das anfallende Oberflächenwasser aus dem neuen Baugebiet aufzunehmen. „Diese Lösung haben wir mit der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Lüneburg auch so abgesprochen“, erklärt der Bürgermeister.

Nichtsdestotrotz fürchten Frank Bauche und seine Mitstreiter Andreas Carstens und Andreas Wichmann, dass an das kleine Birkenwäldchen auf dem Areal die Motorsäge angesetzt, die Wiese abgeschoben und mit Sand aufgefüllt wird. „Wenn das passiert, ist das Biotop für die hier lebenden Tiere zerstört“, mahnen die drei bei einem Ortstermin mit der LZ.

Landkreis fordert Gutachten zur Artengefährdung

Die Sorge der Männer ist nicht ganz unbegründet. Für die Erschließung des Baugebietes Lustgarten II muss nämlich Boden aufgeschüttet werden. Und damit das Grundstück, dass an das 3000 Quadratmeter große Areal angrenzt nicht absackt, muss es baulich abgefangen werden. „Mit einer Böschung hin zu der betreffenden Wiese“, erklärt Klaus Hübner.

Doch so schnell werden die Bagger noch nicht anrollen, denn: „Die Gemeinde will zunächst einen Gutachter beauftragen um zu prüfen, welche Tiere dort leben und durch die Baumaßnahme gefährdet werden könnten“, erklärt das Melbecker Gemeindeoberhaupt und fügt hinzu: „Die Erstellung eines solchen Gutachtens hat auch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises eingefordert.“ Der Gemeinderat habe deshalb auch den entsprechenden Ratsbeschluss dazu gefasst. Habe der Gutachter seine Arbeit erledigt, werde der Rat sich erneut mit dem Thema befassen.

Eines schließt der Bürgermeister allerdings jetzt schon kategorisch aus – nämlich dass auf dem Areal in Zukunft vielleicht doch noch Bauplätze entstehen könnten. „Dazu müssten wir den gesamten Bebauungsplan ändern“, erklärt Klaus Hübner.

Von Klaus Reschke