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Seit Mitte 2019 sind E-Roller im Straßenverkehr zugelassen – wenn sie versichert sind. (Foto: Adobe Stock)

Auf der Rolle

Lüneburg. Noch sind es nur ein paar, die mit E-Rollern durch die Stadt surren. Denn anders als etwa in Hamburg treten hier noch keine großen Verleiher auf den Plan, die die Gefährte anbieten. Trotzdem hat die Polizei alle paar Tage mit den Stromern zu tun: Auf Streifenfahrt entdecken die Beamten Zweiroller-Aktivisten, die kein Versicherungsschild an ihren Roller geklebt haben – und das ist Pflicht. „Seit die E-Tretroller seit Mitte vergangenen Jahres bei uns erlaubt sind, wurden 10 bis 15 Taten im zuständigen 7. Fachkommissariat bearbeitet“, sagt Polizeisprecherin Antje Freudenberg. „Wie man sieht, eine Schätzung.“ Diese Delikte würden nicht ex­tra in der Statistik erfasst. Es geht juristisch um einen Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz. Dazu kommen andere Fälle, die als Ordnungswidrigkeit eingestuft und beim Landkreis erfasst werden. Das Straßenverkehrsamt meldet sieben Verstöße.

Nicht alle Gefährte dürfen auf die Straßen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatte den Startschuss für die Roller-Bewegung gegeben. Viele Skeptiker warnten davor. Zu recht, denn in Zeitungen landauf landab ist nachzulesen: Es kommt häufig zu schweren Unfällen mit den Gefährten. Zum einen weil viele Modelle wackelig und die Benutzer überfordert sind, zum anderen sausen junge Leute gern zu zweit mit dem Spaßmobil herum, obendrein in vielen Fällen betrunken. Das kann dann schmerzhaft enden. In Stadt und Kreis allerdings sind noch keine dramatischen Stürze bekannt.

In der Region seien Privatleute mit ihren Tretrollern unterwegs. Polizeisprecher Kai Richter sagt: „Die müssen ihre Fahrzeuge selber versichern.“ Das aber täten nicht alle, eher zufällig ertappten seine Kollegen dann Roller-Sünder.

Abenteuer auf Rollern

  • Zulässige Verkehrsflächen sind Radwege und Fahrbahnen, nicht Gehwege und Fußgängerzonen
  • Mindestalter 14 Jahre
  • Es bedarf keines Führerscheins
    Keine Zulassungspflicht, dafür eine Versicherungspflicht in Form einer Haftpflichtversicherung
  • Keine Helmpflicht, aber das Tragen wird empfohlen
  • Es gilt die Straßenverkehrsordnung.

Quelle: Landesverkehrswacht

Es gebe noch andere Phänomene auf den Straßen. Beliebt seien auch Skateboards mit Elektroantrieb. Dazu kommen Hoverboards. Das sind quasi querstehende Skateboards, die mit den Füßen über Pedale rechts und links gesteuert, beschleunigt und gebremst werden. Wie aus einer Comicserie in die Welt geworfen wirken Airwheels. Das sind Mono- oder Einräder, die zwischen 800 und 2000 Euro kosten, über keinen Sitz verfügen und ebenfalls nur mit den Füßen gelenkt und gefahren werden. Eine Herausforderung für den Gleichgewichtssinn.
All diese Gefährte haben eins gemeinsam, betont Richter: „Sie dürfen nur auf privatem Gelände betrieben werden.“ Für die Piloten sind öffentliche Wege und Straßen tabu. Eigentlich. Denn ab und an saust so ein Fahrer auch schon mal an einem Radler vorbei. Wer ertappt wird, kann gleich mehrere Probleme haben: Da die Dinger laut Polizei zwar nicht versichert werden können, liegt trotzdem ein Verstoß gegen das Versicherungsgesetz vor, möglicherweise ist der Betreiber ohne Führerschein unterwegs und betreibt unzulässigerweise ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Raum: „Das kann mit einer Geldbuße und einem Punkt in Flensburg geahndet werden.“

Von Carlo Eggeling