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Für die Erweiterung des Windparks Südergellersen hat der Gemeinderat grünes Licht gegeben, aber mit Einschränkungen. Foto: be

Windpark Südergellersen wächst weiter

Südergellersen. Das Vorranggebiet für Windenergie südlich von Südergellersen wird um eine weitere Anlage wachsen. Das Unternehmen „Landwind“ plant den Bau eines Rotors mit einer Nabenhöhe von 125 Metern, dessen Leistung von 4,5 Megawatt für die Stromversorgung von rund 2500 Haushalten ausreicht. Den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fasste der Rat bei einer Gegenstimme (Jürgen Stübling, SPD) und zwei Enthaltungen (Malte Fuhrberg (Grüne) und Daniel Weber (FDP).

Wie Maaike Langhorst von „Landwind“ in der Sitzung erläuterte, habe das Unternehmen ursprünglich den Bau einer noch größeren und leistungsstärkeren Anlage mit einer Nabenhöhe von 164 Metern beantragt. Im Gegenzug habe man der Gemeinde angeboten, eine der dicht am Dorf stehenden nunmehr 19 Jahre alten Anlagen abzuschalten. Beide Modelle seien genehmigungsfähig, betonte Langhorst.

Auch die Folgen für die Tierwelt im Projektgebiet seien bereits untersucht: „Es gibt kein signifikant erhöhtes Kollisionsrisiko für Vögel und es werden keine Quartiere für Fledermäuse zerstört werden.“ Während des Frühjahrszuges im April und Mai sei dennoch eine nächtliche Abschaltung der Anlage vorgesehen.

Manfred Illmer (FDP) verlässt die politische Bühne

In den Verhandlungen hatte sich die Gemeinde mit dem Unternehmen dann doch auf den Bau der kleineren Anlage verständigt, was mit anerkennenden Worten von Einwohnerseite quittiert wurde. Als Ausgleichsmaßnahme für drei bis sechs Bäume, die im Zuge der Bauarbeiten gefällt werden müssen, soll südlich des Poggenpohls auf Kosten des Unternehmens eine Streuobstwiese angelegt werden. Eine Zuhörerin zeigte sich besorgt, ob die Ausgleichsmaßnahme auch tatsächlich umgesetzt wird. Das sei nämlich bei den bestehenden Anlagen noch nicht überall der Fall. „Die Maßnahme wird als Auflage in die Baugenehmigung aufgenommen“, erklärte dazu Planer Frank Patt. Im Zweifelsfall könne der Landkreis die Umsetzung kontrollieren. Die Hoffnung einiger Anwohner, die Rotoren der ersten Stunde könnten bald zurückgebaut werden, dämpften die Vertreter von „Landwind“. Wenn sie betriebssicher sei, könne eine 20 Jahre alte Anlage auch noch zehn Jahre weiter laufen.

Mit Manfred Illmer (FDP) verlässt ein Urgestein die politische Bühne: Der Südergellerser, der auch 30 Jahre dem Samtgemeinderat Gellersen angehörte, hatte im September 2019 seinen Rückzug aus dem Gemeinderat erklärt, wurde nun verabschiedet. Insgesamt 29 Jahre engagierte sich Illmer im Südergellerser Rat, war davon auch zehn Jahre für die Verwaltungsgeschäfte zuständig. „Wir finden es sehr schade, dass du aufhörst“, sagte Bürgermeisterin Annette Kammeier (CDU), die Illmer als Abschiedsgeschenk eine hölzerne Fledermaushöhle überreichte. Auch Verwaltungsmitarbeiterin Annegret Droog bedankte sich bei dem „Mann mit Ecken und Kanten“: „Einer wie du ist gut für jeden Gemeinderat.“ Als Nachfolger für den FDP-Mann wurde Daniel Weber verpflichtet.

Ute Klingberg-Strunk