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Kann die Qualität der Lehre trotz Einsparungen gewährleistet bleiben? (Foto: t&w)

Geht es der Uni ans Personal?

Lüneburg. Das Land Niedersachsen will 24 Millionen Euro in der Wissenschaft einsparen. Das sorgt in der Lüneburger Universität für Aufruhr. „Es geht um Sparvorg aben des Landes im Ressort Wissenschaft und Kultur im nächsten Jahr. Die Unis sollen künftig rund 17,4 Millionen Euro pro Jahr einsparen“, verdeutlicht Daryoush Danaii. Er absolviert ein Studium Individuale an der Leuphana und ist studentischer Senator. Bei einem landesweiten Treffen der studentischen Senatorinnen und Senatoren haben diese das Problem erkannt und einen offenen Brief verfasst.

Die Studenten sind mit ihrem Ärger nicht allein. Der Verband der niedersächsischen Studierendenvertretungen (Landes-ASten-Konferenz) unterstützt – gemeinsam unter anderem mit den Hochschullehrern – den offenen Brief ans Ministerium und fordert die Einhaltung der Koalitionsvereinbarung unter dem Titel „Für Innovation, Sicherheit und Zusammenhalt“ aus dem Jahr 2017.

Darin hatten sich die Regierungsparteien dazu bekannt, die Finanzierung der wissenschaftlichen Einrichtung sicherzustellen. Außerdem hätten sie den Hochschulen selbst sowie den Bürgern in Niedersachsen versprochen, die Grundzuweisung der Hochschulen aufzustocken.

17,4 Millionen Euro sollen die Unis jährlich einsparen

„Dieses Versprechen an die Bevölkerung brechen sie durch die Einsetzung der globalen Minderausgabe“, kritisiert Daryoush Danaii. Der 21-Jährige weist auf die möglichen Konsequenzen dieser Entscheidung hin. Die Qualität von Lehre und Forschung sinke. Lehrangebote seien gefährdet, womöglich müsste auch beim Personal gespart werden. Dabei sei es Fakt, dass die niedersächsischen Hochschulen im Bundesvergleich als unterfinanziert gelten. Auch seien die Angestellten an den Unis bereits heute überlastet. Der Student zeigt sich deshalb empört über die Pläne und ist überzeugt: „Während andere Bundesländer zusätzliche Investitionen vorgenommen haben, um die Universitäten zu fördern, steht in Niedersachsen der Abbau bevor – der Abbau von Studienplätzen.“

Das Wissenschaftsministerium warte auf einen Vorschlag der Rektoren dazu, wie man die Einsparungen besser aufteilen könne, heißt es aus Hannover. Die Hochschulen machen 78 Prozent des Ministeriumshaushaltes aus. „Es wird also wahrscheinlich keine umsetzbare Alternative dazu geben, als das Geld im Bereich der Hochschulen einzusparen“, erklärte eine Ministeriumssprecherin jetzt gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

So müsse insgesamt das Wissenschaftsministerium bei einem Haushaltsvolumen von 3,38 Milliarden Euro einen Anteil von 0,7 Prozent einsparen. „Um eine bessere Alternative zu finden, arbeiten wir gemeinsam in allen Statusgruppen und den Präsidien der Hochschulen niedersachsenweit mit Hochdruck an diesem Thema.“

Stiftungsrat will sich an Regierung wenden

Die geplanten Einsparungen würden wohl auch die Lüneburger Universität schwer treffen. Bisher liegen noch keine schriftlichen Informationen der Landesregierung vor, die eine Einschätzung der konkreten Folgen ermöglichen, heißt es von der Leuphana.

Unabhängig davon haben sich Senat und Stiftungsrat der Universität bereits mit dem Thema beschäftigt. „Der Stiftungsrat der Universität plant, sich noch in diesem Monat mit einem Schreiben an die Landesregierung zu wenden und darin seiner Sorge um die Konkurrenzfähigkeit Niedersachsens im Hochschulbereich Ausdruck zu verleihen. Dies vor dem Hintergrund, dass alle anderen Bundesländer ihre Investitionen in Forschung und Lehre verstärken, während Niedersachsen als einziges Bundesland abbaut“, teilt Henning Zühlsdorff, Pressesprecher der Leuphana, mit.

Für die Zukunft wünschen sich Daryoush Danaii und die anderen studentischen Senatoren mehr Mitbestimmungsrechte für Studenten und ein klares Zeichen der Landesregierung für gute Bildung ohne Einsparungen.

Von Malin Mennrich