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Die Arena-Baustelle an der Lüner Rennbahn aus der Luft. Foto: be

Geheim-Sitzung zur Arena

Lüneburg. Dieser Termin steht nicht im offiziellen Kalender des Kreises. Für nächsten Freitag hat Landrat Jens Böther (CDU) zu einer „gemeinsamen Sitzung der Kreistagsfraktionen/Kreistagsmitglieder“ eingeladen. Es sind nur wenige Zeilen auf dem Briefbogen des Landrates, aber sie umreißen das derzeit wohl brisanteste Thema in der Kreispolitik: „Weiteres Vorgehen zur Erreichung des Vorsteuerabzugs für die Arena Lüneburg Land.“

Bei Baukosten von 23 Millionen Euro hatten die Mitglieder des Kreistags vor einem knappen halben Jahr die Reißleine gezogen. Dürfte die Vorsteuer abgezogen werden, könnten mehr als drei Millionen Euro eingespart werden. „Verwaltung und Vertreter der Firma Reese Baumanagement werden zum geplanten Vorgehen vortragen“, heißt es in der Einladung des Landrates für den 31. Januar.

Welche Rolle wird das Campus Management einnehmen?

Das Thema ist kompliziert. Nach ersten Schätzungen wird allein die Hälfte der eingesparten Summe für vorbereitende und flankierende Maßnahmen benötigt. Weitere Fragen stehen im Raum. Muss bei einem neuen Betreibermodell europaweit ausgeschrieben werden? Welche Rolle wird das Campus Management, mit dem der Landkreis ja bereits vor einem Jahr einen Betreibervertrag abgeschlossen hatte, künftig einnehmen können und wollen? Kommen möglicherweise Entschädigungssummen und neue Risiken auf den Landkreis zu; Kosten die womöglich sogar höher sind als der Einspareffekt durch den Vorsteuerabzug? Führt dies alles vielleicht sogar dazu, dass Anfang 2021 eine bereits fertige Halle noch nicht betrieben werden kann?

All das ist zunächst Geheimsache. Vor einer Woche saßen die Fraktionsvorsitzenden mit dem Landrat zusammen. Strengste Verschwiegenheit wurde vereinbart. Nach LZ-Informationen soll sogar das ausgeteilte Arbeitspapier zum Ende der Sitzung wieder eingesammelt worden sein. Auch das Treffen am Freitag in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Scharnebeck ist nicht-öffentlich. Die Entscheidung muss der Kreistag indes öffentlich beraten und fällen. Dafür ist eine Sondersitzung am 24. Februar anberaumt.

Von Marc Rath