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Elbbrücke
Am Gespräch mit dem Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) und Landrat Jens Böther (CDU) beteiligten sich die Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers (SPD), Uwe Dorendorf (CDU) und Heiner Schönecke (CDU), Andreas Gehrke als neuer Bürgermeister der Gemeinde Amt Neuhaus sowie Marko Puls vom Förderverein "Brücken bauen e.V." (Foto: Landkreis Lüneburg)

Land und Kreis begraben Streit um Elbbrücke

Lüneburg/Hannover. Wird der Brückenschlag über die Elbe nun doch noch Realität? Am Mittwoch trafen sich in Hannover Landrat Jens Böther (CDU) und politische Vertreter aus der Region mit Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU), um über Zuschüsse für Planungskosten zu verhandeln. Die wollte Hannover bislang erst locker machen, „wenn die Bauabsicht des Kreises erkennbar sei“. Ein Passus, der im Kreishaus für Unmut gesorgt hatte. Der Landkreis zog vor Gericht (LZ berichtete). Am Mittwoch nun Durchbruch. Althusmann: „Das Land ist bereit, für dieses kommunale Brückenbauprojekt bis zu 75 Prozent der Kosten zu übernehmen. Darüber hinaus habe ich zugesagt, die Kommune mit 700 000 Euro aus dem Landeshaushalt bei der Planung der Elbquerung zu unterstützen. Allerdings tun wir das nur unter der Voraussetzung, dass der Landkreis seine Klage vor dem Verwaltungsgericht Hannover zurückzieht.“

Ingenieurbüro aus Hamburg gewinnt Ausschreibung

Der geplante Bau war schon am Dienstag Thema im Straßenbauausschuss. Dort berichte der Leiter des kreiseigenen Betriebs Straßenbau- und -unterhaltung, Jens-Michael Seegers, dass die Planungen zur Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau in Kürze beginnen. Nach einem europaweiten Auswahlverfahren stehe nun fest das ein Ingenieurbüro aus Hamburg das Planfeststellungsverfahren vorbereiten und begleiten wird, erklärte Seegers.

Anfang Februar werde das weitere Verfahren besprochen, dabei gehe es unter anderem um die erforderlichen Unterlagen. „Für ein Planfeststellungsverfahren müssen etliche Punkte berücksichtigt, beziehungsweise berechnet werden. Dazu zählen beispielsweise Baugrund, Strömungsverhältnisse oder Naturschutzbelange“, sagte Seegers.

Kreistagsbeschluss von 2015 ist Geschichte

Damit ist auch der alte Kreistagsbeschluss von 2015 endgültig Geschichte. Da hatte der damalige Kreistag aus Kostengründen die Reißleine gezogen und sich gegen ein Planfeststellungsverfahren ausgesprochen.

Aktuell werden die Gesamtkosten für den Bau der Brücke auf 67 Millionen Euro taxiert. Dass das wohl nicht die endgültige Bausumme sein wird, ist den Kreistagsmitgliedern wohl bewusst: „Bis der Landkreis eine endgültige Entscheidung treffen muss, werden die jetzigen Zahlen auch überholt sein“, weiß Böther. Wie sehr die Baupreise in die Höhe klettern, hatte zuvor Jens-Michael Seegers deutlich gemacht: Seinen Worten zufolge sind die Baupreise von 2015 bis heute um 17,5 Prozent gestiegen.

Von Klaus Reschke