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Darius Pyrsch will als Schulleiter das „Erfolgsmodell IGS Embsen“ fortsetzen. Foto: t&w

„Endlich sind wir wieder komplett“

Embsen. In der Integrativen Gesamtschule Embsen (IGS) wurde am Dienstag der neue Schulleiter eingeführt. Bei einer Feierstunde mit zahlreichen Darbietungen wurde der 45-jährige Darius Pyrsch Lehrern und Schülern offiziell vorgestellt. Er folgt auf Eva-Marie Peetz, die bereits vor einem Jahr in Pension gegangen ist. Pyrsch war bislang didaktischer Leiter der Grund- und Stadtteilschule Eppendorf in Hamburg und freut sich sehr auf seine neue Aufgabe. An seinem Gehalt und seinem Dienstgrad hat sich durch die neue Stelle nichts geändert, doch ist Pyrsch froh, dass für ihn in Zukunft das lästige Pendeln wegfallen wird. „Ich habe mich auch an meiner alten Schule in Eppendorf sehr wohlgefühlt. Aber nun in dem Landkreis zu arbeiten, in dem ich mit meiner Familie lebe und in dem meine Kinder zur Schule gehen, das ist schon toll. Im Kreis Lüneburg fühle ich mich richtig gut aufgehoben.“

Die IGS Embsen war für den gebürtigen Kasselaner schon seit langem interessant. „Menschenbild, Arbeit, Haltung, das hat alles gepasst“, sagt Pyrsch. „Für mich war klar, dass ich mich bewerben würde, sollte die Stelle frei werden.“ An der IGS möchte er weiterhin unter Beweis stellen, dass Inklusion funktioniert. Auch Pyrschs bisherige Schule hat langjährige Erfahrung in der gemeinsamen Beschulung von Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Förderbedarfen. Er ist gespannt darauf, diese Arbeit an der IGS Embsen weiter fortsetzen zu dürfen. „Aus meiner Sicht ein Erfolgsmodell: Die Kinder mit Handicap abholen, wo sie sind, aber auch die leistungsstarken Schüler mitnehmen. Wir wollen gute, passgenaue, differenzierte Förderung anbieten, für alle.“

„Wir müssen unser Angebot noch weiter etablieren“

Auf den Pädagogen warten einige Herausforderungen, so wird an der noch jungen Schule im kommenden Jahr der erste Abiturjahrgang die Schule verlassen. Die IGS Embsen war zum Schuljahresbeginn 2012/2013 errichtet worden und schloss zunächst nur die Schuljahrgänge 5 bis 10 mit ein, eine Erweiterung sollte bei entsprechend wachsenden Schülerzahlen erfolgen. Das hat geklappt, dennoch sagt Darius Pyrsch: „Wir müssen unser Angebot noch weiter etablieren, um attraktiver für Schüler im Kreis zu werden. Der Schulinspektionsbericht war ja schon sehr gut, es hagelte Lob von allen Seiten.“ Als Steckenpferd der Schule bezeichnet er das projektorientierte Arbeiten. „Ich freue mich, hier jetzt mitgestalten zu dürfen.“

Ausgeschrieben wurde die Stelle des Schulleiters bereits im März 2018, zwei Kandidaten hatten sich beworben. Ein Jahr lang wurde die Schule nun kommissarisch von der stellvertretenden Schulleiterin Birgit Lorenz geleitet. „Wir sind froh, dass es jetzt geklappt hat, endlich sind wir komplett“, sagt sie erleichtert. „Warum das so lange gedauert hat, das müssen Sie die Landesschulbehörde oder das Kulturministerium fragen“, sagt Heike Schmacker, Schulelternratsvorsitzende der IGS Embsen, verärgert. „Die Arbeit musste ja auf die Schultern der anderen Lehrer verteilt werden.“

Peter Rowohlt, Bürgermeister der Samtgemeinde Ilmenau: „Frau Lorenz war eine ganz tolle Stellvertreterin, deshalb haben die Schüler die Übergangszeit gar nicht so sehr zu spüren bekommen. Aber feste Strukturen sind wichtig, besonders jetzt mit dem anstehenden Abitur.“

Von Lea Schulze