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Arbeitsmarkt
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Lüneburg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4 Prozent gesunken. (Foto: Archiv)

Winterflaute auf dem Arbeitsmarkt

Lüneburg. Trotz des milden Winters stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Region. „Der Anstieg fiel jedoch mit 8,5 Prozent geringer aus als im Vorjahr mit mehr als elf Prozent“, erläutert Kerstin Kuechler-Kakoschke, Chefin der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen. Im gesamten Agenturbezirk lag die Arbeitslosenquote danach bei 4,9 Prozent gegenüber 4,5 Prozent im Dezember und 5,0 Prozent im Januar 2019. Zum Vergleich: In Niedersachsen und im Bund liegt die Erwerbslosenquote bei 5,3 Prozent.

Allerdings entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in der Region recht unterschiedlich. Im Kreis Uelzen sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Prozent (Quote: 5,2 Prozent), im Kreis Lüneburg um 2,4 Prozent (5,4 Prozent), in Lüchow nahm die Zahl hingegen um 4,2 auf 7,9 Prozent zu.

„Erfreulich ist, dass weniger Zugänge in die Arbeitslosigkeit verzeichnet wurden als vor einem Jahr“, sagt Kuechler-Kakoschke, und auch bei den Abgängen aus der Arbeitslosigkeit sei der Trend positiv, „denn sie lagen über dem Vorjahresniveau“.

Alarmstimmung ist die Metall- und Elektroindustrie

Doch nicht alle erreicht der positive Trend: Bei den unter 25-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent, vor allem, weil eine Übernahme am Ende einer dreieinhalbjährigen Ausbildung nicht erfolgte. Und die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg sogar um 6,8 Prozent.

In Alarmstimmung ist die Metall- und Elektroindustrie. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord, sagt: „Es besteht die große Gefahr, dass die Konjunktur nicht nur eine kurzfristige Delle erhalten hat, sondern dass der Einbruch langfristig wirkt: Die grundsätzliche Veränderung in der Automobilindustrie, der digitale Strukturwandel oder der Brexit werden nicht kurzfristig bewältigt werden.“ Die Politik müsse den „Absturz abfedern“.

Den kompletten Arbeitsmarktbericht als PDF gibt es hier.

Von Joachim Zießler