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Frank Wecke (l.) und Axel Rokohl überreichten die Aktenordner mit den Unterstützer-Unterschriften an Susanne Twesten, Leiterin des Bürgeramtes. Foto: t&w

11.762 Unterschriften fürs Bürgerbegehren

Lüneburg. Fünf Aktenordner mit 11.762 Unterstützer-Unterschriften überreichten Axel Rokohl und Frank Wecke am Montag im Lüneburger Rathaus. Die beiden Mitglieder des Luftsportvereins sind Antragsteller für ein Bürgerbegehren, mit dem eine Pachtverlängerung von 15 Jahren für den Flugplatz erwirkt werden soll. Susanne Twesten, Leiterin des Bürgeramtes, quittierte den Erhalt. Nun muss ihr Amt die Unterschriften prüfen, damit es zu einem Bürgerentscheid kommen kann.

Sechs Monate hätten die Flieger Zeit gehabt, um mindestens 5923 Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu bekommen – das sind zehn Prozent der wahlberechtigten Lüneburger. Innerhalb von fünf Wochen sammelten sie fast die doppelte Anzahl. Für den Vereinsvorsitzenden Richard Meier ein Indiz dafür, wie sehr die Lüneburger Bevölkerung zu dem Erhalt des Flugplatzes steht.

Prüfung dauert vier bis fünf Wochen

Die Unterschriftenlisten, die Namen, Anschrift, Geburtsdatum und Unterschrift des einzelnen Bürgers enthalten, haben die Vereinsmitglieder einmal bezüglich der Postleitzahlen gecheckt. Laut Rokohl ist dabei herausgekommen, dass 4486 Unterschriften aus dem Bereich mit der Postleitzahl 21337 stammen. „Das ist der östliche Teil der Stadt mit Ebensberg, Bleckeder und Dahlenburger Landstraße sowie Neu Hagen“, sagt Meier, der damit auch viele Unterstützer im Umfeld des Flugplatzes sieht. 3899 Unterschriften kommen aus dem Gebiet mit der Postleitzahl 21335, 3025 aus dem Westen der Stadt mit der Postleitzahl 21339. Weitere 352 fallen sozusagen unter den Tisch, weil es Unterschriften von Nicht-Lüneburgern sind.

Mitarbeiter des Bürgeramtes werden nun prüfen, ob die Unterschriften von wahlberechtigten Lüneburgern stammen, die mindestens seit drei Monaten hier ihren Wohnort haben. Laut Susanne Twesten bedeutet die Qualität der Unterschriften manche Unwägbarkeit. „Wir gehen davon aus, dass wir vier bis fünf Wochen brauchen werden.“

Ist das Quorum erreicht, muss der Verwaltungsausschuss des Rates die Zulässigkeit feststellen, dass es binnen von drei Monaten zu einem Bürgerentscheid kommt. Dabei müssen dann allerdings 20 Prozent der wahlberechtigten Bürger (das wären 11.846) mit „Ja“ stimmen. Richard Meier und seine Vereinskollegen sind mit Blick auf das jetzige Ergebnis sehr zuversichtlich, dass das am Ende auch klappt.

Sollte es zum Bürgerentscheid kommen, werde dieser aus Gründen der Fairness nicht in den Sommerferien stattfinden. Das hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge jüngst bei einer Veranstaltung deutlich gemacht.

Ratssitzung: Welcher Plan gilt?

Lüneburgs Flugplatz wird vermutlich auch in der kommenden Ratssitzung am Donnerstag, 27. Februar, Thema sein. Dann soll es Antworten der Verwaltung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion geben. Die möchte unter anderem wissen, wann der Verwaltung aufgefallen ist, dass der vom Rat der Stadt im Jahr 1992 beschlossene Bebauungsplan Nummer 83 gar nicht rechtskräftig ist und wie die damals unterlassene Herstellung der Rechtswirksamkeit nachgeholt werden kann, um dem ursprünglichen Willen des Rates noch Geltung zu verschaffen. Wegen der fehlenden Rechtskraft beruft sich die Verwaltung nun auf vorangegangene Bebauungspläne, wodurch die umstrittene Umwandlung des Areals zu Gewerbegebiet erleichtert würde. Der Rat tagt ab 17 Uhr in der Aula der Integrierten Gesamtschule am Kreideberg. us

Von Antje Schäfer