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Inge Voltmann-Hummes ist die neue Vorsitzende des Lüneburger Kreistags. Foto: be

Eine Frau steht an der Spitze des Kreistags

Lüneburg. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landkreises Lüneburg steht eine Frau als Vorsitzende an der Spitze des Kreistages. Einstimmig wählten die Abgeordneten am Montag bei ihrer Sitzung in der Lüneburger Ritterakademie Inge Voltmann-Hummes (SPD) zur Nachfolgerin des zurückgetretenen Sozialdemokraten Rainer Dittmers aus Adendorf. Die 66-Jährige wird das Amt bis zum Ende der Wahlperiode im Oktober 2021 übernehmen.

Die Lüneburgerin sitzt seit 2016 im Kreistag, ist stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses und Initiatorin des „Festivals der regionalen Musikkultur“. Zudem gehört sie dem Vorstand der SPD-Kreistagsfraktion und des SPD-Unterbezirks an. 2002 trat Voltmann-Hummes als Kandidatin der Sozialdemokraten bei der Landratswahl im Nachbarkreis Harburg an. Beruflich war sie viele Jahre bei der Schulaufsicht der Lüneburger Bezirksregierung tätig, wechselte später zur Hamburger Behörde für Schule und Berufsfindung.

„Situation völlig falsch eingeschätzt“

Als stärkste Fraktion im Kreistag hat die SPD das Vorschlagsrecht für den Kreistagsvorsitz. Die Leitung der Sitzung hatte zunächst der stellvertretende Vorsitzende Hans-Georg Führinger (CDU) übernommen. Der Christdemokrat bedankte sich ebenso wie später Landrat Jens Böther (CDU) bei Rainer Dittmers für dessen Engagement. „Du hast das Amt nach meiner Wahrnehmung jederzeit unparteiisch, umsichtig und souverän geführt“, sagte Führinger. Gemessen am Beifall eine Einschätzung, die ein Großteil der Abgeordneten teilt.

Dittmers war wegen eines umstrittenen Facebook-Posts nach der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen in die Kritik geraten und später zurückgetreten. Auch seine Ämter als Ratsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister in Adendorf legte er nieder. Dittmers hatte die Wahl unter anderem mit den Worten „Hauptsache der Linke ist weg! Das ist ein guter Tag für Deutschland!“ kommentiert – ungeachtet des Umstands, dass Thomas Kemmerich (FDP) mit den Stimmen der AfD zum neuen Thüringer Ministerpräsidenten gewählt worden war. In einem offenen Brief räumte Rainer Dittmers später ein: „Ich habe die Situation nach einer Eilmeldung am Mittwoch völlig falsch eingeschätzt und habe mit meinem Post überreagiert, auch war die Wortwahl nicht angemessen.“ ml