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Vom tonnenschweren Gewicht und ständigem Anfahren hat die Haltestelle „Rotes Tor“ in der Barckhausenstraße erheblich Schaden genommen. Foto: us

Haltestellen leiden unter den Bussen

Lüneburg. Immer, wenn es in Lüneburg regnet, drohen Fußgängern an der Bushaltestelle Rotes Tor für die Linie 5012 in der Barckhausenstraße schnell mal nasse Füße. Grund ist ein kleiner See, der sich an der Straßenkante der stadteinwärts führenden Haltestelle bildet, weil die Fahrbahn in dem Bereich unter dem Gewicht der Busse immer mehr absackt. Die Stadt will das Problem angehen. Außerdem soll eine andere Haltestelle in der Barckhausenstraße verlegt werden.

„Die Stadt baut die komplette Bushaltestelle in diesem Jahr – vermutlich in der zweiten Jahreshälfte – komplett barrierefrei um“, erklärt der ÖPNV-Beauftragte der Stadt, Sebastian Heilmann, auf Nachfrage. Statt der derzeit noch vorhandenen Bushaltebucht soll dort dann eine Fahrbahnhaltestelle entstehen. „Dadurch wird es nicht mehr das Problem geben, dass Busse beim Lenkvorgang die Gosse herunterdrücken. Die ist durch das ständige Anfahren an die Haltestelle inzwischen so tief abgesackt, dass auch der benachbarte Kanalisationsschacht schon in Mitleidenschaft geraten ist.

Auch wenn die KVG als Busunternehmen Verursacher der Schäden ist, kann sie Heilmann zufolge nicht für die Kosten für deren Behebung herangezogen werden: „Die Stadt ist Straßenbaulastträger und damit für den Zustand der Straßen und Haltestellen zuständig.“

Mindestens drei Parkplätze fallen weg

Um künftig Schäden wie in der Barckhausenstraße zu vermeiden, will die Stadt überall dort, wo neue Haltebuchten entstehen sollen, einen stabileren Unterbau verwenden. „Die alten Busbuchten sind vom Material tatsächlich zum Teil nicht ausgelegt gewesen auf die gestiegene Belastung durch mehr und längere Fahrzeuge, wie sie heute unterwegs sind.“

Wegen Beschädigungen an Gosse und Bürgersteig soll auch die stadtauswärts führende Bushaltestelle „Kefersteinstraße/Universität“ wenige hundert Meter weiter südlich in der Barckhausenstraße erneuert werden. Weil aber auch sie barrierefrei werden soll, muss sie um ein paar Meter weiter in Richtung Stadtzentrum, genauer: auf Höhe der dort stadteinwärts führenden Haltestelle verlegt werden. Zur Begründung heißt es, die zahlreichen Grundstückseinfahrten ließen einen barrierefreien Ausbau an der bisherigen Stelle nicht zu.

Weil am neuen Ort aber keine Bucht, sondern eine Fahrbahnhaltestelle entstehen soll, fallen dort die viel genutzten kostenfreien Parkmöglichkeiten – bis zu vier Autos können dort stehen – weg. Heilmann selbst spricht zwar nur von drei Plätzen, aber auch diese würden, weil es sich um keine ausgewiesenen Parkplätze handelt, von der Stadt ohnehin nur fürs „Fahrbahnrandparken toleriert“. Mit dem Umbau dieser Haltestelle soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden. Die Kosten dafür hat die Stadt mit 25 000 Euro veranschlagt.

Von Ulf Stüwe