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Die Pläne für Bardowick muss der Rat noch absegnen, er tagt morgen. Foto: be

Bardowick putzt sich heraus

Bardowick. Der Flecken Bardowick putzt in diesem Jahr seinen Ortskern heraus. Gleich für mehrere Projekte will die Gemeinde Mittel in den Haushalt einstellen. Eigentlich wollte der Rat bereits am 14. März grünes Licht für die Vorhaben geben. Doch wegen der Pandemie wurde der Beschluss verschoben, die Projekte bleiben dennoch aktuell.

Beim Straßenbau setzt der Flecken seinen Fokus auf die Sanierung der Straße Im Sande zwischen der Kreuzung Im Kuhreiher und der Großen Straße. „Die Straße ist dermaßen marode, dass wir sie komplett sanieren müssen. Zurzeit sieht es so aus, als müssten Unterbau und Asphaltdecke neu gemacht werden“, informiert Gemeindedirektor Heiner Luhmann. Viele Jahrzehnte sei an der Straße nichts gemacht worden.

Nun sei das aber dringend. „Es wird ein neues Konzept für den Sand geben, das dafür sorgt, dass die Situation für Fußgänger und Radfahrer sicherer wird.“ So sei unter anderem am Übergang von der Steinstraße zur Worth eine Querungshilfe geplant, „weil der Weg von vielen Schülern genutzt wird“. Mit 100.000 Euro kalkuliert der Flecken für das Gesamtprojekt.

Einmündungsbereich zum Aldi wird umgestaltet

Gut für die Anwohner ist, dass sie für den Ausbau nicht zur Kasse gebeten werden. „Die Straßenausbaubeitragssatzung gibt es in Bardowick nicht. Als Entlastung für die Gemeindekasse haben wir zudem einen Förderantrag beim Land gestellt.“

Auch an der Straße Vor der Westermarsch wird in diesem Jahr gebaut. „Den Einmündungsbereich zum Aldi gestalten wir um“, erläutert Luhmann. Hintergrund ist, dass Ende des Jahres mehrere Mehrfamilienhäuser bezugsfertig werden. Diese liegen versetzt hinter dem Gelände, auf dem der Aldi-Markt kürzlich vergrößert wurde. „Die Auffahrt zum Discounter wird übersichtlicher, den Weg direkt daneben in Richtung der neuen Häuser bauen wir zu einem Rad- und Fußweg um. Insgesamt wird der gesamte Bereich für alle Verkehrsteilnehmer dadurch sicherer.“ 250.000 Euro stehen dafür im Haushalt.

Mit Blick in die Zukunft sichert sich der Flecken eine Fläche an der Großen Brückenstraße. „Das Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gildehaus ist rund 1000 Quadratmeter groß. Noch steht ein stark in die Jahre gekommenes Haus darauf“, berichtet Luhmann. Die Gemeinde möchte das Areal künftig für sein Heimatmuseum nutzen.

Mehr Platz für Hochzeiten

„Ein endgültiges Konzept gibt es noch nicht. Da wir aber Trauungen in einem Pavillon im Garten des Gildehauses anbieten, wäre es denkbar, die zusätzliche Fläche einzubeziehen und so dort mehr Platz für Hochzeiten zu schaffen.“ Oder aber das Grundstück werde in einen Museumsgarten umgewandelt. 240.000 Euro sind im Etatansatz für den Grunderwerb einkalkuliert. „Wichtig ist uns, dass wir die Fläche für die öffentliche Nutzung sichern können“, sagt Luhmann.

Gleiches gilt für die schon lange leerstehende Domschänke. Auch für den möglichen Kauf des Grundstückes, auf dem die einstige Kneipe steht, ist ein Posten im Haushalt zu finden: gut 345.000 Euro. „Der Erhalt der Domschänke bleibt aktuell. Wir wollen handlungsfähig bleiben, daher stellen wir Mittel in den Etat ein, obwohl es derzeit keine neue Entwicklung gibt.“

Es laufen nach wie vor Gespräche mit dem Eigentümer. „Es gibt die Überlegung, zu versuchen, die Domschänke ins Städtebauprogramm einzubinden, das für das Altdorf läuft.“ Das könnte Fördermittel aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilszentren“ in Aussicht stellen. „Wir sind für alles offen, zum Beispiel eine langfristige Miete der Domschänke.“ Es gehe der Kommune darum, eine nachhaltige Lösung mit dem Besitzer zu finden, um das historische, aber sanierungsbedürftige und ortsbildprägende Gebäude zu erhalten. „Egal, ob nun als Gastronomie, Treffpunkt oder Raum für Ausstellungen.“

Von Stefan Bohlmann